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Ägyptische Kunst und Architektur

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Die Spätphase

In einer Dritten Zwischenzeit (1080-714 v. Chr.) erfolgte die Teilung des Reiches in ein Nord- und ein Südreich. 946 v. Chr. bestiegen libysche Fürsten den Pharaonenthron und besannen sich verstärkt auf alte ägyptische Traditionen. Die Spätzeit begann 713 v. Chr. mit der Einigung des Reiches durch kuschitische Fürsten aus Nubien. 525 v. Chr. wurde Ägypten vom Königreich Assyrien erobert und 332 v. Chr. von Alexander dem Großen der die Stadt Alexandria gründete, seinem Reich einverleibt. Alexander der Große trat in die monarchische Stellung der Pharaonen ein. Während der Ptolemäer-Dynastie bestanden wechselseitige Kontakte zwischen griechischer und ägyptischer Kultur. Durch die Verbindung Königin Kleopatras mit Caesar geriet Ägypten 30 v. Chr. unter römische Herrschaft.

Die aus Nubien stammenden Pharaonen erneuerten Tempelanlagen und errichteten neue Bauwerke zu Ehren der Götter. Ihren Namen fügten sie die Namen bedeutender Könige der ägyptischen Geschichte bei, und in ihrem Kunststil ahmten sie Szenen und Motive früherer Bauwerke nach. Während der assyrischen Herrschaft erfuhren vor allem die Bildhauerkunst und der Bronzeguss eine neue Blüte. In der Baukunst wurden verstärkt antike griechische Stile imitiert. Im 6. Jahrhundert v. Chr. entstanden in Ägypten archaische Jünglingsstatuen (kouroi), meistens unter ostgriechischem Einfluss. Anstelle von Marmor wurde Kalkstein verwendet oder Alabaster (Calcit), der mit intensiven Farben bemalt wurde. Da sich Ägypten seit der Herrschaft Alexanders des Großen nie wieder von fremdländischer Herrschaft befreien konnte, war die Kunst fortan von nichtägyptischen Stileinflüssen geprägt. Die Grabstelen des 4. und 3. Jahrhunderts v. Chr. zeigen starken griechischen Einfluss (siehe griechische Kunst und Architektur).

Der nach altägyptischer Tradition verehrte Alexander wurde schon bald in der Art von Götterbildern dargestellt. Es entstanden vor allem rundplastische Marmorportäts, die an griechische Bildhauerkunst erinnern. Die Bemalung weist allerdings noch die Handschrift des Neuen Reiches auf. In Alexandria entstand unter dem Einfluss ägyptischer Traditionen und griechischer Formen ein ägyptisch-griechischer Mischstil, der in Unterägypten über Jahrhunderte verbreitet war. Die oberägyptische Kunst bediente sich bis ins 1. Jahrhundert n. Chr. der traditionellen Formensprache des Neuen Reiches. Erst im 2. Jahrhundert n. Chr., zur Zeit Kaiser Hadrians, setzten sich auch in Mittelägypten die Einflüsse der römischen Kunst durch. Die traditionelle ägyptische Kunst wurde in Oberägypten bis in das 4. Jahrhundert gepflegt und verband sich danach mit byzantinischen und koptischen Stilelementen.

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