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    Bambus (Bambuseae) ist eine vielgestaltige Tribus aus der Unterfamilie der Bambusgewächse (Bambusoideae). Es sind grasartige wachsende verholzende Taxa mit schlanken, holzigen ...

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Bambus

Enzyklopädieartikel
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BambusBambus
Artikelgliederung
1

Einleitung

Bambus, Unterfamilie mit etwa 45 Gattungen und 480 Arten ausdauernder, holziger, normalerweise strauch- oder baumähnlicher Pflanzen aus der Familie der Gräser. Bambus ist vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten anzutreffen – von der Meereshöhe bis zu schneebedeckten Berggipfeln. Einige wenige Arten besiedeln auch gemäßigte Breiten. Bambusarten haben in Südostasien ihren Verbreitungsschwerpunkt, manche Spezies sind in Amerika und Afrika zu finden. In Australien kommt Bambus von Natur aus nicht vor. Die Vielfalt dieser Pflanzen reicht von schilfförmigen Arten, die etwa einen Meter Höhe erreichen, bis zu Giganten, die 50 Meter hoch werden können und an ihrer Basis einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern erreichen. Die meisten Bambusarten wachsen aufrecht, doch gibt es einige, die weinähnlich ranken und mancherorts ein undurchdringliches Dickicht bilden.

2

Strukturen und Merkmale

Bambusse sind leicht an ihren hölzernen, knotigen Stängeln oder Halmachsen zu erkennen, die Rohr genannt werden. Diese Halmachsen bestehen aus hohlen Abschnitten, den Internodien, die regelmäßig durch feste Trennwände, die Nodien, unterbrochen sind. An jedem Nodium schützt eine Blattscheide eine Knospe, die sich entweder zu einem Ast oder einem Blütenstand entwickelt. Bambusrohr entwickelt sich aus waagrechten, unterirdischen Rhizomen (verdickten Speichersprossen). Die Spitzen junger Schößlinge sind durch überlappende Schuppen geschützt, die abfallen, sobald sich die Internodien verlängern. Anfangs wachsen neue Sprosse langsam, aber die Wachstumsrate beschleunigt sich in kurzer Zeit ganz erheblich und kann bei einigen, enorm großen Spezies bis zu 60 Zentimeter am Tag betragen. Der Hauptspross trägt keine Blätter und erzeugt normalerweise keine Äste oder Zweige, bevor er nicht voll ausgewachsen ist. Äste entstehen aus Knospen, die sich an allen Nodien befinden, und diese Äste können selbst wieder sekundäre und tertiäre Äste oder Zweige hervorbringen. Erst an den äußersten Zweigen bilden Bambusse ihre normalerweise linearen, flachen und vielfältig geäderten Blätter.

Die Halmachsen der Bambusse sind grün, weil sie direkt unter ihrer Oberfläche reichlich Chlorophyll aufweisen. Damit dienen die Halmachsen als wichtige Zentren der Photosynthese, insbesondere weil sie wachsen, bevor sich die Blätter selbst entwickeln.

Die Blütenstruktur der Bambusse entspricht im Großen und Ganzen jener der Gräser. Allerdings betrachtet man Bambusse aufgrund bestimmter Blütenmerkmale als primitive Gräser: Bambusblüten haben im Normalfall drei Lodiculae (Schwellkörper für das Öffnen der Blüte) an der Basis des Fruchtknotens, sechs Staubblätter und drei Narben (Teil des Stempels zur Aufnahme des Pollens) – die meisten anderen Gräser haben dagegen zwei Lodiculae, drei Staubblätter und zwei Narben.

3

Wirtschaftlicher Nutzen

Bambusse gehören zu den vom Menschen meistgenutzten Pflanzen. In den Tropen werden sie zur Herstellung von Häusern, Flößen, Brücken und Gerüsten gebraucht. Gespleißte und flachgedrückte Bambusrohre dienen als Böden, und durch Flechten können Körbe, Matten, Hüte, Fischfallen und andere Erzeugnisse hergestellt werden. Halmachsen besonders großer Arten dienen als Gefäße für Flüssigkeiten. Aus Bambusbrei wird Papier hergestellt, und aus anderen Teilen des Bambus lassen sich Angelruten, Wasserleitungen, Musikinstrumente und Essstäbchen fertigen. Viele Bambusse werden als Zierpflanzen kultiviert, und die jungen Keime sind als Gemüse essbar. Auch die Samen dienen der Ernährung.

4

Systematische Einordnung

Bambusse gehören zur Familie der Gramineae, sie bilden die Unterfamilie Bambusoideae.

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