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Baptisten

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Taufe schwedischer BaptistenTaufe schwedischer Baptisten
Artikelgliederung
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Einleitung

Baptisten (von griechisch baptites: Täufer), protestantische Christen, die die Grundlehren der Reformationsbewegung des 16. Jahrhunderts (Rechtfertigung durch den Glauben und Autorität der Heiligen Schrift) anerkannten und diesen die Erwachsenentaufe durch Untertauchen in fließendem Wasser (Immersionstaufe), die Trennung von Kirche und Staat und die Unabhängigkeit der örtlichen Kirche hinzufügten.

Der Großteil der Baptisten (fast 30 Millionen in den frühen achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts) lebt in 27 verschiedenen Gemeinschaften in den Vereinigten Staaten. Weitere Länder mit einem hohen Anteil an Baptisten sind Indien, Brasilien, Myanmar (Birma), Zaire, Großbritannien, Kanada, Rumänien und Nigeria. Die Baptisten vertreten auch einige religiöse Überzeugungen der Anabaptisten, obwohl es zwischen diesen beiden Gruppen keine nachweisliche Verbindung gibt. Ursprünglich entstand die Bewegung der Baptisten im frühen 17. Jahrhundert in Holland und England unter der Leitung der beiden Abtrünnigen der anglikanischen Kirche John Smyth und Thomas Helwys.

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Besondere Glaubensmerkmale

Die Baptisten betonen das persönliche Erlebnis, durch das der Einzelne zum Christentum bekehrt wird. Der offizielle Begriff für ihre Kirchengemeinschaft ist „Versammlungskirche”. Die Gläubigen treten der Kirche bei, nachdem sie ihre Sünden bereut und ihrem Glauben an Jesus Christus als ihrem Retter und Gebieter Ausdruck verliehen haben. In diesem Punkt unterscheiden sich die Baptisten von den staatlichen Kirchen, bei denen alle, die innerhalb eines bestimmten geographischen Gebiets geboren werden und die heiligen Sakramente empfangen, automatisch zu Mitgliedern der Kirche werden, sowie anderen Kirchen, in denen die Mitgliedschaft durch die Kindstaufe erlangt wird. Auch ließ sich die Verfolgung der frühen Baptisten eher auf diesen Glauben an eine Mitgliedschaft durch Wiedergeburt zurückführen als auf den Vollzug der Erwachsenentaufe durch Untertauchen.

Die Tatsache, dass die Baptisten die Erwachsenentaufe praktizieren, zeigt, dass sie einen besonderen Wert auf die Reife legen, um eine religiöse Entscheidung zu treffen. Da die Baptisten davon ausgehen, dass ein Kind weder Reue empfinden noch sich zu einem Glauben bekennen kann, setzen sie den Vollzug des Sakraments zu einem späteren Zeitpunkt an (gewöhnlich in der Zeit der Pubertät oder später), zu dem dann der Beitritt aus eigener Überzeugung erfolgt und somit an Bedeutung gewinnt. Ein weiteres Argument für die Erwachsenentaufe ist für die Baptisten das Vorbild der Bibel, die keine Kindstaufe kennt. Den Vorgang des Untertauchens übernehmen sie in strenger Befolgung der Taufe Jesu durch Johannes den Täufer im Jordan, aber auch aufgrund der symbolischen Übereinstimmung mit Tod, Begräbnis und Auferstehung Jesu sowie in Einklang mit dem paulinischen Sinnbild vom „Tod” des alten, selbstsüchtigen Wesens und der „Wiederauferstehung” des neuen, uneigennützigen Individuums. Allerdings wird die Taufe nicht als ein Sakrament angesehen, bei welchem dem Getauften eine besondere Gnade zuteilwird, sondern lediglich als öffentliches Bekenntnis zu einem Glauben, der bereits zuvor empfangen wurde. Neben dem Sakrament der Taufe befolgen die Baptisten auch das heilige Abendmahl oder die heilige Kommunion. Bei vielen Kongregationen ist es üblich, das Abendmahl jeden ersten Sonntag im Monat zu feiern, was als Gedächtnismahl verstanden wird (Siehe Eucharistie).

Die Bibel, wie sie vom Einzelnen ausgelegt wird, sehen die Baptisten als höchste Autorität an und stellen sie über Tradition, Vernunft und menschliche Erfahrung. Obwohl die Baptisten gelegentlich Glaubensbekenntnisse übernahmen, um ihrem Glauben Ausdruck zu verleihen, nahmen diese nie den gleichen Rang wie die Heilige Schrift ein. Infolge der individuellen theologischen Bibelauslegungen entwickelte sich eine Vielzahl verschiedener baptistischer Glaubensrichtungen.

Bei aller Verschiedenheit bekennen sich jedoch alle Baptisten zur Trennung von Kirche und Staat, wobei sie einen besonderen Wert auf die religiöse Freiheit legen. Sowohl in England wie auch in Amerika befanden sich die Baptisten unter den ersten, die sich einer etablierten Kirche oder einer Vereinigung von Kirche und Staat widersetzten. Diese Einstellung gründete sich auf ihre Überzeugung, dass die Religion eine persönliche Beziehung zwischen der menschlichen Seele und Gott sei, eine Beziehung, in die niemand eingreifen dürfe. Im frühen 17. Jahrhundert leiteten die Baptisten als Befürworter einer derartigen religiösen Freiheit die Gründung der ersten Zivilregierung der Welt im heutigen Rhode Island ein, die sich auf eine Trennung zwischen Kirche und Staat stützte (siehe Kirche und Staat). Obwohl sich die Baptisten einer offiziellen Verbindung zwischen dem Staat und jeglicher religiöser Organisation widersetzten, fühlten sie sich trotzdem dazu berufen, eine gewisse moralische und geistige Verantwortlichkeit für den Staat zu übernehmen.

Im Mittelpunkt der baptistischen Regierungsform steht die Überzeugung, dass die örtliche Kirche vom Staat unabhängig sein muss. Die lokale Kirche weiht und beruft ihre eigenen Geistlichen, die sie nach eigenem Ermessen wieder entlassen kann. Einer örtlichen baptistischen Kongregation kann weder durch eine kirchliche noch eine weltliche Macht etwas vorgeschrieben werden. In dem Bestreben, die Glaubensgemeinschaft, gegenseitige Hilfsmaßnahmen sowie gemeinsame erzieherische, evangelistische und missionarische Ziele zu fördern, gehen die meisten ihrer Kirchen mit anderen baptistischen Kirchen Verbindungen ein und bilden Vereinigungen, Landesversammlungen und nationale Religionsgemeinschaften. Seit 1905 sind zahlreiche Denominationen der Baptisten im „Weltbund der Baptisten” (Baptist World Alliance) zusammengeschlossen. Er hat seinen Sitz in Washington und repräsentiert circa 34 Millionen Mitglieder in 131 Mitgliedskirchen. Die Selbstverwaltung der lokalen Kirchen soll den demokratischen Geist bewahren, die Laien zu einer Teilnahme am kirchlichen Leben ermutigt, und gleichzeitig die Vielfalt des christlichen Glaubens fördern.

Obwohl die Baptisten gelegentlich verschiedene Glaubensbekenntnisse übernommen haben (Philadelphia, 1742; New Hampshire, 1832), gibt es kein einheitliches Glaubensbekenntnis, das für alle Baptisten verbindlich ist. Weit häufiger greifen sie jedoch auf kirchliche Satzungen zurück, die sich nicht an einer Lehre orientieren, sondern allgemeine ethische Normen vertreten, nach denen die Baptisten ihr Leben gestalten.

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Geschichte

Die erste baptistische Kirche wurde 1609 in Amsterdam von den englischen Abtrünnigen und Anhängern des Kongregationalismus, John Smyth und Thomas Helwys, gegründet. Smyth schloss sich schließlich den Mennoniten an, während Helwys nach England zurückkehrte. Dort wurde er 1611 zum Leiter einer kleinen Gruppe von Christen, mit denen er die erste baptistische Kirche Englands in Spitalsfield bei London gründete. Mit wachsender Mitgliedschaft spalteten sich die englischen Baptisten in die General Baptists und die Particular Baptists. Erstere, die sich zu den Arminianern zählten, glaubten, dass durch den Tod Jesu alle Menschen erlöst seien, während letztere in Anlehnung an die Calvinisten glaubten, dass ausschließlich den Auserwählten die Erlösung zuteilwerde (siehe Prädestination). Um einen Fortschritt in der Missionierung zu erreichen, vereinigten sich jedoch die beiden Gruppen wieder. Von England aus gewannen die Baptisten über eine Million Mitglieder in Europa.

Den größten Zuwachs erreichten sie jedoch in den USA. Roger Williams, ein englischer Puritaner, gründete die erste baptistische Kirche Amerikas 1639 in Providence (Rhode Island). Etwa zur selben Zeit organisierte der Arzt und Geistliche John Clarke die erste baptistische Kongregation in Newport (Rhode Island). Da sich die Gemeinschaft häufig Verfolgungen ausgesetzt sah, konnte sie sich anfangs nur langsam entwickeln. Im 18. Jahrhundert erlebte sie jedoch, infolge der als große Erweckung bekannten Bewegung, einen raschen Aufstieg. Später wurden die Baptisten zu leidenschaftlichen Unterstützern des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Während des 19. Jahrhunderts kam es in den Reihen der Baptisten, wie auch bei anderen protestantischen Gemeinschaften, zu Spaltungen bezüglich des Sklavenproblems, was dann 1845 zur Herausbildung der Southern Baptist Convention führte. 1907 gründeten die nördlichen Baptisten die Northern Baptist Convention, die heutigen American Baptist Churches der Vereinigten Staaten. Mit dem Anwachsen der Bewegung fanden die Baptisten eine besonders zahlreiche Anhängerschaft unter der schwarzen Bevölkerung. In Kanada entstanden die ersten baptistischen Organisationen um 1760, während eine in Horton (dem heutigen Wolfville, Neuschottland) 1778 organisierte Kirche den Anspruch auf die Kongregation mit der längsten Tradition in der baptistischen Bewegung erhebt.

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Aktuelle Standpunkte

Aufgrund ihres Glaubens an die Religionsfreiheit und die Unabhängigkeit der lokalen Kirchen gibt es zu sozialen Problemen keinen einheitlichen Standpunkt der baptistischen Kirchen. Bemerkenswert ist allerdings die Tatsache, dass die Baptistenkirchen der Vereinigten Staaten bis 1975 50 Frauen für ihre geistlichen Ämter weihten. Bei vielen baptistischen Kirchen, insbesondere im Süden der Vereinigten Staaten, ist die Frage der Unfehlbarkeit der Bibel weiterhin umstritten.

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