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VenezuelaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
In Venezuela sind 62,9 Prozent (2007) der Gesamtfläche als geschützt ausgewiesen. Das Land verfügt somit über den höchsten Prozentsatz an Naturschutzgebieten in ganz Nord- und Südamerika. Im Vergleich dazu stehen in den Nachbarländern Venezuelas, Kolumbien, Brasilien und Guyana, nur jeweils 31,7 Prozent, 18,5 Prozent und 2,2 Prozent (2007) der Landesfläche unter Naturschutz. Wälder mit tropischen Pflanzen wie Palmen und Brasilholz bedecken gut ein Drittel der Fläche Venezuelas. Oberhalb 900 Metern wachsen auch Pflanzen der gemäßigten Zone. Die Llanos sind von Grasland bedeckt, im Orinocodelta sind Mangrovensümpfe verbreitet. Die Tierwelt ist überaus artenreich mit Säugetieren wie Jaguaren, Ozelots, Bären, Affen, Faultieren, Ameisenbären, Gürteltieren und Hirschen. Verbreitete Vogelarten sind u. a. Flamingos, Reiher, Ibisse und Fettschwalme. Zu den Reptilien gehören Krokodile und Riesenschlangen wie Anakondas und Boas.
Venezuela hat 26,4 Millionen Einwohner (2008), die Bevölkerungsdichte liegt bei 30 Einwohnern je Quadratkilometer. Etwa 69 Prozent der Venezolaner sind Mestizen oder Mulatten (Mischlinge mit einem europäischen und einem indianischen bzw. negriden Elternteil), etwa 20 Prozent sind Weiße, 9 Prozent Schwarze, 2 Prozent der Einwohner sind Indianer. 88 Prozent der Bevölkerung leben in Städten. Hauptsiedlungsgebiete sind das Küstentiefland und die Cordillera de Mérida, während in der südlichen Landeshälfte nur 4 Prozent der Bevölkerung leben.
Caracas, Hauptstadt und wirtschaftliches Zentrum des Landes, hat 2,09 Millionen Einwohner (2007). Die nahe gelegene Stadt La Guaria ist der Seehafen von Caracas. Zweitgrößte Stadt ist Maracaibo (1,45 Millionen) am Maracaibosee, ein Zentrum der Erdölindustrie. Valencia (840 000) ist eines der wichtigsten Industriezentren des Landes. Barquisimeto (1 085 000) liegt an der Kreuzung mehrerer wichtiger Straßenverbindungen und ist ein bedeutender Bahnknotenpunkt.
Amtssprache in Venezuela ist Spanisch, regional sind auch indianische Sprachen verbreitet wie Goajiro, Guaraúno, Cariña und Pemón. 96 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Katholizismus; Protestanten, Orthodoxe, Muslime, Juden und Anhänger von indigenen Religionen bilden Minderheiten. Die gesetzlichen Feiertage Venezuelas sind Neujahr (1. Januar), Carnaval (zwei Tage vor Aschermittwoch), Aschermittwoch, Ostern (mit Gründonnerstag und Karfreitag), der Tag der Unabhängigkeitserklärung (19. April), der 1. Mai, die Schlacht bei Carabobo (24. Juni), der Unabhängigkeitstag (5. Juli), der Geburtstag Simón Bolívars (24. Juli), der Tag der öffentlichen Angestellten (erster Montag im September), der Kolumbustag (12. Oktober), Heiligabend, der 1. Weihnachtsfeiertag (25. Dezember) und Silvester. An jedem Feiertag werden die Statuen des venezolanischen Nationalhelden Simón Bolívar mit farbenfrohen Kränzen geschmückt.
Die Gesellschaft Venezuelas ist von erheblichen sozialen Gegensätzen geprägt. 31,3 Prozent der Landesbewohner leben unterhalb der Armutsgrenze. Der Staat unterstützt in begrenztem Umfang eine Gesundheits-, Unfall- und Rentenversicherung. Die Lebenserwartung liegt bei 73,5 Jahren (2008). Aufgrund der Armut und der hohen Arbeitslosigkeit suchen viele Menschen aus ländlichen Gebieten nach besseren Lebensbedingungen in den Städten, wo sich in den Außenbezirken Slumsiedlungen (Barrios) mit unzureichenden hygienischen Bedingungen bilden.
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