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Virginia

Enzyklopädieartikel
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WilliamsburgWilliamsburg
Artikelgliederung
7.3

Bürgerkrieg und Reconstruction

Trotz des offensichtlichen Niedergangs behielt Virginia viel von seinem alten Prestige, so dass die Nationalisten der Südstaaten alles daran setzten, Virginia für die Konföderation zu gewinnen. Nachdem ihnen dies gelungen war, verlegten sie die Hauptstadt der Konföderation von Montgomery (Alabama) nach Richmond, das Williamsburg als Hauptstadt Virginias abgelöst hatte. Diese Ehre hatte einen hohen Preis, denn Virginia wurde zu einem der wichtigsten Kriegsschauplätze. Als der Amerikanische Bürgerkrieg mit der Kapitulation General Lees bei Appomattox am 9. April 1865 endete, waren der größte Teil des Staates verwüstet und etwa 15 000 aus Virginia stammende Soldaten getötet worden. Nach einer kurzen Periode der Militärherrschaft kehrte man zur konservativen Politik der Vorkriegszeit zurück. In den achtziger und neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts bestand die Gefahr, dass sich Führer der Schwarzen und unzufriedener Weißer zusammenschlössen. Dem wurde 1902 durch die Billigung einer neuen Verfassung begegnet, die den Entzug des Wahlrechtes für Schwarze vorsah und die politische Mitwirkung der weißen Bevölkerung stark einschränkte.

7.4

20. Jahrhundert

Nach 1900 erholte sich Virginia allmählich von der Armut aus der Zeit nach dem Bürgerkrieg. In den Städten Richmond, Norfolk und Roanoke sowie im Großraum Washington D.C. in Nordvirginia entwickelte sich eine vielfältige Industrie und eine vielschichtige Gesellschaft. In dem durch den Bürgerkrieg verwüsteten Gebiet entwickelte sich ein großer urban-industrieller Komplex, der sich von Norfolk aus nach Norden bis zu den Neuenglandstaaten hinzog. Daher traf es viele Bewohner Virginias wie ein Schlag, als sich der ehrbare, aber konservative Parteiapparat unter der Führung des US-Senators Harry Flood Byrd vehement gegen eine Entscheidung des Supreme Court aus dem Jahre 1954 wandte, durch die die Rassentrennung in Schulen für ungesetzlich erklärt wurde. Die staatlichen Behörden schlossen 1958 in vier Städten lieber die Schulen, als schwarze Schüler aufzunehmen. Im Jahre 1959 gaben sie jedoch nach, als die Folgen des Widerstands absehbar wurden. Die Rassenintegration an öffentlichen Schulen und anderen Einrichtungen des öffentlichen Lebens setzte sich in den sechziger Jahren immer mehr durch. Zusammen mit dem Wachstum der Städte und der Industrie sowie der Entwicklung einer lebendigeren und vielfältigeren politischen Auseinandersetzung wurde damit die Grundlage dafür geschaffen, dass sich Virginia in ein Amerika integrierte, welches seine politischen Führer im 18. Jahrhundert mit geschaffen hatten.

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