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Bogomilen

Enzyklopädieartikel

Bogomilen, Mitglieder einer im 10. Jahrhundert auf der Balkanhalbinsel entstandenen Glaubensgemeinschaft.

Das Zentrum lag in Bulgarien, von wo aus sie sich auf andere slawische Völker ausbreitete. Einflüsse des ostkirchlichen Dualismus mischten sich in der Glaubenslehre der Bogomilen mit evangelikalen Reformbestrebungen in der orthodoxen Kirche Bulgariens. Begründer der Doktrin war ein Priester namens Bogomil. Die Bogomilen praktizierten – im Vergleich zur verweltlichten katholischen Kirche – eine strenge Askese und lehnten die Verwendung von Bildern ebenso ab wie die Sakramente. Sie akzeptierten das Neue Testament als verbindlich für die Lehre, vom Alten Testament indes nur die Psalmen und Propheten, die sie allegorisch auslegten.

Als die Muslime im 15. Jahrhundert Bosnien eroberten, trat die bis dahin mehrheitlich bogomilische Bevölkerung, die von der katholischen Kirche in blutigen Kriegen bekämpft wurde, zum Islam über. Die Bogomilen beeinflussten vor ihrem Verbot u. a. die im 12. und 13. Jahrhundert in Frankreich und Italien ansässigen Albigenser und Katharer.

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