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Heiliger Bernhard von Clairvaux

Enzyklopädieartikel

Heiliger Bernhard von Clairvaux (1090-1153), französischer Mönch.

Bernhard wurde 1090 auf Schloss Fontaine bei Dijon geboren. 1113 trat er in das südlich von Dijon gelegene Zisterzienserkloster von Cîteaux ein. Bereits 1115 wurde er zum Vorsteher der Abtei von Clairvaux im Norden Dijons ernannt, das sich unter seiner Führung zur bedeutendsten Zisterzienserabtei entwickelte. Angebliche Wundertaten und die Predigten Bernhards zogen zahlreiche Pilger an. Zwischen 1130 und 1145 entstanden unter der Schirmherrschaft von Clairvaux 90 Tochterklöster. Ihm wird auch die Gründung des Templerordens zugeschrieben, dessen kirchliche Anerkennung er 1128 erwirkte. Im Kampf um den päpstlichen Thron zwischen Papst Innozenz II. und dessen Gegner Anaklet II. trug Bernhard maßgeblich zum Sieg des ersteren bei. Auf päpstlichen Befehl rief er 1146 zum 2. Kreuzzug auf. Seine „Predigt von Vézelay” löste in ganz Frankreich Begeisterung für das Unternehmen aus; selbst König Ludwig VII. zeigte sich, neben Mitstreitern aus Frankreich, Flandern und Deutschland, zum Aufbruch entschlossen. Der Misserfolg des Unternehmens traf Bernhard schwer.

Kompromisslos bekämpfte er die u. a. von Pierre Abélard vertretene rationalistische Philosophie. Bernhard ist der Verfasser zahlreicher Predigten, Briefe und Hymnen. Letztere werden zum Teil noch heute sowohl im katholischen als auch im protestantischen Gottesdienst gesungen. Zu seinen Hauptwerken gehören De Diligendo Deo (1127, Die Liebe Gottes) und De Consideratione (1148, Erwägungen gegenüber Eugen III.).

1174 wurde er heiliggesprochen, 1830 erfolgte die Ernennung zum Kirchenlehrer. Bernhards Namensfest fällt auf den 20. August.

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