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Genremalerei

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David Teniers: Erzherzog Leopold Wilhelm in seiner Galerie (1651, Musées Royaux des Beaux-Arts, Brüssel)David Teniers: Erzherzog Leopold Wilhelm in seiner Galerie (1651, Musées Royaux des Beaux-Arts, Brüssel)
Artikelgliederung
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Einleitung

Genremalerei, Gattung der Malerei, die Szenen und Handlungen aus dem alltäglichen Leben zum Inhalt hat. Die Genremalerei befasst sich mit dem Familienleben, mit Sport, Straßenszenen, Picknicks, Festen und Wirtshausszenen. Charakteristisch für diese Gattung der Malerei ist das Interesse an Menschen und ihrem für Ort, Zeit, Gesellschaftsschicht, Geschlecht und Alter typischem Verhalten.

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Frühe Genremalerei

Die Ursprünge der Genremalerei liegen in der Antike. Viele ägyptische Grabmalereien zeigen Szenen aus dem Leben im antiken Ägypten. Bei Ausgrabungen in den antiken Städten Pompeji und Herculaneum wurden Genremalereien entdeckt, die heute Schlüsse auf damals übliche Lebensgewohnheiten erlauben. Im späten Mittelalter wurde die Genremalerei neu entdeckt und hauptsächlich in den christlichen Stundenbüchern und Kalendern verwendet (siehe Buchmalerei).

Viele Bilder mit religiösen und historischen Motiven, die in Italien in der frühen Renaissance, insbesondere von den Florentiner Malern des 15. Jahrhunderts wie Ghirlandaio und Benozzo Gozzoli und den Venezianern Giorgione und Mitgliedern der Malerfamilie Bassano geschaffen wurden, werden wegen ihrer zeitgebundenen Inhalte und wegen der Darstellung von Menschen, die für diese Zeit charakteristisch waren (und auch als Malermodelle fungierten), der Genremalerei zugeordnet.

Im 15. Jahrhundert stellte der flämische Maler Petrus Christus in einigen seiner religiösen Bilder Szenen aus dem alltäglichen Leben dar. In den folgenden zwei Jahrhunderten erreichte die Genremalerei in den Werken der flämischen Künstler Pieter Bruegel der Ältere, David Teniers und Adriaen Brouwer ihren Höhepunkt.

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Niederländische Genremalerei

Die berühmteste nationale Schule der Genrekunst war jene der Niederlande im 17. Jahrhundert. Vermutlich wurde niemals zuvor oder später das Alltagsleben einer Kultur malerisch so umfassend dargestellt wie das niederländische Leben dieser Periode. Nicht nur die großen Meister, sondern auch weniger herausragende Maler zeichneten sich darin aus. Zu den bedeutendsten Malern der niederländischen Genremalerei zählen die so genannten Kleinmeister, Gerard Terborch, Jan Steen, Gabriel Metsu, Pieter de Hooch, Gerrit Dou, Adriaen van Ostade u. a. Auch die drei großen Meister der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, Rembrandt, Frans Hals und Jan Vermeer schufen Genremalerei von besonderer Schönheit.

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Späte Genremalerei

In der französischen Genremalerei zeichnete sich in den Werken von Antoine Watteau, Nicolas Lancret, Jean-Baptiste Chardin und Jean-Honoré Fragonard eine neue Entwicklung mit höfisch-galanten Motiven ab. Einer der herausragenden Schilderer von menschlicher Torheit, Lastern und Eitelkeiten war der bekannte englische Zeichner und Satiriker William Hogarth.

Im 19. Jahrhundert war die Genremalerei in Europa und in den USA weit verbreitet. Zu den bedeutenden europäischen Künstlern dieser Gattung zählen die französischen Maler Jean Léon Gérôme und Jean Meissonier sowie die englischen Maler William Powell Frith und der Whistler-Schüler Walter Sickert. Die deutsche Genremalerei erlangte im 19. Jahrhundert große Beliebtheit beim bürgerlichen Publikum. Ein bedeutender Vertreter der Düsseldorfer Schule war Andreas Achenbach, die Münchner Schule trat besonders durch Friedrich Foltz und Franz von Defregger hervor. Ferdinand Waldmüller war der herausragende österreichische Genremaler des frühen 19. Jahrhunderts. In den USA wurde der Maler William Sidney Mount als der „Jan Steen of Long Island” berühmt.

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