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Windows Live® Suchergebnisse TanreksEnzyklopädieartikel
Tanreks, auch Tenreks oder Madagaskar-Igel, Familie kleiner, sehr ursprünglicher, allesfressender Säugetiere mit 30 Arten, die zu den Insektenfressern gehören. Sie haben eine spitze, rüsselförmige Schnauze, mit der sie Insekten, deren Larven und Würmer aus der Erde graben. Kennzeichnend sind ferner das Vorhandensein einer Kloake (gemeinsame Öffnung für Geschlechts- und Ausscheidungsorgane) – zugleich Zeichen für die niedrige Entwicklungsstufe innerhalb der Säugetiere – sowie die große Zahl der Zitzen (bis zu zwölf Paare). Ihre Kopfrumpflänge reicht von nur vier bis zu knapp 40 Zentimetern. Tanreks kommen von Natur aus heute nur auf Madagaskar vor, wurden durch den Menschen aber auch auf einigen benachbarten Inseln wie den Komoren, Seychellen, Mauritius und Réunion eingeführt. Früher waren sie jedoch weiter verbreitet, was z. B. aus Kenia stammende Fossilfunde belegen. Es gibt zwei Untergruppen der Tanreks, von denen die Unterfamilie Borstenigel mit sechs Arten igelartiger Tanreks die bekannteste ist; sie leben in Wäldern und Steppengebieten. Die zweite Gruppe bilden die so genannten Reistanreks mit 24 Arten, die in Sümpfen, Reisfeldern und ähnlichen Lebensräumen Madagaskars vorkommen; sie erinnern im Aussehen an Spitzmäuse. Zu ihnen zählt auch der an das Leben im und am Wasser angepasste Wassertanrek. Er hat eine Kopfrumpflänge von 12 bis 17 Zentimetern und eine Gewicht von 50 bis 90 Gramm. Der Wassertanrek besiedelt Baumstümpfe am Ufer, er ernährt sich von Wirbellosen, Fischen und Amphibien, aber auch von Wurzeln und Wasserpflanzen. Tanreks sehen im Allgemeinen sehr schlecht und sind auf das Hören sowie auf das Riechen chemischer Botenstoffe angewiesen. Mehrere Arten halten während der Trockenperiode eine Ruhezeit ein. Der einem Opossum (siehe Beutelratten) ähnliche Große Tanrek ist die größte Art, er hat eine Kopfrumpflänge zwischen 25 und 39 Zentimetern und ein Gewicht von 1,5 bis 2,4 Kilogramm. Er ist ein Einzelgänger, der nur zur Fortpflanzungszeit Gesellschaft sucht. Das Weibchen gräbt einen Bau, in dem es nach einer Tragzeit von 53 bis 64 Tagen zumeist 12 bis 15 (maximal 31 Junge) wirft – Tanreks zählen zu den Säugetieren mit der größten Jungenzahl. Die Jungtiere werden für etwa drei Wochen gesäugt, danach folgen sie der Mutter auf der Nahrungssuche. Nach ungefähr zwei Monaten sind sie ausgewachsen. Große Tanreks fressen Wirbellose und kleine Wirbeltiere. Systematische Einordnung: Tanreks bilden die Familie Tenrecidae; die Unterfamilie Borstenigel heißt Tenrecinae, die der Reistanreks Oryzorictinae. Der Große Tanrek wird zoologisch Tenrec ecaudatus genannt, der wissenschaftliche Name des Wassertanreks ist Limnogale mergulus.
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