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    Der Rhesusaffe (Macaca mulatta) ist eine Primatenart aus der Gattung der Makaken innerhalb der Familie der Meerkatzenverwandten. Er hat in der Medizingeschichte eine wichtige Rolle ...

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    Der Rhesusaffe (Macaca mulatta) ist eine Primatenart aus der Gattung der Makaken innerhalb der Familie der Meerkatzenverwandten. Er hat in der Medizingeschichte eine wichtige Rolle ...

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Rhesusaffe

Enzyklopädieartikel
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RhesusaffeRhesusaffe
Artikelgliederung
1

Einleitung

Rhesusaffe, Makakenart, die von Afghanistan und Nordindien bis Ostchina verbreitet ist.

2

Körperbaumerkmale

Rhesusaffen erreichen Kopfrumpflängen von 45 bis 64 Zentimetern, sie haben einen rund 20 bis 30 Zentimeter langen Schwanz und wiegen etwa fünf bis zwölf Kilogramm; Weibchen sind durchschnittlich kleiner und leichter als Männchen. Rhesusaffen haben ein gelblich braunes bis olivbraunes Fell sowie Sitzschwielen, die zur Paarungszeit hellrot gefärbt sind. Der deutsche Artname bezieht sich auf Rhesos, einen mythischen König der Thraker.

3

Lebensräume und Lebensweise

Abgesehen vom Menschen ist der Rhesusaffe diejenige Primatenart mit der weitesten Verbreitung; seine höchste Siedlungsdichte erreicht er in Indien. Rhesusaffen besiedeln sowohl Regenwälder (einschließlich Mangrovensümpfen) als auch Trockengebiete. Im Himalaya sind sie bis zu einer Höhe von 4 000 Metern anzutreffen. Vor allem in Indien treten Rhesusaffen auf Feldern und in menschlichen Siedlungen als Kulturfolger in Erscheinung. Die Affen werden von der dortigen hinduistischen und buddhistischen Bevölkerung einerseits geduldet, gefüttert und aus religiösen Gründen verehrt. Da die Tiere häufig in Häuser eindringen, Lebensmittel entwenden und sich dem Menschen gegenüber teilweise auch aggressiv verhalten, werden sie andererseits als Belästigung und Gefährdung empfunden.

Die vorwiegend bodenbewohnenden Rhesusaffen leben in Gruppen von 10 bis 100 Tieren mit strenger Rangordnung. Eine Vielzahl sozialer Verhaltensweisen dient der Festigung der Rangordnung und der sozialen Kontakte. Rhesusaffen ernähren sich von unterschiedlichen Pflanzenteilen und Pilzen, fressen aber auch Wirbellose, Fische, Vogeleier und Haushaltsabfälle. Sie sind geschickte Schwimmer. Das Weibchen bringt nach einer Tragzeit von fünfeinhalb Monaten in der Regel nur ein Junges zur Welt, das sechs bis zwölf Monate gesäugt wird. Rhesusaffen können etwa 30 Jahre alt werden.

4

Rhesusaffen als Versuchstiere

Da sich Rhesusaffen in Gefangenschaft leicht halten lassen und zahlreiche physiologische Gemeinsamkeiten mit dem Menschen aufweisen, werden sie in der medizinischen, pharmakologischen, neurowissenschaftlichen und ethologischen Forschung als Versuchstiere verwendet. Die 2006 veröffentlichte Sequenzierung des Rhesusaffengenoms zeigte, dass mehr als 90 Prozent der Gene von Mensch und Rhesusaffe übereinstimmen.

An Rhesusaffen wurde 1940 der nach diesen Tieren benannte Rhesusfaktor entdeckt. Vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden allein aus Indien jährlich zum Teil mehr als 100 000 Rhesusaffen (vor allem für Zwecke der Impfstoffentwicklung) in westliche Länder exportiert – oft unter tierquälerischen Transportbedingungen, an denen viele der Tiere zugrunde gingen. Als Indien 1978 schließlich ein Exportverbot erließ, waren die dortigen Rhesusaffenbestände auf etwa 10 Prozent geschrumpft. Die heute in Labors als „Tiermodelle” zur Erforschung der menschlichen Physiologie verwendeten Rhesusaffen stammen meist aus Nachzuchten. Tierschutzwidrige Haltungsbedingungen von Rhesusaffen und anderen Primaten geben immer wieder Anlass zu öffentlicher Kritik.

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