![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse EnzephalitisEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Enzephalitis, alle Infektionskrankheiten des zentralen Nervensystems beim Menschen, die durch eine Entzündung des Gehirns gekennzeichnet sind. Die typischen Symptome sind Kopfschmerz, Fieber, Nackensteifigkeit, extreme Lethargie und Bewusstseinstrübungen, schließlich kann der Patient ins Koma fallen. Doppeltsehen, Delirium, Taubheit und Gesichtslähmung treten häufig im akuten Stadium der Krankheit auf. Zu den Nachwirkungen der Enzephalitis können Taubheit, Epilepsie und Demenz zählen. Enzephalitis wird diagnostiziert, indem man eine Rückenmarkspunktion durchführt und das Gehirnwasser untersucht. Einige Formen der Enzephalitis werden durch eine Virusinfektion des Zentralnervensystems verursacht. Diese können wiederum in zwei Hauptgruppen unterteilt werden: primäre neurotrope Virusinfektionen (die direkt das Nervensystem befallen) und sekundäre Infektionen, die sich als Komplikation einer primären Virusinfektion einer anderen Körperstelle ergeben.
Die Gruppe der neurotropen Virus-Enzephalitis umfasst einige epidemische Erkrankungen, die hauptsächlich frei lebende Säugetiere, Haustiere und Vögel befallen. Die Krankheit wird durch Insekten von diesen Tieren auf den Menschen übertragen. Die Saint-Louis-Enzephalitis, auch amerikanische Enzephalitis genannt, wurde erstmals 1933 während einer Epidemie in Saint Louis im US-Bundesstaat Missouri entdeckt. Diese Form der Enzephalitis wird durch Stechmücken übertragen. Auf dieselbe Weise werden auch die Japonica B oder Enzephalitis japonica, die California-Enzephalitis-Gruppe und die Pferdeenzephalitis übertragen. Ebenfalls durch Stechmücken wurde 1999 in New York eine Welle von Enzephalitis-Erkrankungen mit 69 Infizierten verursacht. Die Insekten hatten das West-Nile-Virus (siehe West-Nile-Fieber) übertragen, einen zuvor niemals in Amerika registrierten Erreger afrikanischen Ursprungs, der vermutlich von Vögeln eingeschleppt worden war; 2002 gab es in den USA eine erneute Erkrankungswelle durch dieses Virus mit über 40 Todesopfern. Zecken sind die Überträger der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME), die in Mitteleuropa insbesondere im Juli und August auftritt.
In der Gruppe der sekundären Virusinfektionen lassen sich zwei Enzephalitisarten unterscheiden: die postinfektiöse und die postvakzinale Enzephalitis. Erstere tritt als Komplikation einer Viruserkrankung wie Mumps, Masern, Grippe und Gelbfieber auf. Mitunter kann eine Infektion mit dem Herpesvirus auf das Gehirn übergreifen und Hirnschäden verursachen oder zum Tod führen. Die zweite Art kann in seltenen Fällen nach oder als Folge einer ersten Impfung mit abgeschwächten Viren auftreten, z. B. nach einer Pocken- oder Gelbfieber-Schutzimpfung.
Enzephalitis kann auch als Folge einer Sporozoeninfektion durch Toxoplasma auftreten – eine zu den Protozoen zählende Parasitenart, die Säugetiere, Vögel und Menschen befällt. Auch eine Trypanosomiasisinfektion durch das Protozoon Trypanosoma cruzi, die durch den Stich der Tsetsefliege übertragen wird, kann zu Enzephalitis führen. Außerdem entsteht manchmal eine nichtinfektiöse Enzephalitis als Komplikation einer Vergiftung mit Schwermetallen, besonders mit Blei.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |