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Fichte

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Gemeine FichteGemeine Fichte

Fichte, Gattung der Koniferen (Zapfen tragende Nadelhölzer) mit – je nach Auffassung – 34 bis etwa 50 Arten.

Die Fichten sind in kühl-gemäßigten Regionen auf der nördlichen Erdhalbkugel heimisch und stellen einen wesentlichen Bestandteil der borealen Nadelwälder sowie der Wälder vieler Hochgebirge dar. Fast die Hälfte der Arten stammt aus Nordamerika, viele weitere Arten sind in Ostasien heimisch. Nur zwei Arten kommen natürlicherweise in Europa vor, nämlich die Gemeine Fichte, auch Rottanne genannt, und die Omorika- oder Serbische Fichte. Die Gattung gehört zur Familie der Kieferngewächse und wurde früher mit der Gattung Tanne zusammengefasst, von der sie sich jedoch durch ihre hängenden Zapfen, die so genannten Nadelkissen, die nach dem Nadelfall erhalten bleiben, und die stechend-spitzen, vierkantigen Nadelblätter unterscheiden, die schraubig an den Ästen stehen und in alle Richtungen zeigen.

Fichten kommen weiter nördlich vor als die meisten anderen Baumarten; noch nördlich des Polarkreises gibt es Fichtenwälder. Südlich reicht ihr Verbreitungsgebiet in Europa bis zu den Pyrenäen, in Asien bis in den Himalaya und in den Vereinigten Staaten bis in die Bundesstaaten North Carolina und Arizona. Die Gemeine Fichte hat ein weites Verbreitungsgebiet; es erstreckt sich von Nord- bis Mitteleuropa, umfasst den Osten Südeuropas und reicht in Asien bis nach Japan. In Deutschland nimmt sie ein Drittel der Waldfläche ein. Die Omorika-Fichte ist heute dagegen natürlich nur in einem sehr kleinen Areal in Serbien zu finden, jedoch als Park- und Zierbaum in Gärten beliebt und daher in vielen Sorten weiter verbreitet. Im größten Teil Nordamerikas sind die Weiß- oder Schimmelfichte und die Schwarzfichte die dominierenden Arten. Beide erstrecken sich in Kanada unter fast vollständigem Ausschluss anderer Bäume über weite Gebiete. Die Weißfichte findet sich vom US-Bundesstaat New York bis nach British Columbia in Kanada und nördlich bis Neufundland, zur Hudson Bay und nach Alaska, die Schwarzfichte zusätzlich noch entlang der Appalachen bis nach Virginia.

Das Holz der Gemeinen Fichte wird als Feuer- und Bauholz sehr geschätzt und daher als „Brotbaum” der Förster auf weiten Flächen in Forsten angebaut, die häufig nur aus dieser einen Art bestehen. Allerdings sind die Pflanzen ausgesprochene Flachwurzler und daher vor allem auf flachgründigen Böden und ungünstigen Lagen sehr anfällig für Windwurf, wie die starken Sturmschäden der letzten Jahre deutlich zeigten. Kalkhaltigen Boden vertragen sie schlecht und werden dort leicht von verschiedenen Pilzen wie dem Erreger der Rotfäule befallen. Außerdem tritt häufig ein Massenbefall durch den Borkenkäfer auf, besonders wenn Fichten in Reinkultur und auf weniger geeigneten Standorten angepflanzt werden. Nach dem vom Bundeslandwirtschaftsministerium herausgegebenen Waldschadensbericht 2000 sind in Deutschland 25 Prozent der Fichtenflächen deutlich geschädigt.

Fichtenholz ist hell, von gelblich-brauner Farbe, relativ weich, leicht und dicht, nahezu geruchlos, und leicht zu bearbeiten. Außer in der Bautischlerei benutzt man es gerne für die Herstellung von Möbeln, Kisten und Sperrholz. Auch die Resonanzböden der Klaviere und Orgeln werden gewöhnlich aus Fichtenholz gefertigt. In Norwegen und Schweden wird das Holz zum Bau von Masten und Spanten von Segelschiffen verwendet und exportiert. Fichten baut man zudem in großem Umfang zur Gewinnung von Holzschliff und Cellulose für die Papierherstellung an.

Systematische Einordnung: Fichten bilden die Gattung Picea aus der Familie Pinaceae; früher wurde diese Gattung mit der Gattung Abies (Tanne) zusammengefasst. Die Gemeine Fichte trägt den wissenschaftliche Namen Picea abies, die Omorika- oder Serbische Fichte heißt botanisch Picea omorika. Die Weiß- oder Schimmelfichte wird als Picea glauca bezeichnet, die Schwarzfichte als Picea mariana.

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