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Sofia ( früher Serdica, bulgarisch Sofija), Hauptstadt und größte Stadt Bulgariens, am nördlichen Fuß des Vitošagebirges, im westlichen Teil des Landes gelegen.
Sofia ist bedeutendstes Handels- und Industriezentrum des Landes. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind Druckgewerbe, Maschinen-, Fahrzeug- und Waggonbau, Elektrotechnik und Elektronik, chemische und pharmazeutische Industrie, Herstellung von Textilien, Bekleidung, Möbeln und Lederwaren sowie Verarbeitung von Nahrungsmitteln und Tabak. Das Eisenhüttenwerk im Stadtteil Kremikowzi ist das größte in ganz Bulgarien. Durch die Erschließung von vier Thermalquellen im Stadtgebiet konnten Heilbäder eröffnet werden. Zusammen mit der verbesserten Verkehrsinfrastruktur (U-Bahn seit 1980, mehrere Seilbahnen auf das Vitošagebirge) konnte damit die Bedeutung des Tourismus deutlich gesteigert werden. Die Stadt verfügt über einen internationalen Flughafen (Vraždebna).
Die Stadt ist Sitz des bulgarisch-orthodoxen Patriarchen und des katholischen Exarchen sowie mehrerer höherer Bildungseinrichtungen, darunter der Universität (1888), der Technischen Universität (1945), der privaten Neuen Bulgarischen Universität sowie der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften (1869). Als kultureller Mittelpunkt Bulgariens hat Sofia zahlreiche Museen. Erwähnenswert sind vor allem das Nationalmuseum für Naturgeschichte, das Archäologische Museum, die Nationalgalerie mit einer Sammlung bulgarischer und ausländischer Kunst und das Museum für Ethnographie. In der Altstadt Sofias lassen noch einige Gebäude die römische Vergangenheit erkennen, z. B. Reste der römischen Stadtmauer und das Osttor (2.-5. Jahrhundert). Die Georgskirche (Georgsrotunde) entstand im 5. Jahrhundert durch den Umbau eines römischen Profankomplexes. Die Sophienkirche stammt aus dem 9. Jahrhundert, sie wurde später jedoch mehrfach umgebaut. Beide Kirchen dienten lange Zeit als Moscheen. Von der Herrschaft der Osmanen zeugen die Große Moschee (1474), die heute das Archäologische Museum beherbergt, die Schwarze Moschee (1527), die Banja-Baschi-Moschee (1576) und die Bädermoschee (1617). Beeindruckend ist die Alexander-Newskij-Kathedrale (1904-1912), deren Baustil byzantinische Formen enthält. Im frühen 20. Jahrhundert wurden zahlreiche öffentliche Gebäude neu errichtet, darunter der frühere Justizpalast (1928-1936, seit 1983 Nationalmuseum), das Nationaltheater (1906, nach Brand 1927-1929 und nach Zerstörung 1944 wieder aufgebaut) sowie die Nationalbank (1934-1939). Nach dem 2. Weltkrieg wurde die gesamte Innenstadt Sofias grundlegend umgestaltet.
An der Stelle des heutigen Sofia siedelten Menschen bereits im dem 4. Jahrtausend v. Chr. Im 8. Jahrhundert v. Chr. eroberten die Thraker das Gebiet. Die dann thrakische Siedlung wurde um 29 v. Chr. von den Römern erobert. Im frühen 2. Jahrhundert n. Chr. ließ der römische Kaiser Trajan die Siedlung, die unter dem Namen Serdica bekannt wurde, befestigen. 447 plünderten Hunnen die Siedlung und brannten sie nieder. Im 6. Jahrhundert wurde sie unter dem byzantinischen Kaiser Justinian I. wieder aufgebaut. 809 nahmen die Bulgaren die Siedlung ein und nannten sie Sredez. Von 1018 bis 1185 geriet sie erneut unter byzantinische Herrschaft, bis das Zweite Bulgarische Reich errichtet wurde. 1382 wurde die Stadt von den Osmanen erobert. In dieser Zeit kam der Name Sofia (nach der Sophienkirche) in Gebrauch. Bulgarien erlangte 1879 die Unabhängigkeit von den Osmanen und im darauf folgenden Jahr wurde Sofia Hauptstadt des Landes. Im 2. Weltkrieg wurde die Stadt schwer beschädigt. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 1,08 Millionen (2003).
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