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Windows Live® Suchergebnisse Der Fall Dred ScottEnzyklopädieartikel
Der Fall Dred Scott, Verhandlung, die 1856/57 vor dem Obersten Bundesgericht der USA geführt wurde und die sich mit dem Missouri-Kompromiss sowie dem Rechtsanspruch eines Schwarzen, freier Bürger der USA zu werden, befasste. Dred Scott war der Sklave des Militärarztes John Emerson aus Missouri. 1836 nahm Emerson Scott nach Fort Snelling im heutigen Minnesota mit. In diesem Staat war nach dem Missouri-Kompromiss die Sklavenhaltung ausdrücklich verboten. 1846 klagte Scott dementsprechend vor Gericht seine Freilassung ein. Das Oberste Gericht Missouris entschied 1852 jedoch, dass Scott, sobald er in einen Staat ginge, in dem die Sklaverei zugelassen war, wieder Sklavenstatus haben würde. Der Fall kam anschließend vor ein Bundesbezirksgericht, das ebenfalls gegen Scott entschied. Scott legte daraufhin beim Obersten Bundesgericht Berufung ein, das den Fall 1855 und 1856 ausführlich verhandelte. 1857 erging schließlich das Urteil: Das Gericht kam mehrheitlich zu dem Schluss, dass es in dem bestehenden Staat keine Gewalt gäbe, die über Freiheit oder Sklaventum eines Bürgers entscheiden könne. Als die Verfassung der Vereinigten Staaten erarbeitet wurde, sei es Sklaven nicht möglich gewesen, freie Bürger eines Bundesstaates zu sein. Folglich sei Scott immer noch Sklave und nicht Bürger von Missouri. Daraus ergebe sich, dass er kein Recht habe, vor den bundesstaatlichen Gerichten zu klagen. Ebenso wichtig wie die Mehrheitsentscheidung des Gerichts war die Ansicht, die der Oberste Bundesrichter Roger Brooke Taney in mehreren obiter dicta (Zusatzbemerkungen) zum Ausdruck brachte: Er stellte klar, dass Scott, der als Sklave nur als bewegliches Vermögen anzusehen sei, gemäß der Rechtsprechung Missouris wie jedes andere bewegliche Vermögen auch innerhalb des Rechtsbereichs der Vereinigten Staaten beliebig transportiert werden könne. Folglich verstoße der Missouri-Kompromiss gegen die Verfassung. Außerdem könne der US-Kongress die Sklaverei in den Einzelstaaten der Vereinigten Staaten nicht verbieten. Der Fall an sich und vor allem die obiter dicta empörten die Abolitionisten und vertieften die Kluft zwischen den Nord- und den Südstaaten der USA. Die zunehmenden Spannungen zwischen dem sklavenfreien Norden und dem sklavenhaltenden Süden führten schließlich zum Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges.
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