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Indische Kunst und Architektur

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Kunstdenkmäler auf dem Indischen SubkontinentKunstdenkmäler auf dem Indischen Subkontinent
Artikelgliederung
1

Einleitung

Indische Kunst und Architektur, Kunst und Architektur des Indischen Subkontinents, der neben Indien auch die Länder Pakistan und Bangladesch, Sri Lanka, Nepal und die Randgebiete einiger Nachbarländer umfasst. Die indischen Kunstformen unterscheiden sich je nach Zeitstellung, religiöser Bindung und Region beträchtlich, dennoch weisen sie in allen ihren Varianten Gemeinsamkeiten auf, die es erlauben, generell von einer indischen Kunst und Architektur zu sprechen.

2

Epochen der indischen Kunst

Die Geschichte der indischen Kunst erstreckt sich über nahezu 5 000 Jahre. Die ältesten Zeugnisse indischer Kunst stammen aus einer Zivilisation, von der wir heute nicht sehr viel wissen: der Harappakultur, die ihre Blüte um 2500 v. Chr. gehabt haben könnte. Als dann um 1500 v. Chr. indoeuropäische Stämme in Nordindien eindrangen, brachten diese ihre eigenen Kunstformen mit, nahmen aber auch Stilelemente der alten Kultur auf.

Eine frühe Blüte erlebte die indische Kunst mit der Entstehung des Maurya-Reiches, des ersten Großreiches Indiens, im 3. Jahrhundert v. Chr. Die Herrscher dieses Reiches förderten vor allem die buddhistische Kunst.

Die klassische Periode der hinduistischen Kunst begann erst in der Gupta-Zeit vom 4. bis zum 6. Jahrhundert n. Chr. Auch die buddhistische Kunst entwickelte sich in dieser Zeit weiter. Nach Zerfall des Gupta-Reiches setzte sich die Entwicklung beider Kunstrichtungen in kleineren Regionalreichen fort.

Die nächste wichtige Zäsur für die Entwicklung der indischen Kunst war das Verschwinden des Buddhismus in Indien gegen Ende des 1. Jahrtausends und das Eindringen islamischer Eroberer Anfang des 2. Jahrtausends n. Chr. Es folgte die Zeit der Sultanate und der Herrschaft der Moguln, in der solch bedeutende Werke wie der Taj Mahal entstanden.

Die Ära der Moguln endete im 18. Jahrhundert und wurde von der Zeit der britischen Fremdherrschaft abgelöst. Durch die Briten gelangten in einem bisher nicht gekannten Maße europäische Einflüsse nach Indien. In großen Städten wie Kalkutta wurden ganze Straßenzüge im viktorianischen Stil erbaut. Heute versuchen indische Künstler europäische und auch amerikanische Einflüsse aufzunehmen und in einen eigenen indischen Kunststil einfließen zu lassen.

3

Religiöser Hintergrund

3.1

Hinduismus, Buddhismus

Die Kunst Indiens wird nur begreiflich und bewertbar im Kontext der weltanschaulichen, ästhetischen und rituellen Gepflogenheiten der buddhistisch-hinduistischen Kultur. Der größte Teil dessen, was uns aus den vielen Jahrhunderten Kunstgeschichte überliefert wird, ist religiöse Kunst. Die Auftraggeber dieser Kunstwerke, Könige, Händler oder Mönchsorden, ließen diese Kunstwerke mit zumeist eindeutigen religiösen Maßgaben anfertigen.

In diesem Zusammenhang ist es erstaunlich, wie viele weltlich-alltägliche Motive in die Kunst eingeflossen sind. Das Spektrum der Themen reicht von lustigen, dramatischen oder erotischen Alltagsgeschichten über die Heldentaten der Götter bis hin zu Asketentum und Weltentsagung. Offenbar besaßen die Künstler eine große Unabhängigkeit gegenüber ihren Auftraggebern.

In vielen buddhistischen und hinduistischen Werken findet sich dennoch oft ein sittlich-belehrender Unterton. Immer ist es der rechte Weg zur Erlösung, auf den die Menschen mit guten und schlechten Beispielen hingewiesen werden sollen. Diese Werke wurden deshalb auch bei der Prinzenerziehung herangezogen.

3.2

Islam

Eine deutliche Veränderung religiöser Inhalte der Kunst trat in der Zeit ein, als der Islam die vorherrschende religiöse Kraft in Indien wurde. Der Islam verbietet die Darstellung des menschlichen Körpers im religiösen Zusammenhang, und so gelangten geometrische Muster zur vollen Blüte, die nun von den Moguln als wichtigstes gestalterisches Element in Architektur, Malerei und dekorativer Kunst gefördert wurden (siehe islamische Kunst und Architektur).

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