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KairoEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Die Ursprünge Kairos liegen in mehreren Siedlungen. Die altägyptische Siedlung am Ostufer des Nil wurde von den Griechen Memphis genannt und später von den Römern zur Festung ausgebaut. Nördlich davon wurde während der arabischen Eroberung im 7. Jahrhundert ein Lager gegründet, das sich allmählich zu einer Stadt entwickelte. Beide Siedlungen wuchsen an der Stelle der heutigen Altstadt von Kairo zusammen. Nachdem diese Stadt durch Brände teilweise zerstört worden war, errichteten die Abbasiden eine weitere Siedlung am Nil. Als die Fatimiden (969 Ägypten eroberten, richteten sie in der Stadt ihr Hauptquartier ein und nannten sie al-Qahira, „die Siegreiche”. Unter der Herrschaft der Mamelucken (1250-1517) wurde Kairo zum bedeutendsten Zentrum islamischer Kultur. 1517 wurde die Stadt von den Osmanen erobert, deren Regierungszeit bis ins späte 18. Jahrhundert andauerte. 1798 marschierten französische Truppen unter Napoleon I. während dessen ägyptischer Expedition in Kairo ein. 1801 kam die Stadt wieder unter osmanische Herrschaft. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hatten Ägyptens Auslandsverschuldung und die Schwäche des Osmanischen Reiches einen zunehmenden europäischen Einfluss in Kairo zur Folge. Ismail Pasha, der 1863 bis 1879 herrschte, ließ in der Stadt zahlreiche Gebäude errichten und nahm die Eröffnung des Suezkanals im Jahr 1869 zum Anlass, Kairo den europäischen Mächten als blühende Metropole zu präsentieren. Ein Großteil der Entwicklung wurde jedoch über Auslandsanleihen finanziert, wodurch besonders die Briten größeren Einfluss ausüben konnten. Sie bestimmten zunehmend die Politik bis zur Zeit nach dem 1. Weltkrieg. Zwischen den Weltkriegen wuchs die Bevölkerung Kairos rasch an und hatte bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges die Zweimillionengrenze erreicht. Das Bevölkerungswachstum hielt auch in der Folgezeit an. Der einsetzende Bauboom veränderte das Stadtbild durch hoch aufragende Wohn-, Gewerbe- und Regierungsgebäude. Als Sitz der Arabischen Liga und einer der Ausgangspunkte für den Friedensprozess im Nahen Osten nahm die internationale Bedeutung der Stadt zu. Die Weltbevölkerungskonferenz der Vereinten Nationen, die 1994 in Kairo abgehalten wurde, steigerte das Ansehen von Ägyptens Hauptstadt weiter. Thema dieser Konferenz waren Probleme, mit denen auch Kairo konfrontiert ist. Hierzu zählen Überbevölkerung, Armut und die zum Teil katastrophale hygienische und ökologische Situation. In der jüngsten Vergangenheit verübten islamische Fundamentalisten in Kairo wiederholt Anschläge auf ausländische Besucher. Ziel dieser extremistischen Gruppierungen ist es, Touristen von Reisen nach Ägypten abzuhalten, um die innenpolitische Stabilität des von Devisen abhängigen Landes zu brechen.
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