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Windows Live® Suchergebnisse Globe TheatreEnzyklopädieartikel
Globe Theatre, öffentliches Londoner Theater aus der elisabethanischen Periode der englischen Literatur am Südufer der Themse, das seinen Ruf besonders den Uraufführungen zahlreicher Dramen William Shakespeares, eines seiner Mitbegründer, verdankt; darüber hinaus wurden die Werke von Ben Jonson, Francis Beaumont und John Fletcher, Christopher Marlowe und anderer englischer Dramatiker hier uraufgeführt. Vorläufer war The Theatre, das in den Jahren 1598 und 1599 nördlich der Stadtmauern errichtet worden war. Als der Mietvertrag für dieses älteste Theater Londons auslief, wurde es von Richard Burbage und seinem Bruder Cuthbert abgerissen und auf der anderen Seite der Themse außerhalb der Stadt in Southwark und zwischen Bordellen und Schenken wieder aufgebaut. Seinen Namen erhielt es von einem Globus, der sich auf dem Dach befand. Über dem Eingang prangte ein Zitat des römischen Dichters Petronius, „totus mundus agit histrionem” („die ganze Welt ist eine Bühne”), ein Leitsatz auch im Werk von Shakespeare. Die achteckige Theateranlage umschloss einen ungedeckten Hof, in den die Bühne hineinragte. Um diesen herum zogen sich drei übereinander liegende Galerien. 1599 wurde der Theaterbetrieb aufgenommen, doch bereits 1613 zerstörte ein Brand das gesamte Gebäude. Im Jahr darauf wurde es wieder aufgebaut, um 30 Jahre später von den Puritanern erneut abgerissen zu werden. 1996 wurde ein noch nicht gänzlich fertig gestellter Nachbau des ehemaligen Globe Theatre, der auf Initiative des amerikanischen Regisseurs Sam Wanamaker in unmittelbarer Nähe des alten Standortes errichtet worden war, mit Shakespeares Die beiden Veroneser eröffnet. Das Projekt des Neuaufbaus, das 29 Millionen Pfund Sterling verschlang, hatte sich zu diesem Zeitpunkt rund 26 Jahre hingezogen. Einschließlich des strohgedeckten Dachs, der Eichenbalustrade bzw. -bühne, den 1 000 hölzernen Sitzen und dem mit Muscheln überzogenen Orchestergraben ist der Bau originalgetreu; beim Aufbau bedienten sich die Handwerker des Kenntnisstands im 17. Jahrhundert, Maler benutzten – u. a. für das Deckengemälde – die damals gebräuchlichen Farben. Auch atmosphärisch soll das Theatererlebnis eines damaligen Zuschauers nachvollziehbar sein: So wird das Publikum auf den 1 500 Stehplätzen aufgefordert, die Schauspieler – entsprechend den Gepflogenheiten aus früheren Jahren – durch Zurufe aus der Fassung zu bringen. Die offizielle Eröffnung des endgültig fertig gestellten Globe Theatre und Beginn der ersten Theatersaison war im Juli 1997 mit der Aufführung von Shakespeares Heinrich V. 1999, 400 Jahre nach der Ersteröffnung, wurde der Komplex durch eine Bildungsstätte sowie ein weiteres Theater ergänzt, das auf Entwürfe des elisabethanischen Architekten Inigo Jones zurückgeht.
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