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    Dieser Artikel behandelt das chemische Element; für die Boxerin siehe Fikriye Selen.

  • Selen

    Das Element Selen im Periodensystem von Thomas Seilnacht ... Bild vergrößern Das graue, metallische Selen ist eine Modifikation des giftigen Halbmetalls

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Selen

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1

Einleitung

Selen (griechisch selēnē: Mond), Symbol Se, chemisches Element mit der Ordnungszahl 34, das zusammen mit den Elementen Sauerstoff, Schwefel, Tellur zu den Chalkogenen (Erzbildner) zählt. Selen steht in der sechsten Hauptgruppe des Periodensystems und wurde 1817 von dem schwedischen Chemiker Jöns Jakob Freiherr von Berzelius in einem Schwefelsäurerückstand entdeckt. Seinen Namen erhielt das Element wegen seiner chemischen Verwandtschaft mit Tellur (lateinisch tellus: Erde). Weil Selen sowohl metallische als auch nichtmetallische Eigenschaften besitzen kann, zählt man das Element auch zu den so genannten Halbmetallen.

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Eigenschaften und Vorkommen

Vom Selen sind einige natürlich vorkommende und zahlreiche künstliche Isotope bekannt. Chemisch gesehen, ähnelt Selen nicht nur dem Tellur, sondern auch dem Schwefel. Genau wie Schwefel kommt es in verschiedenen allotropen (stark voneinander abweichenden) Modifikationen vor: als ziegelrotes Pulver; als braunschwarze, amorphe Masse, die man glasartiges Selen nennt; in roten, monoklinen Kristallen mit einer relativen Dichte von 4,5; und in grauen, glänzenden Kristallen, die man graues Selen nennt. Das Halbmetall bildet verschiedene Sauerstoffsäuren wie beispielsweise die selenige Säure (H2SeO3) und Selensäure (H2SeO4) – die dementsprechenden Salze heißen Selenite und Selenate. Graues Selen schmilzt bei 220 °C, siedet bei circa 685 °C und besitzt eine relative Dichte von 4,81. Seine Atommasse beträgt 78,96 u.

Das Element kommt nur in wenigen Selenidmineralien vor, z. B. Clausthalit oder Bleiselenid; häufiger findet man Selen in vielen Sulfiderzen (z. B. Eisenkies, Kupferkies, Zinkblende). Beim Abrösten sulfidischer Erze reichert sich das Element in Form des Chalkogenids im Flugstaub an – Selendioxid ist im Gegensatz zu Schwefeldioxid fest. Die erste Lagerstätte der Welt, in der handelsübliches Erz abgebaut werden konnte, entdeckte man 1955 in Baggs (Wyoming, USA).

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Verwendung

Graues Selen leitet wie ein Metall die Elektrizität, wobei seine Leitfähigkeit direkt von der Lichtintensität abhängt: Sie ist bei Tageslicht höher als im Dunkeln. Es bieten sich deshalb viele Anwendungsmöglichkeiten in photoelektrischen Geräten (siehe Photozelle; Xerographie) und Selen-Gleichrichtern. Rotes Selen oder Natriumselenid benutzt man, um klarem Glas, Glasuren und Emaillen eine scharlachrote Farbe zu verleihen. In größerem Umfang kommt es auch als Glas zum Einsatz, weil es den grünlichen Farbton, der durch Eisen(II)-verbindungen hervorgerufen wird, aufzuheben vermag. Außerdem dient es zur Herstellung von Pigmenten (Cadmiumrot und -orange). Kleine Mengen an Selen mischt man Gummi bei, um dessen Abriebfestigkeit zu erhöhen. Natriumselenat wird in den USA als Insektizid eingesetzt. In der Bundesrepublik Deutschland ist die Anwendung von Selenverbindungen in Pflanzenschutzmitteln verboten. Selensulfid wird zur Behandlung von Kopfschuppen, Akne, Ekzem, seborrhoischer Dermatitis und anderen Hautkrankheiten eingesetzt.

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