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    Henry Fielding (* 22. April 1707 in Sharpham Park bei Glastonbury, Somerset; † 8. Oktober 1754 in Lissabon) war ein berühmter englischer Romanautor, Satiriker, Dramatiker ...

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Henry Fielding

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Henry FieldingHenry Fielding

Henry Fielding (1707-1754), englischer Romancier, Dramatiker und Jurist. Mit seinem Zeitgenossen Samuel Richardson begründete er die Tradition des englischen Romans.

Fielding wurde in Sharpham Park bei Glastonbury (Somerset) geboren, besuchte das Eton College und studierte Jura in London und an der Universität Leiden. Von 1729 bis 1737 arbeitete er in London als Dramatiker und Theaterdirektor. Von seinen 25 in verschiedenen Formen geschriebenen Dramen war die Farce The Life and Death of Tom Thumb The Great (1730, Leben und Tod von Tom Däumling, dem Großen) eines seiner beliebtesten Stücke. 1740 erhielt er seine Zulassung als Anwalt. Ab 1748 war er Friedensrichter in Manchester und ab 1749 in Middlesex. In dieser Funktion engagierte er sich vehement gegen soziale Missstände und versuchte mit Hilfe von Reformen im Rechts- und Polizeiwesen gegen die zunehmende Kriminalität in London anzukämpfen.

In der Zwischenzeit hatte er bereits mit der Abfassung von Romanen begonnen. Sein erster Roman, The History of the Adventures of Joseph Andrews and of His Friend Mr. Abraham Adams (1742, Joseph Andrews), sollte eine Parodie auf die sentimentale Moral des beliebten Briefromans Pamela (1740) von Samuel Richardson sein. Fielding hatte Pamela bereits in seinem unter einem Pseudonym geschriebenen Werk Apology for the Life of Mrs. Shamela Andrews parodiert. Sein Talent zur detailgetreuen Skizzierung der Charaktere und des Milieus der Unterschicht machten jedoch aus Joseph Andrews weit mehr als eine bloße Parodie. Das Werk gilt heute als der erste realistische Roman in der englischen Literatur. Fieldings Miscellanies (3 Bde., 1743) enthalten den satirischen Roman über das Heldentum The History of the Life of the Late Mr. Jonathan Wild the Great (Jonathan Wild der Große), die Prosasatire A Journey from This World to the Next sowie einige Gedichte, Essays und Dramen. Journey erzählt vom Austritt der Seele aus dem Körper des Ich-Erzählers und deren Begegnungen mit anderen Seelen auf dem Weg ins Elysium.

Zwei Bände politischen Journalismus, The True Patriot (1745) und The Jacobite’s Journal (1747), gingen der Veröffentlichung seines Meisterwerkes, The History of Tom Jones, a Foundling (6 Bde., 1749, Tom Jones), voraus. Als eine Art Bildungsroman entstammt Tom Jones der pikarischen Tradition und ist die Darstellung der Abenteuer und Missgeschicke des schelmischen Helden Tom, eines einnehmenden jungen Freigeistes. Fielding erzählt in reichen realistischen Details die vielen Abenteuer, denen Tom in seinen Bemühungen, sein rechtmäßiges Erbe zu erlangen, begegnet. Der Roman wurde 1962 erfolgreich verfilmt. Sein letzter Roman, Amelia (1752), ist eine kritische Studie über das Gerichts- und Strafsystem in England.

1752 wandte sich Fielding als Herausgeber der Zeitschrift The Covent Garden Journal wieder dem politischen Journalismus zu. Eine Reise nach Portugal im Jahr 1754, die er aufgrund seines schlechten Gesundheitszustands vorgenommen hat, ist Gegenstand des posthum veröffentlichten Journal of a Voyage to Lisbon (1755, Tagebuch einer Reise nach Lissabon). Fielding hatte großen Einfluss auf die Entwicklung des modernen realistischen Romans. Seine Romantheorie wurde Grundlage für die Werke von Charles Dickens, William Makepeace Thackeray und vielen Verfassern von Heimatromanen im viktorianischen England. Er starb am 8. Oktober 1754 in Lissabon.

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