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Menstruation

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MenstruationMenstruation

Menstruation, periodischer Ausfluss aus der Scheide (Vagina) bei Frauen und weiblichen Säugetieren, der in der Hauptsache Blut und Zelltrümmer der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) enthält.

Die Menstruation ist Begleiterscheinung der fruchtbaren Jahre einer Frau, sie beginnt gewöhnlich im Alter von zehn bis 16 Jahren während der Pubertät und verschwindet zwischen 45 und 50 Jahren während der Menopause. Die Menstruation ist ein physiologischer Vorgang, der eine Frau für die Schwangerschaft vorbereitet. Einmal im Monat verdickt sich die Gebärmutterschleimhaut. Tritt keine Schwangerschaft ein, löst sich die Schleimhaut ab und wird durch die Vagina ausgeschieden. Dieser Vorgang wird auch als Regelblutung bezeichnet und dauert zwischen drei und sieben Tagen (siehe Fortpflanzungsapparat).

Bei den meisten Frauen beträgt der Menstruationszyklus 28 Tage, dieser Zeitraum kann aber selbst von Monat zu Monat stark schwanken. Als erster Zyklustag ist derjenige Tag definiert, an dem die Blutung einsetzt. Der Zyklus wird durch Hormone im Blut reguliert, die auf die Eierstöcke (Ovarien) wirken. Einmal im Monat veranlassen diese Hormone die Reifung eines Eies (Ovum) in einem der beiden Eierstöcke. Auch die Eierstöcke produzieren Hormone, und zwar Östrogene und Progesteron. Diese Hormone bewirken das Anschwellen der Gebärmutterschleimhaut als Vorbereitung zur Aufnahme des Eies. Zumeist etwa in der Mitte des Zyklus (14 bis 15 Tage vor der Regelblutung) ist die Eientwicklung so weit vorangeschritten, dass das Ei aus dem Eierstock ausgestoßen wird; dieser Vorgang heißt Ovulation. Eine Ovulation kann jedoch durchaus bereits am achten Zyklustag und – bei unregelmäßigem Zyklus – sogar noch nach der vierten Zykluswoche stattfinden (British Medical Journal, 2000). Das Ei fällt in einen Schlauch, den Eileiter, durch den es in die Gebärmutter (Uterus) gleitet. Trifft das Ei auf dem Weg zum Uterus auf ein Spermium, so kann es zur Befruchtung und Schwangerschaft kommen.

Das reife, unbefruchtete Ei benötigt drei bis fünf Tage, um vom Eierstock in die Gebärmutter zu gelangen – es ist jedoch nur am ersten Tag befruchtungsfähig. Da manche Spermien in den weiblichen Geschlechtsorganen bis etwa fünf Tage befruchtungsfähig bleiben, kann auch ein Geschlechtsverkehr mehrere Tage vor der Ovulation zur Schwangerschaft führen. Findet eine Befruchtung statt, kann sich das befruchtete Ei in die Gebärmutterschleimhaut einnisten, und die Schwangerschaft beginnt. In diesem Fall unterbleibt die Regelblutung, was für die Frau meist der erste Hinweis auf eine Schwangerschaft ist. Findet keine Befruchtung statt, so erhält die Gebärmutter nicht die nötigen Hormonsignale, um die Schleimhaut weiter wachsen zu lassen. Die Schleimhaut wird wieder abgebaut und gemeinsam mit dem unbefruchteten Ei in der Regelblutung ausgestoßen.

Für viele Frauen ist die Zeit vor und während der Regelblutung mit Beschwerden wie Schmerz und Unwohlsein verbunden. Ein bis sieben Tage vor dem Einsetzen der Regelblutung werden die Brüste empfindlich, und durch Wasseransammlung im Gewebe besteht eine Neigung zur Aufdunsung. Manche Frauen leiden unter Kopfschmerz, Reizbarkeit, Nervosität, Müdigkeit, Weinkrämpfen oder Depressionen, ohne dass ein äußerer Anlass vorliegt (siehe prämenstruelles Syndrom). Bei einigen Frauen stellen sich auch starke Krämpfe (Dysmenorrhö) zu Beginn der Regelblutung ein. Früher galten diese Beschwerden als eher psychisch bedingt. Heute weiß man jedoch, dass dafür chemische und hormonelle Faktoren verantwortlich sind. So kann man die Beschwerden recht gut medikamentös behandeln. Das Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhö) muss nicht zwangsläufig auf eine Schwangerschaft hinweisen, es kann auch psychisch, durch eine Hormonstörung oder eine andere Krankheit bedingt sein.

Britische Forscher widerlegten die weit verbreitete Annahme, der Beginn der Pubertät von Mädchen verlagere sich permanent in ein jüngeres Alter (British Medical Journal, 2001): Im Rahmen einer Studie waren 1 000 britische Mädchen von 12 bis 16 Jahren nach ihrem Alter bei der Menarche (ersten Monatsblutung) befragt worden. Auf der Basis dieser Angaben errechneten die Forscher ein Durchschnittsalter von zwölf Jahren und elf Monaten – dies entspricht etwa dem Durchschnittsalter in den fünfziger Jahren Geborener bei der ersten Regelblutung; geographische oder soziale Unterschiede wurden nicht gefunden. Im Jahr 1860 trat die Menarche dagegen durchschnittlich erst zwischen dem 17. und 18. Lebensjahr ein. Als Ursachen für diesen Unterschied im Vergleich zu heute werden die bessere Ernährung, aber auch Faktoren wie die elektrische Beleuchtung diskutiert, die den Melatoninhaushalt (siehe Epiphyse) beeinflussen könnten. In den USA wurde 2003 ein als Dreimonatspille bezeichneter neuer Ovulationshemmer zugelassen: Frauen nehmen dieses Hormonpräparat 84 Tage ohne Unterbrechung ein, mit der (beabsichtigten) Folge, dass in dieser Zeit keine Menstruation stattfindet. Die langfristigen Konsequenzen einer Einnahme des Präparats sind nicht bekannt.

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