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Virginia

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Artikelgliederung
1

Einleitung

Virginia, Bundesstaat im Nordosten der Vereinigten Staaten, am Atlantischen Ozean gelegen. Virginia, dessen vollständige Bezeichnung Commonwealth of Virginia lautet, grenzt im Norden an West Virginia, Maryland und Washington D.C.; im Osten an Maryland und den Atlantischen Ozean; im Süden an North Carolina und Tennessee sowie im Westen an Kentucky. Die Nordostgrenze wird vom Potomac River gebildet. Die Chesapeakebai trennt die im südlichen Teil der Delmarva-Halbinsel gelegene Eastern Shore Area vom Rest des Staates.

Virginia trat am 25. Juni 1788 als zehnter der 13 Gründungsmitglieder den Vereinigten Staaten bei. Eine der ersten englischen Siedlungen auf nordamerikanischem Gebiet wurde im Jahre 1607 in Jamestown gegründet. In der Folgezeit entwickelte sich Virginia zu einer der führenden Kolonien; hier spielten sich auch wichtige Schlachten des Nordamerikanischen Unabhängigkeitskrieges und des Amerikanischen Bürgerkrieges ab. Die Wirtschaft war bis ins 20. Jahrhundert hinein von der Landwirtschaft geprägt; danach entwickelte sich die Industrie zum beherrschenden Wirtschaftsfaktor. Zu Beginn der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts spielten neben der Industrie auch die Landwirtschaft, der Bergbau, Tourismus und Handel eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben des Staates. Daneben waren zahlreiche Erwerbstätige bei verschiedenen Bundesbehörden beschäftigt. In Virginia wurden viele berühmte Amerikaner geboren; darunter acht frühere Präsidenten: George Washington, Thomas Jefferson, James Madison, James Monroe, William Henry Harrison, John Tyler, Zachary Taylor und Woodrow Wilson. Der Staat ist vermutlich nach der englischen Königin Elisabeth I. benannt, die auch als „Virgin Queen” (jungfräuliche Königin) bezeichnet wurde. Der Name könnte sich aber auch von einem während der Kolonialzeit hier ansässigen Indianerstamm herleiten. Der Beiname des Staates lautet „Old Dominion” (Das alte Herrschaftsgebiet). Zu den wichtigsten Städten gehören die Hauptstadt Richmond sowie Norfolk, Virginia Beach, Newport News und Chesapeake.

2

Land

Mit einer Fläche von 110 784 Quadratkilometern steht Virginia an 35. Stelle in der Rangfolge der größten Bundesstaaten der USA; etwa 10 Prozent des Landes sind Eigentum der Staatsregierung. Die Form des Staates entspricht in etwa einem schiefen Dreieck. Die größten Abmessungen betragen in ostwestlicher Richtung etwa 710 Kilometer und in nordsüdlicher Richtung ungefähr 320 Kilometer. Die Höhenlage schwankt zwischen Meereshöhe an der Atlantikküste und 1 746 Meter am Gipfel des Mount Rogers im Südwesten. Die durchschnittliche Höhenlage beträgt 290 Meter. Die Küste hat eine Länge von etwa 180 Kilometern; die Gezeitenküste, die auch die Meeresarme sowie die Küste der vorgelagerten Inseln umfasst, weist eine Länge von etwa 5 335 Kilometern auf.

2.1

Physische Geographie

Virginia gliedert sich in fünf geographische Regionen: Von West nach Ost sind dies die Atlantische Küstenebene, das Piedmont Plateau, die Blue- Ridge-Region, die Valley-and-Ridge-Region sowie die Region der Cumberland Mountains. Etwa ein Fünftel des Staates liegen im Bereich der Atlantischen Küstenebene; die Böden sind Schwemmland und reich an Sand und Ton. Der östliche Teil dieser Küstenebene besteht aus der Eastern Shore, dem Südteil der Delmarva-Halbinsel; der Westteil umfasst vier Halbinseln, die durch Flussmündungen voneinander getrennt sind. Die Landschaft ist hier schroffer; einzelne Hügel erreichen Höhen von 60 bis 90 Metern. Die Böden der Küstenebene, die auch unter der Bezeichnung Tidewater-Region bekannt ist, sind größtenteils unfruchtbar. Die Region weist zudem zahlreiche Marsch- und Sumpfgebiete auf; dazu gehört auch ein Teil des Great Dismal Swamp im Südosten.

Etwa ein Drittel der Fläche Virginias gehört zum Piedmont Plateau. Der Untergrund besteht aus Metamorph- und Eruptivgestein. Die Topographie im Ostteil des Piedmont Plateaus entspricht ungefähr derjenigen des Westteils der Atlantischen Küstenebene; der Westteil des Piedmont Plateaus weist dagegen zahlreiche Hügel auf, die bis zu 200 Meter aus der Umgebung aufragen. Die Ostkante der Region wird durch eine Geländestufe markiert, entlang der die nach Osten in die tiefer liegende Küstenebene strömenden Flüsse mehrere Stromschnellen und Wasserfälle bilden. Die Böden des Piedmont Plateaus sind tonreicher und etwas fruchtbarer als die Böden der Atlantischen Küstenebene.

Die Blue-Ridge-Region besteht aus einem schmalen Gebirgsstreifen aus Metamorphgestein und bildet eine komplexe Hügellandschaft, zu der auch die höchsten Berge des Staates gehören: Mount Rogers und Whitetop Mountain. Die Region ist im Norden äußerst schmal und umfasst südlich von Roanoke eine etwas breitere Ebene.

Der Untergrund der Valley-and-Ridge-Region besteht aus aufgefaltetem Sedimentgestein; Sandsteingrate überragen die benachbarten Täler aus Kalkstein und Schiefer um bis zu 455 Meter. Zu der Region gehört auch das Valley of Virginia bzw. das Great Valley, das aus mehreren Flusstälern besteht. Das größte ist das Shenandoah Valley im Norden.

Die Cumberland-Mountains-Region gehört zum Allegheny Plateau (siehe Alleghenygebirge) und ähnelt der Valley-and-Ridge-Region, nur sind hier die Hochflächen weiträumiger als die Täler. Die Böden der Valley-and-Ridge-Region sowie der Cumberland-Mountain-Region sind mit Ausnahme der Bereiche, deren Untergrund aus Kalkstein besteht, eher flachgründig und unfruchtbar.

Zu den wichtigsten Flüssen des Staates gehören Potomac, Rappahannock, York, James, Roanoke (Staunton), Shenandoah, Tennessee River, Clinch und Holston.

Der Osten von Virginia wird von der Chesapeakebai beherrscht, die 3 915 Quadratkilometer des Staatsgebiets einnimmt. Es gibt nur wenige natürliche Süßwasserseen; der größte, Lake Drummond, befindet sich im Zentrum des Great Dismal Swamp im Südosten der Atlantischen Küstenebene. Daneben existieren aber eine Reihe von Stauseen; dazu gehören das John-H.-Kerr-Reservoir und der Smith Mountain Lake, die beide durch Aufstauung des Roanoke River entstanden sind.

2.2

Klima

In Virginia herrscht ein subtropisch-feuchtes, im Nordwesten ein feucht-gemäßigtes Klima. Zwar ist das Klima regionalen Schwankungen unterworfen, doch lässt sich im Allgemeinen eine Abnahme der Temperaturen von Südosten nach Nordwesten hin feststellen. Insbesondere zwei Gebiete unterscheiden sich grundlegend: Im Vergleich zu den übrigen Gebieten Virginias weist der Südosten an der Atlantischen Küstenebene aufgrund des mäßigenden Einflusses des Atlantiks weniger heiße und kalte Tage, weniger Schneefall und eine längere Anbausaison auf; die Region der Cumberland Mountains zeichnet sich dagegen aufgrund der größeren Höhenlage durch weniger heiße, dafür um so mehr kalte Tage und erhöhten Schneefall aus. In Norfolk im Südosten der Atlantischen Küstenebene liegen die durchschnittlichen Januartemperaturen bei etwa 4,7 °C und die durchschnittlichen Julitemperaturen bei etwa 25,8 °C. Am Pennington Gap im gebirgigen äußersten Südwesten liegen die durchschnittlichen Januartemperaturen entsprechend bei 2,2 °C und die durchschnittlichen Julitemperaturen bei etwa 23,1 °C. Die tiefste, jemals in Virginia gemessene Temperatur lag bei -34,4 °C, ermittelt 1985 an der Mountain-Lake-Biological-Station im Südwesten; die absolute Höchsttemperatur lag bei 43,3 °C, ermittelt sowohl 1900 in Columbia als auch 1954 in Balcony Falls. Verheerende Wirbelstürme oder Hurrikans treten eher selten auf.

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