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Republik Singapur

Enzyklopädieartikel
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Singapur (Flagge und Hymne)Singapur (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
6

Wirtschaft

Singapur gehört zu den asiatischen Tigerstaaten und ist Gründungsmitglied der ASEAN (seit 1967). Aufgrund seiner Lage am Knotenpunkt wichtiger Schifffahrts- und Flugrouten entwickelte sich der Stadtstaat zu einem bedeutenden Wirtschaftszentrum in Südostasien. Die Wirtschaftsstruktur der Republik ist z. B. von einem ausgedehnten produzierenden Gewerbe, zumeist kapitalintensiver Leichtindustrie, sowie Finanzdienstleistungen geprägt. Von den Auswirkungen der so genannten Asienkrise konnte sich Singapur bereits nach wenigen Jahren wieder erholen. Hier erwies sich das Krisenkonzept des Stadtstaates als erfolgreich, mit dem sich u. a. die Währung stabil halten ließ und mit dem die Lohnnebenkosten, andere Produktionskosten sowie die Steuerlast für Unternehmen gesenkt werden konnten. Das Wirtschaftswachstum liegt bei 8 Prozent (2006). Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 132 158 Millionen US-Dollar (2006; Dienstleistungen 65,2 Prozent, Industrie 34,7 Prozent, Landwirtschaft 0,1 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Kopf von 29 474 US-Dollar. 30 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Industrie und 70 Prozent im Dienstleistungssektor beschäftigt.

6.1

Landwirtschaft und Fischerei

Die Landwirtschaft spielt für die Gesamtökonomie wegen der mageren Böden und der begrenzten Anbaufläche keine bedeutende Rolle; es werden diverse Gemüse- und Obstsorten angebaut. Moderne Techniken machen das Ackerland in Singapur zu einer der produktivsten Flächen der Welt. Spezialisiert hat man sich auf die Zucht von Orchideen und Aquariumsfischen für den Export. Die Fischindustrie konzentriert sich auf Jurong im Südwesten der Insel Singapur.

6.2

Industrie

Singapur verfügt über keine eigenen Bodenschätze und ist in dieser Hinsicht auf den Import von Rohstoffen und weiterzuverarbeitenden Gütern angewiesen. Da Singapur bei der Produktion von Festplatten, Laufwerken (für DVD, CD-ROM) und Wafern für die Chipherstellung zur Weltspitze zählt, haben die Computer- und Elektronikindustrie herausragende Bedeutung für den Stadtstaat. An zweiter Stelle folgen die chemische und petrochemische Industrie mit fünf Erdölraffinerien im Südteil des wichtigsten Gewerbegebietes Jurong. Neu sind Entwicklungs- und Produktionsstätten der Bio- und Mikrotechnologie. Darüber hinaus gibt es Maschinenbau, Stahlverarbeitung sowie Textil- und Bekleidungsindustrie.

Singapur ist einer der bedeutendsten Seehäfen und Umschlagplätze der Welt. Die ausgedehnten Hafenanlagen mit Containerterminals und Werften zählen zu den größten in Südostasien.

6.3

Währung und Bankwesen

Die Währungseinheit in Singapur ist der Singapur-Dollar (= 100 Cents). Die Währungsbehörde agiert auch als Zentralbank; nur die Ausgabe der Währung obliegt dem Board of Commissioners of Currency (Rat der Währungsbevollmächtigten). Singapur ist ein bedeutendes Finanz- und Börsenzentrum Asiens. Hier haben etwa 130 Geschäfts- und 80 Handelsbanken ihren Sitz, die größte von ihnen ist Development Bank of Singapore.

6.4

Außenhandel

Im Mittelpunkt des Außenhandels stehen der Containerverkehr und die Verschiffung von Gütern. Die wichtigsten Handelspartner sind Japan, Malaysia, die Vereinigten Staaten, Hongkong, Deutschland, Taiwan und China. Die Handelsbilanz Singapurs ist positiv, d. h. die Exporterlöse überwiegen die Kosten für die Einfuhr von Waren und Gütern. Die Devisenreserven sind, auf die Einwohnerzahl umgerechnet, die höchsten der Welt. Neben Rohstoffen wie Rohöl und Stahl werden z. B. elektronische Bauteile, Maschinenteile, chemische Erzeugnisse, Textilien, Nahrungsmittel und Verbrauchsgüter eingeführt. In den Export gehen z. B. Produkte der Computer- und Halbleiterindustrie, petrochemische Erzeugnisse, Gummi sowie Geräte und Zubehör für Mobilfunk und Telekommunikation.

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