Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Wolle", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Wolle

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Wolle

Enzyklopädieartikel
Multimedia
KaschmirziegenKaschmirziegen
Artikelgliederung
1

Einleitung

Wolle, weiche, gekräuselte Fasern, die hauptsächlich aus dem Vlies von Hausschafen gewonnen und zu Textilien verarbeitet werden. Wolle unterscheidet sich von Haaren durch die Art der Schuppen an der Oberfläche jeder Faser. Die Wollfaser weist zahlreiche Schuppen auf, die sich unter Druck ineinander verhaken können; die Wolle verfilzt dadurch (siehe Filz). Die Anzahl der Schuppen hängt von der Feinheit und Kräuselung der Faser ab. Aufgrund ihrer Kräuselung besitzt Wolle eine gute Spannkraft. Dehnfestigkeit und Elastizität machen feine Wollstoffe formbeständiger als Tuch aus anderen Naturfasern. Weitere angenehme Trageeigenschaften von Wolle sind ihre Leichtigkeit, ihre Saugfähigkeit und ihre gute Wärmeisolierung.

2

Gewinnung

Wilde Schafarten haben ein kurzes, wolliges Unterfell und darüber lange, grobe und glatte Haare. Den Hausschafen fehlt dieses Haar vollständig. Durch Züchtung konnten sowohl Qualität wie auch Menge der Wolle verbessert werden. Die Wollproduktion bei Schafen hängt auch von der Ernährung, vom Klima und der Pflege ab. Werden Hausschafe vernachlässigt, dann produzieren sie Haare statt Wolle.

Wollschafe werden im Allgemeinen einmal jährlich geschoren, im Frühjahr oder im Frühsommer. In warmen Regionen kann auch zweimal jährlich geschoren werden. Bei den besseren wollproduzierenden Züchtungen wiegt das Vlies eines Tieres etwa 4,5 Kilogramm.

Verschiedene Teile desselben Vlieses weisen sehr unterschiedliche Faserlänge, Feinheit und Struktur auf. Wolle von Schultern und Flanken der Schafe ist besser als die von anderen Körperteilen. Auch liefern die unterschiedlichen Rassen verschiedene Wollqualitäten. Die beste Wolle kommt von reinrassigen Merinoschafen, während die robusteren Crossbredschafe eine längere, rauere Wolle liefern. Etwa 40 Prozent der Weltproduktion von Wolle stammt von Merinoschafen, 43 Prozent von Crossbredschafen. Der restliche Anteil besteht weitgehend aus Teppichwolle, die meist von speziellen Schafarten stammt. Außerdem wird eine geringere Menge feiner Wolle für Kleidung von anderen Säugetieren gewonnen: Kamel, Alpaka, Angorakaninchen, Kaschmirziege, Lama und Vikunja.

3

Wollarten und Kennzeichnung

Der Marktwert von Wolle hängt vor allem von der Feinheit und Länge der Faser (Stapellänge) ab, aber es kommt auch auf ihre Stärke, Elastizität, Grad der Kräuselung und Gleichmäßigkeit an. Bei der Wollverarbeitung gibt es zwei unterschiedliche Verfahren: das Streichgarnspinnverfahren und das Kammgarnspinnverfahren. Für Streichgarn werden die Fasern gekrempelt und dann versponnen. Beim Kammgarnspinnverfahren werden die Fasern in einen Kämmprozess weitergeleitet, wo die kurzen von den langen Fasern getrennt werden. Die glatten, kompakten Stränge aus den langen Fasern werden dann zu Garn weiterversponnen. Kammwolle ist nicht genoppt, sondern hat eine glatte Oberfläche. Zur Herstellung von Kammgarnstoffen braucht man feine, etwa gleich lange Fasern, denn kurze Fasern sind schwer zu spinnen. Beim Streichgarnspinnverfahren dagegen können unterschiedlich lange Fasern verarbeitet werden. Die Wollsorten werden nach Faserlängen klassiert. Die längeren Fasern zur Herstellung von Kammgarnprodukten heißen Kammwolle. Kürzere Fasern, wie sie zur Herstellung von Garnen für weiche Webstoffe gebraucht werden, heißen Streichwolle.

4

Produktion

Der weltweit größte Produzent von Rohwolle ist Australien mit etwa 29 Prozent der Weltgesamtproduktion. Weitere führende Erzeugerländer sind die Staaten der GUS, Neuseeland, China, Argentinien, Südafrika und Uruguay.

Zurück
|
Nächste
In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft