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Windows Live® Suchergebnisse KüstenlebewesenEnzyklopädieartikel
Küstenlebewesen, Organismen der Meeresküsten, deren Standort durch Salzwasser sowie die unterschiedlichen Wasserstände bei Ebbe und Flut gekennzeichnet ist. Organismen, die innerhalb dieses Gebiets leben, sind durch die fallenden und steigenden Wasserstände bei Ebbe und Flut sowie die Abtragung und Anlandung von Substrat harten Lebensbedingungen ausgesetzt. Etwa die Hälfte des Tages sind sie dem Salzwasser, in der übrigen Zeit den auf dem Festland herrschenden Temperaturschwankungen und der Austrocknung durch Wind und Sonne ausgesetzt. Bei den steinigen Küstenregionen, die den Gezeiten ausgesetzt sind, unterscheidet man unterschiedliche Zonen. Der oberste Felsbereich wird nur gelegentlich überspült und ist durch einen Überzug aus Cyanobakterien gekennzeichnet. Algen, die zum Schutz vor Austrocknung mit gallertartigen Scheiden überzogen sind, dienen Strandschnecken als Nahrung. Unterhalb dieser Zone leben festsitzende Rankenfüßer sowie an den Steinen haftende Weichtiere, die Napfschnecken. Bei Ebbe halten die Rankenfüßer zum Schutz vor Austrocknung ihre vier beweglichen Platten geschlossen. Bei Flut öffnen sie die Platten und filtrieren mit speziellen Filterborsten ihrer Rankenfüße Mikroorganismen aus dem Wasser. Sie dienen u. a. dickschaligen, Löcher bohrenden Wellhornschnecken als Nahrung. Danach folgt eine Zone, die überwiegend durch das Vorkommen von Braunalgen (Phaeophyceae) charakterisiert ist. Diese besitzen keine Wurzeln, sondern halten sich mit Hilfe von Haftorganen an den Felsen fest. Die am häufigsten vorkommende Braunalgenart ist der Blasentang mit verzweigten Thalli von bis zu 15 Zentimeter Breite. Die blattähnlichen Thalli haben herausragende, blasenähnliche Erhöhungen, die die Pflanzen bei Flut über Wasser halten. In dieser Zone – und insbesondere in den Bereichen, wo sich Sedimente ansammeln – leben auch Miesmuscheln. Sie halten sich mit Hilfe von fadenähnlichen Haftorganen, die von der Byssusdrüse im Fuß abgesondert werden, am Substrat fest. In der untersten Zone, die nur während der Ebbe im Frühjahr nicht wasserbedeckt ist, befinden sich Kelpwiesen aus großen Arten der Braunalgen wie dem Riementang oder Fingertang. Unterhalb ihrer blattähnlichen Thalli halten sich Seesterne, Seewalzen, Napfschnecken, Miesmuscheln und Krabben auf. Unter der Oberfläche der Sandküsten leben viele Organismen versteckt, die auf die nächste Flut warten. Da Sand beweglich ist und Verschiebungen unterliegt, können sich diese Lebewesen im Substrat nicht verankern. Die Oberflächentemperatur am Strand ändert sich zwar bei Ebbe und Flut, doch bleiben sowohl die Temperatur als auch der Salzgehalt unterhalb der Oberfläche nahezu konstant. Im überwiegend trockenen Bereich des Sandstrandes halten sich Strandflöhe auf, die in ihrer Lebensweise eher zu den landlebenden Tieren zählen. Wirkliche Meereslebewesen tauchen in der Zone zwischen den Gezeiten auf. Zwei häufig vorkommende und bei Flut aktive Bewohner dieses Bereichs sind der Wattwurm, der in Grabgängen lebt und sich als Substratfresser von organischem Material ernährt, und die Sägezahnmuscheln, die sich mit den Gezeiten zum Strand hoch und zurück ins Meer bewegen. Im Sand leben kleine Ruderfüßer (winzige Krustentiere) und Nematoden (Fadenwürmer), die sich von mikroskopisch kleinen Algen, Bakterien und Mikroorganismen ernähren. Am unteren Rand des Sandstrandes, der nur für kurze Zeit wasserfrei ist, leben Klaffmuscheln, Krabben, Seesterne und Sanddollars, deren kalkartige Skelette teilweise im Sand zu finden sind. Siehe auch Ökologie.
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