Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse SpringbrunnenEnzyklopädieartikel
Springbrunnen, dekorativer Zierbrunnen mit eingebautem Wasserspiel. Das unter Druck stehende Wasser entspringt oft dem Mund von Menschen- oder Tierfiguren, seltener anderen Körperteilen (Manneken-Pis in Brüssel), oder kaskadiert über kunstvoll angeordnete mehrstufige Schalen. Moderne Springbrunnen enthalten häufig kinetische Elemente bzw. bewegliche Teile, die die Richtung des Wasserstrahls ändern und so für zusätzliche Effekte sorgen. Öffentliche Brunnen sind seit jeher ein wichtiges Gestaltungselement der städtischen Architektur. Historisch entstand der Springbrunnen aus den bereits in der Antike aufwendig gestalteten Brunnen zur Wasserversorgung der Bevölkerung, die meist mit einem Brunnenhaus oder einer tempelartigen Anlage (Nymphäum) umbaut waren. Die Römer übernahmen diese Tradition für die Endpunkte ihrer künstlichen Wasserleitungen und schufen auch bereits kleinere Zierbrunnen für Privathäuser. Im frühchristlichen Atrium, einem von Säulengängen umschlossenen Kirchhof, sowie in den Klöstern des Mittelalters waren mehrschalige Brunnen aufgestellt (z. B. im Kloster Maulbronn). In den wohlhabenden mittelalterlichen Städten wurden öffentliche Brunnen an Plätzen und in den Straßen eingerichtet, die oft prunkvoll mit Figuren und schmiedeeisernen Gittern verziert waren (Schöner Brunnen in Nürnberg). In der Renaissance kombinierten Bildhauer die städtischen Brunnen mit bronzenen Standbildern. Zur Zeit des Barock liebte man üppige Wasserspiele mit reichhaltigem Figurenschmuck und Kaskaden, die bevorzugt in Gartenanlagen errichtet wurden (siehe Landschaftsarchitektur). Prachtvolle Brunnenanlagen entstanden besonders auch in Italien (z. B. die Fontana di Trevi in Rom). Das 19. Jahrhundert praktizierte einen an der Vergangenheit orientierten Eklektizismus – mit starker Vorliebe für mytholgische Figuren und Szenen. In der Gegenwart haben sich auch namhafte moderne Künstler mit Springbrunnen und ähnlichen Wasserspielen beschäftigt, so etwa Jean Tinguely mit seinem aus allerlei beweglichen Schrottskulpturen komponierten Fasnachtsbrunnnen in Basel.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |