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Ägyptische Kunst und Architektur

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Artikelgliederung
2.3

Kunsthandwerk

In der Keramik wurde die in der Frühzeit übliche reiche Verzierung durch unverzierte Ware abgelöst, die oft glasierte Oberflächen hatte und vor allem als Gebrauchskeramik produziert wurde. Die gegen Ende des Alten Reiches vom Stempelsiegel verdrängten Rollsiegel bestanden aus kostbaren Materialien, die Titel und Name des Königs oder des Staatsbeamten festhielten. Schmuck aus Gold und Halbedelsteinen war mit Tierbildnissen und Pflanzenmustern versehen. (In der gesamten Geschichte Ägyptens basierte die dekorative Kunst auf diesen Motiven.) Möbelstücke des Alten Reichs sind nur wenige erhalten, doch verraten die zahlreichen Grabmalereien Einzelheiten über das Aussehen von Stühlen, Betten, Schemeln und Tischen.

3

Mittleres Reich

Ende der 6. Dynastie hatte die Zentralherrschaft eine Schwächung erfahren. Die örtlichen Herrscher wählten als Grabstätte ihre eigenen Provinzen, anstatt in der Nähe der Grabstätte ihres Königs beigesetzt zu werden. In der ersten Zwischenphase vor dem Mittleren Reich (2160-2040 v. Chr.) sank die ägyptische Kunst zu regionaler Bedeutung herab. Staatsbeamte erhielten einfache Grabstelen, Skulpturen wurden aus Holz gefertigt. Mit den starken Herrschern aus dem südlichen Theben, die das Land wiedervereinigten, gewann die künstlerische Tätigkeit ihre ehemalige Vitalität zurück. Ägypten wurde zur Großmacht im östlichen Mittelmeerraum. Zur königlichen Residenz avancierte Memphis; Theben blieb das religiöse Zentrum des Landes. Rege Handelsbeziehungen mit Vorderasien begannen sich auf Kunst und Architektur auszuwirken. Unter der Herrschaft von Mentuhotep II. (2061-2010 v. Chr.) entstand eine neue höfische Kunst.

3.1

Architektur

Das Grabmal des Königs Mentuhotep im Tal von Deir el-Bahari am Westufer des Nil bei Theben vereinigt die Architektur des Pyramiden- mit der des Felsengrabes. Der Tempel war über eine erhöhte Rampe mit einer im felsigen Bergland gelegenen Tempelplattform verbunden. Die Wände zierten Reliefs des Königs, die ihn in Gesellschaft der Gottheiten darstellten. Stärker traten jetzt auch Göttertempel auf, so der Amuntempel von Karnak mit Widder-Sphinx-Allee. Die Pyramiden wurden aus Lehmziegeln über einem Steinkern errichtet. In Karnak entdeckte man einen kleinen Tempel aus der Herrschaftszeit Sesostris’ I. 1962 bis 1928 v. Chr. Als typisches Beispiel für die Architektur des Mittleren Reichs wurde das kleine kubische Gebäude in einer streng proportionierten Säulen-und-Schwellenbauweise errichtet. Die Pfeiler sind mit Reliefs geschmückt, die den König und Götter darstellen.

3.2

Bildhauerkunst

Im Mittleren Reich gelangte die Bildhauerkunst zu neuer Blüte. Die Königsbildnisse der späten 12. Dynastie demonstrieren eine menschlichere Auffassung vom Königtum als im Alten Reich. Die Plastik zeigt sich mit geschlossenen, blockhaften Formen wie Mantelstatuen und so genannten Würfelhockern, hockenden Männern mit kubischem Körper und herausmodelliertem Kopf. Das Relief entwickelte sich auf Stelen, die auf Prozessionsstraßen aufgestellt wurden, etwa auf der Prozessionsstraße der Osiris in Abydos. Herrscherporträts wie das von Amenemhet III., dessen Machtbereich sich von Syrien bis in den Sudan erstreckte, oder das von Sesostris III., unterscheiden sich deutlich durch ihre lebensnahe Gestaltung von denen des Alten Reichs. Die Bildnisse in der Zeit der 12. Dynastie idealisieren die Könige nicht länger zu göttlichen Wesen; vielmehr wird die Bedeutung des hohen Amtes in den Gesichtern klar zum Ausdruck gebracht. Die Knochenstruktur ist unter einer straffen Oberfläche angedeutet und stellt eine bis dahin in der ägyptischen Kunst unbekannte realistische Manier dar.

3.3

Kunsthandwerk

Im Mittleren Reich wurden hochwertige Metallarbeiten aus Gold und Silber hergestellt. Bedeutend sind die Funde von reich gestalteten Pektoralen (Brustschmuck), wie das des Königs Amenemhet II. Er ist aus Goldblech gefertigt, auf das Stege aus Draht eingelötet wurden, mit passgenau eingeschnittenen Juwelen und Glas. Bevorzugte Grabbeigabe wurde der Skarabäus in Metall oder geschnittenem Stein. Glasierte Terrakotta gewann für die Herstellung von Amuletten und kleinen Figurinen an Bedeutung, etwa bei blau glasierten und mit Wasserpflanzen bemalten Nilpferden und Skarabäen.

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