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Artikelgliederung
Buchengewächse, Familie von Hartholzbäumen, seltener Sträuchern, der gemäßigten und tropischen Klimazone. Die Familie der Buchengewächse umfasst acht Gattungen mit etwa 1 000 Arten. Sie sind vorwiegend in den mittleren Breiten der nördlichen, zu einem viel geringeren Umfang auch in denen der südlichen Halbkugel verbreitet. In den großen Laub- und Mischwäldern Eurasiens und Nordamerikas spielen Buchen, Eichen und Edelkastanien eine dominierende Rolle, während in den entsprechenden Wäldern der Anden die Südbuche als einzige Gattung mit wenigen Arten vorherrscht.
Die unauffälligen Blüten der Buchengewächse sind eingeschlechtig und besitzen kleine, schuppenförmige Blütenblätter. Sie sind zu typischen Blütenständen vereinigt, die entweder kugelige Büschel wie bei den Buchen oder lange, herabhängende Ähren bilden, die man als Kätzchen bezeichnet. Die kelchartige Blütenhülle besteht aus vier bis sieben miteinander verwachsenen Blättchen. Der Fruchtknoten ist aus drei oder (selten) sechs Fruchtblättern verwachsen. Die männlichen Blüten weisen 4 bis 40 Staubblätter auf. Trotz ihres unscheinbaren Blütenbaus werden die meisten Vertreter der Buchengewächse von Insekten bestäubt. Darauf weisen bereits die Feinstruktur ihrer Pollen sowie der feine Duft der Blüten hin. Buche, Südbuche und die Eichenarten der gemäßigten Zonen sind jedoch windbestäubt, was im Frühjahr, wenn die männlichen Kätzchen ihren gelben Pollen mit dem Wind verbreiten, sehr augenfällig ist (und für Allergiker augenreizend sein kann). Ein besonderes Merkmal der Familie ist der Cupula genannte Fruchtbecher, der eine oder mehrere einsamige Nüsse umschließt: Es handelt sich dabei um einen verholzenden Teil der Blütenachse. Bekannte Beispiele sind die Hütchen der Bucheckern oder der gestielte Becher der Eicheln. Die Blätter fallen im Allgemeinen im Herbst ab, aber es gibt zahlreiche immergrüne Arten. So sind immergrüne Eichen ein wesentliches Element der Wälder am Golf von Mexiko, im südlichen China und in Japan, während die immergrüne Südbuche die Wälder im Süden Neuseelands dominiert. Eine Besonderheit beim Blattfall der Laub abwerfenden Buchen und Eichen ist der Umstand, dass die Blätter sich zwar bunt oder braun verfärben und absterben, jedoch nicht von selbst abfallen wie die anderer Laubbäume: Sie bleiben, oftmals den ganzen Winter, am Baum hängen, bis der Wind sie schließlich abreißt. Die Gattung Buche umfasst etwa zehn Laub abwerfende Arten, die im gemäßigten nördlichen Klimabereich vorkommen. Die blasse, graue, glatte Rinde und die schlanken, länglichen, spitzen Knospen sind charakteristisch für diese Gattung. Bei Buchen gibt es zahlreiche Zuchtsorten wie die Blutbuche mit kupferfarbenen Blättern oder die Trauerbuche, die durch hängende Äste gekennzeichnet ist. Wegen des farbenprächtigen Herbstlaubs werden auch andere Buchengewächse häufig in Gärten und Parks gepflanzt. Während der Kolonialzeit gelangte die Rotbuche auch nach Nordamerika und ist dort nun häufig in Parks zu finden. Die einzige ursprünglich in den Vereinigten Staaten heimische Buchenart ist die Amerikanische Buche, die am häufigsten östlich des Mississippi angetroffen wird.
Als Hartholzbäume sind Buchengewächse wirtschaftlich außerordentlich wertvoll. Dabei ist vor allem die Eiche zu nennen, deren Holz für die Herstellung von Parkettböden, Fässern und Möbeln begehrt ist. In den USA ist der bekannteste Vertreter die Weißeiche, in Europa sind es Stieleiche und Traubeneiche. Auch der Gerbstoff des Eichenholzes wird genutzt: Erst durch Lagerung in Eichenfässern erhalten Whisky und Weinbrand ihre braune Farbe, die allein auf den Gerbstoff der Fässer zurückzuführen ist. Die immergrüne Korkeiche des Mittelmeerraums liefert mit ihrer abschälbaren und – vor allem – sich regenerierenden Borke den Kork als klassischen Flaschenverschluss. Die Edelkastanie aus dem südlichen Europa ist wegen ihrer aromatischen, stärkehaltigen Nüsse (Kastanien) geschätzt; ihr Holz wird in der Möbeltischlerei wegen seiner Maserung gern verwendet. Die Rotbuche ist die wichtigste europäische Buchenart und in Deutschland der häufigste Laubbaum. Ihre Bucheckern genannten Früchte enthalten fast 50 Prozent Öl und werden ähnlich wie die Eicheln in manchen Regionen zur Schweinemast verwendet.
Buchengewächse bilden die Familie Fagaceae, deren acht Gattungen zu drei Unterfamilien gruppiert werden. Die Buchenartigen bilden die Unterfamilie Fagoideae. Sie umfasst die Gattungen Buche, Fagus, und Südbuche, Nothofagus. Die Unterfamilie der Eichenartigen heißt botanisch Quercoideae, sie beinhaltet die Gattung Eiche, Quercus, sowie die auf die indonesischen Inseln und Thailand beschränkte tropische Gattung Trigonobalanus. Die Unterfamilie der Kastanienartigen heißt Castaneoideae, zu ihr gehören die Gattungen Kastanie, Castanea, sowie Chrysolepis, Castanopsis und Lithocarpus. Die Weißeiche heißt Quercus alba, die Stieleiche Quercus robur, die Traubeneiche Quercus petraea, die Korkeiche Quercus suber, die Edelkastanie Castanea sativa, die Rotbuche Fagus sylvatica und die Amerikanische Buche Fagus grandifolia.
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