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Windows Live® Suchergebnisse KalenderEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Kalender, auf der Beobachtung periodischer Naturerscheinungen, im Wesentlichen der Bewegungen von Erde und Mond basierendes, in Tage, Wochen, Monate und Jahre gegliedertes System zur Einteilung der Zeit. Das Wort Kalender lässt sich auf das lateinische Wort Kalendae (deutsch: Kalenden) zurückführen, mit dem im antiken Rom der jeweils erste Tag eines Monats bzw. jener Tag bezeichnet wurde, an dem nach Neumond erstmals wieder die Mondsichel erkennbar war.
Ein Kalendertag dauert 24 Stunden; er entspricht fast genau dem mittleren Sonnentag, also derjenigen Zeit, welche die Sonne durchschnittlich für ihren scheinbaren Umlauf um die Erde braucht. Maximal ein- oder zweimal pro Jahr muss eine Schaltsekunde eingefügt werden, um auszugleichen, dass die Erdrotation unter dem Einfluss des Mondes zunehmend gebremst wird. Die Zusammenfassung von sieben Tagen zu einer Woche basiert vermutlich darauf, dass der Wechsel von einer Mondphase zur nächsten (z. B. von Halbmond bis Vollmond) etwa sieben Tage dauert. Einer anderen Hypothese zufolge hängt die siebentägige Woche damit zusammen, dass vor dem Sternenhimmel sieben mit bloßem Auge erkennbare Himmelskörper regelmäßig ihre Bahnen ziehen (Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn). Die Unterteilung eines Jahres in Kalendermonate basiert auf der Periodizität des Mondumlaufs; diese variiert allerdings je nach der zugrunde gelegten Definition zwischen 27 Tagen und knapp acht Stunden (die wiederkehrende Position des Mondes vor dem Sternenhimmel) und 29 Tagen und rund zwölf Stunden (der zeitliche Abstand von einem Neumond zum nächsten). Die heutigen Monatslängen von 28 bis 31 Tagen, die bereits in der römischen Antike festgelegt wurden, sind also nur vage an astronomische Zyklen angelehnt. Ein Kalenderjahr dauert heute normalerweise 365 Tage, die tatsächliche Dauer des Umlaufs der Erde um die Sonne beträgt allerdings 365 Tage und etwa sechs Stunden. Die Differenz zwischen Kalenderjahr und Umlaufzeit bedingt also alle vier Jahre einen zusätzlichen Tag, der in Schaltjahren (heute mit einem 29. Tag im Februar) ausgeglichen wird.
Die frühesten Kalender waren Mondkalender oder Lunarkalender (lateinisch luna: Mond). Sie gliederten das Jahr in Monate, deren Längen Mondzyklen entsprachen (die Wörter Monat und Mond haben dieselbe sprachgeschichtliche Wurzel). In einem Sonnenjahr oder Solarjahr (lateinisch sol: Sonne), das auf einem Umlauf der Erde um die Sonne basiert, lassen sich (je nach der Definition des Mondzyklus) zwölf oder 13 Mondzyklen unterbringen. Dabei bleiben jedoch zehn bis zwölf Tage übrig, so dass die Synchronisation eines Mondkalenders mit dem Sonnenjahr nicht möglich ist. Um dies auszugleichen, wurden Lunisolarkalender entwickelt, mit denen man Mondkalender durch Schalttage oder Schaltmonate, die z. B. an das Jahresende angehängt wurden, an das Sonnenjahr anzupassen versuchte. Unser heutiger gregorianischer Kalender ist ein Solarkalender, der auf das Sonnenjahr abgestimmt ist, ohne die Mondzyklen zu berücksichtigen; die Untergliederung des Jahres in Monate ist ein historisches Relikt aus der Zeit der Mondkalender.
Dem möglicherweise bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. in Ägypten gültigen Kalender lag ein Sonnenjahr mit 365 Tagen zugrunde, das in zwölf Monate mit 30 Tagen sowie fünf zusätzliche Tage untergliedert wurde. Da es keinen Schalttag gab, blieb das Kalenderjahr hinter dem natürlichen Jahr zurück und ließ sich nicht mit dem ersten Erscheinen des Sirius am Morgenhimmel synchronisieren, das den Beginn der landwirtschaftlich überaus bedeutenden Überschwemmungen durch den Nil ankündigte. Ptolemäus III. führte deshalb 238 v. Chr. einen Schalttag ein, der jedoch bereits mit seinem Tod wieder abgeschafft wurde. Das babylonische Jahr basierte zur Zeit Hammurapis (um 1700 v. Chr.) auf einem durch Schaltmonate ergänzten Lunisolarkalender mit 354 Tagen, der möglicherweise bereits um 2100 v. Chr. eingeführt wurde. In den mesoamerikanischen Hochkulturen waren erstmals aus dem Zeitraum von 600 bis 300 v. Chr. durch Stelen und Wandtafeln belegte Kalendersysteme in Gebrauch, die zum Teil miteinander kombiniert wurden. Einer dieser Kalender war ein Ritualkalender, der für Weissagungen herangezogen wurde. Er basierte auf Zyklen von 260 Tagen, die in 20 Wochen mit je 13 Tagen eingeteilt waren. Daneben gab es einen Sonnenkalender, dessen Jahr in 18 Monate mit je 20 Tagen und fünf zusätzliche (Unheil bringende) Tage eingeteilt war und 365 Tage umfasste. Der wahrscheinlich im 7. Jahrhundert eingeführte islamische Kalender basiert auf einem Mondjahr mit jeweils 354 oder (in Schaltjahren) 355 Tagen und zwölf 29- oder 30-tägigen Monaten. Da das islamische Jahr nicht mit dem Sonnenjahr synchronisiert ist, fällt z. B. der Fastenmonat Ramadan jeweils in verschiedene Jahreszeiten. Der in seiner heutigen Form seit dem 4. Jahrhundert gültige jüdische Kalender beruht auf einem Lunisolarjahr. In einem 19-jährigen Zyklus sind die Jahre 3, 6, 8, 11, 14, 17 und 19 Schaltjahre, in denen ein zusätzlicher Monat eingefügt wird, um die Differenz zwischen zwölfmonatigem Mondjahr mit 353, 354 oder 355 Tagen und dem Sonnenjahr mit rund 365 Tagen auszugleichen. Die Länge der Schaltjahre variiert zwischen 383, 384 und 385 Tagen. Der früheste römische Kalender war ein lunisolarer Kalender mit zehn Monaten, die jeweils 30 oder 31 Tage umfassten. Dieser Kalender hatte etwa 304 Tage; die im Jahresverlauf fehlenden Tage wurden im Winter hinzugefügt. Auf diesem Kalender basieren die meisten unserer heutigen Monatsnamen, und zwar: März (im römischen Kalender Martius), April (Aprilis), Mai (Maius), Juni (Junius), September (September), Oktober (October), November (November) und Dezember (December). Etwa 713 v. Chr. wurde in Rom der erste Kalender mit zwölf Monaten eingeführt, am Jahresende kamen die Monate Januarius und Februarius (unsere heutigen Monate Januar und Februar) hinzu. Dieser Kalender hatte 355 Tage; alle zwei Jahre wurde inmitten des Februar, des letzten Monats im Jahr, ein abwechselnd aus 22 oder 23 Tagen bestehender Schaltmonat eingefügt (auch in Schaltjahren ging der Februar damit unmittelbar in den März über). Trotz der Schaltmonate mussten im Jahresverlauf einzelne Kalendertage gestrichen werden, um das Kalenderjahr mit dem Sonnenjahr zu synchronisieren. Jahresanfang war zunächst der 1. März, weil die römischen Magistrate an diesem Tag ihre Amtsgeschäfte aufnahmen. Der Amtsbeginn und deshalb auch der Jahresbeginn wurden jedoch 153 v. Chr. auf den 1. Januar gelegt. Die auf den Zahlwörtern von sieben bis zehn (lateinisch septem, octo, novem, decem) basierenden Monatsnamen von September bis Dezember entsprachen damit nicht mehr ihrer ursprünglichen Bedeutung. Julius Caesar führte 46 v. Chr., unterstützt u. a. von dem aus Alexandria stammenden Astronomen Sosigenes, einen Solarkalender ein, den nach ihm benannten julianischen Kalender. Die Monate erhielten ihre noch heute übliche Zahl an Tagen; der 28-tägige Februar wurde alle vier Jahre um einen Schalttag verlängert, indem es den 24. Februar zweimal gab (er wurde zum „zweiten sechsten Tag vor den Kalenden des März”). Diejenigen Monate, die im ersten römischen Kalender der fünfte (lateinisch quintus) und sechste (sextus) waren und deshalb Quintilis und Sextilis hießen, wurden zu Ehren von Caesar und Gaius Octavius Augustus in Julius und Augustus (Juli und August) umbenannt.
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