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Windows Live® Suchergebnisse Corn LawsEnzyklopädieartikel
Corn Laws, auch Kornzölle, Bezeichnung für verschiedene Getreideschutzzölle in England bzw. Großbritannien vom 15. bis ins 19. Jahrhundert. Die Corn Laws zielten in erster Linie darauf ab, den Bedarf an Getreide durch die Produktion im Inland zu decken und die Getreidepreise auf einem Gewinn bringenden Niveau zu halten. Durch die Gesetze wurde Ein- und Ausfuhr von Getreide mit Zöllen belegt. Die Corn Laws von 1436 und 1463 statteten die englischen Getreidebauern praktisch mit einem Monopol auf dem Binnenmarkt aus. Die Preise wurden künstlich hoch gehalten; Weizen durfte nur dann exportiert werden, wenn der Inlandspreis unter einen festgelegten Grenzwert fiel, oder importiert, wenn er diesen Wert überstieg. Die hohen Weizenpreise und folglich auch hohen Brotpreise waren eine starke Belastung für einen großen Teil der Bevölkerung. Durch diese Preispolitik trugen die Corn Laws dazu bei, dass die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Schichten verhärtet wurden, und sie waren eine Quelle ständiger Unzufriedenheit. Die Corn Laws wurden im Laufe der Jahrhunderte immer wieder abgeändert, je nachdem, ob das Getreideangebot im In- und Ausland zu- oder abnahm, ob die Preise stiegen oder sanken und ob es den verschiedenen Interessengruppen gelang, die bestehenden Gesetze abzuändern. Die Lage der englischen Bauern und Arbeiter verbesserten sie nicht grundsätzlich. Während der Wirtschaftskrise nach den Napoleonischen Kriegen erließ das Parlament 1815 ein neues Corn Law. Darin wurde der Getreideimport praktisch vollständig untersagt, solange der Inlandspreis für Weizen unter dem hohen Wert von 80 Shilling pro Quarter (acht Scheffel) lag. Der unvermeidliche Anstieg des Brotpreises führte zu massiven Protesten. Die Regierung antwortete mit repressiven Gesetzen, die die Habeas-Corpus-Akte außer Kraft setzten, die Versammlungs- und Pressefreiheit einschränkten und andere Bürgerrechte beschnitten. Das Corn Law von 1828 ließ den Getreideimport wieder zu, legte aber gleichzeitig gestaffelte Einfuhrzölle fest, die den Getreidepreis hoch halten sollten. Mit der zunehmenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert wuchs die Abhängigkeit Großbritanniens von Getreidelieferungen aus dem Ausland, und die Handelsinteressen erforderten es, dass das Parlament die Bedingungen für einen freien Handel schuf und die Getreideschutzzölle aufhob. 1838 gründeten die Politiker und Ökonomen John Bright und Richard Cobden sowie fünf Händler aus Manchester eine Vereinigung gegen die Corn Laws. Sie war die erste einer Reihe ähnlich ausgerichteter Organisationen, die sich 1839 zur Anti-Corn Law League zusammenschlossen. Die Liga brachte Arbeiter und Bauern dazu, sich gegen diejenigen Landbesitzer zu vereinigen, die auf einer Beibehaltung der Corn Laws bestanden. Durch Kartoffelmissernten in Irland fiel 1845 eine wichtige Grundnahrungsmittelquelle aus; eine Aufhebung der Corn Laws wurde immer dringlicher. 1846 überzeugte Premierminister Robert Peel das Parlament teilweise von seiner Freihandels-Politik, und noch 1846 setzte das Parlament die Corn Laws außer Kraft, setzte jedoch eine niedrige vorübergehende Steuer auf Weizen fest. 1849 wurden die Einfuhrzölle weiter verringert und 1869 endgültig abgeschafft.
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