Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Indische Kunst und Architektur", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Indische Kunst und Architektur

Windows Live® Suchergebnisse

  • Indische Kunst

    INDOLOGIE : Gail, Adalbert J. / Mevissen, Gerd J.R. (Hrsg.): Indische Kunstgeschichte. Eine Bibliographie kunstgeschichtlicher, ikonographischer, archäologischer, epigraphischer ...

  • Museum für Indische Kunst

    Frau mit Kind, 3. Jh. n. Chr., Mathura, Spät-Kushana, rötlicher, gefleckter Sandstein. Frau mit Kind, 3. Jh. n. Chr., Mathura, Spät-Kushana ...

  • Museum für Indische Kunst Berlin - Veranstaltungen meinestadt.de

    Museum für Indische Kunst in Berlin - Veranstaltungen und Termine: Der Veranstaltungskalender von Museum für Indische Kunst in Berlin - auch für mobiles Internet (PDA) in Berlin

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse
Seite 6 von 6

Indische Kunst und Architektur

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Kunstdenkmäler auf dem Indischen SubkontinentKunstdenkmäler auf dem Indischen Subkontinent
Artikelgliederung
7.4

Rajput-Stil

Die Malerei der Rajputen blühte vom späten 16. bis ins 19. Jahrhundert in Rajputana in Bundelkhand (heute Teil von Madhya Pradesh) und im Punjab im Himalaya. Sie bestand aus Manuskriptillustrationen mit flachen, dekorativen Mustern und leuchtenden Farben, die an die Malerei der Perser und Moguln derselben Epoche erinnern. Die Rajput-Malerei beschäftigte sich mit den traditionellen Hindu-Epen, insbesondere mit dem Leben Krishnas, und ist Teil einer verfeinerten lyrischen Volkskunst.

7.5

Mogul-Stil

Die Malerei der Mogul-Zeit, die aus der hoch entwickelten persischen Tradition hervorgegangen war, bewegte sich im höfischen Umfeld und wurde von den Herrschern gefördert. Sie zeugt mit ihren Porträts und geschichtlichen Darstellungen ausschließlich vom Interesse an weltlichen Dingen. Diese Richtung der Malerei präsentiert sich auf Manuskripten oder einzelnen Albumblättern als dramatische Kunstform von großem Detailrealismus, der man den Einfluss des Westens ansieht. Die Maler signierten ihre Arbeiten, so dass wenigstens an die 100 Künstlernamen überliefert sind.

7.6

Britische Kolonialzeit

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die traditionelle indische Malerei im Niedergang begriffen; man ahmte praktisch nur noch westlich geprägte Arbeiten nach. Die britische Herrschaft in Indien hatte dafür gesorgt, dass der europäische Einfluss immer stärker geworden war. Nach der Jahrhundertwende wuchs das Interesse an den althergebrachten Stilrichtungen wieder. Auslösendes Moment waren u. a. die archäologischen Studien gewesen, die seit etwa 1850 in Indien betrieben wurden.

Es entstanden neue Kunstzentren, etwa in Bombay und Bengalen, wo viele Künstler Verbindung zur Calcutta School of Art und zur Vishva-Bharati-Universität aufnahmen, die 1921 von dem indischen Dichter und Maler Rabindranath Tagore gegründet worden war, um in Rückbesinnung auf die alten indischen Traditionen eine neue Kunst zu begründen. Man experimentierte mit verschiedenen Stilrichtungen, die vom Ajanta-, Rajput- und Mogul-Stil bis hin zum Impressionismus, Spätimpressionismus und Surrealismus europäischer Prägung reichten. Künstler wie Nandalal Bose (1883-1966) ließen sich in erster Linie von der Ajanta-Kunst inspirieren, während andere wie Jamini Roy (1887-1972) ihre Anregungen aus der bengalischen Volkskunst erhielten. Seither schwanken die Arbeiten indischer Künstler zwischen der Aufnahme westlicher Stile und Techniken und der Rückwendung zur eigenen Tradition.

Nachdem die indischen Maler die Erfahrung gemacht haben, dass sie mit bloßer Fortsetzung westlicher Trends die eigene Identität verlieren, haben sich viele Zentren für indische Kunst die Weiterentwicklung einer eigenen Kunst zwischen Tradition und Moderne auf die Fahnen geschrieben. Hierzu sind eine Reihe von Institutionen geschaffen worden. Dazu gehören etwa die gleichfalls von Rabindranath Tagore gegründete Wissenschaftler- und Künstlersiedlung Shantiniketan westlich von Kalkutta, in Kalkutta die Birla Academy of Art und Culture, die größte eigenständige Künstlerkolonie Indiens Cholamandal nahe Madras, die Lalit Kala Academy in New Delhi und die J.J. School of Art in Bombay (J.J. steht für Jamshedji Jeejeebhoy). Als namhafte indische Maler des 20. Jahrhunderts gelten u. a. Rabindranath Tagore selbst, der im Alter von 67 Jahren angefangen hatte zu malen, aus der Tagore-Familie Ganganendranath Tagore (1861-1938) und Abanindranath Tagore (1871-1951), Amrita Sher Gil (1913-1942), Francis Souza (*1924), Sayed Haider Raza (*1922), Gulam Rasul Santosh (*1929) oder K.C.S. Paniker (1911-1977).

8

Schmuck, Keramik und Textilien

Innerhalb des indischen Kunsthandwerks gehört sicherlich die Schmuckherstellung aus Silber und Gold zu den interessantesten und schönsten Zweigen. Techniken der Filigranarbeit und Granulation, die in Europa nach dem Zerfall des Römischen Reiches verschwanden und erst im 15. Jahrhundert von den Mauren wiederbelebt wurden, hatten in Indien seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle gespielt. In der Metallverarbeitung bestechen vor allem die Kunst der Waffenherstellung und Ausrüstungsgegenstände der großen Herrscher.

Indische Keramik ist dadurch charakterisiert, dass Farbe und Verzierung der Form untergeordnet werden. Beim Dekor werden stets Formen aus der Natur verwendet und zu sich wiederholenden Mustern angeordnet. Keramik ohne Glasur ist in ganz Indien verbreitet. In einzelnen Landesteilen wird außerdem dekorative Keramik für kommerzielle Zwecke in vielfältigen Formen bemalt, vergoldet und glasiert. Exquisite Farbtöne und -kombinationen zeichnen die glasierten Kacheln aus, die sich im Zuge der Ausbreitung der islamischen Kunst, in der sie bereits auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblicken konnten, seit der Mogul-Herrschaft im 11. Jahrhundert immer größerer Beliebtheit erfreuten.

Hinsichtlich der Textilverarbeitung ist besonders Kaschmir berühmt wegen seiner bunten Wollstoffe aus einem feinfädigen Kammgarn, das aus der Wolle der Kaschmirziege hergestellt wird, während man in Surat im Bundesstaat Gujarat besonders schöne Seidendrucke kaufen kann. Üppiger Brokat ist das Markenzeichen von Ahmedabad, Varanasi und Murshidabad in Westbengalen. Berühmt ist Indien außerdem seit langem für seine Seiden- und Baumwollstoffe, die in verschiedenen Techniken bedruckt, bestickt, mit applizierten Motiven versehen oder in bunten Webmustern erhältlich sind.

Zurück
| | | | |
Nächste
In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft