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VenezuelaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Alle Männer in Venezuela im Alter zwischen 19 und 45 Jahren unterliegen der allgemeinen Wehrpflicht, die bei Heer und Luftwaffe 24 Monate und bei der Marine 30 Monate dauert. Die Stärke der Armee beträgt etwa 52 000 Soldaten (Heer 34 000, Marine 11 000, Luftwaffe 7 000).
Der Lebensstandard in Venezuela zählt zu den höchsten in Südamerika. Haupteinnahmequelle ist die Ausbeutung der reichen Erdölvorkommen; das Land ist Gründungsmitglied der OPEC. Die wirtschaftliche Potenz des Landes ist stark abhängig von den Erdölpreisen und unterliegt daher großen Schwankungen. Ein langfristiges Ziel der Regierung ist es, die industrielle Produktion auf eine breitere Basis zu stellen. 1993 setzte jedoch eine Wirtschaftskrise ein, die Inflation stieg vorübergehend auf bis zu 70 Prozent. Nach kurzzeitiger Verstärkung staatlicher Kontrollmaßnahmen erholte sich die Wirtschaft. 2006 betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 181 862 Millionen US-Dollar (Dienstleistungen 43,9 Prozent, Industrie 51,6 Prozent, Landwirtschaft 4,5 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 6 730,40 US-Dollar.
11 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft. Wichtigste Anbauprodukte sind Mais, Zuckerrohr, Bananen, Ananas, Reis, Mohrenhirse, Maniok, Kaffee, Kakao und Zitrusfrüchte. Die Haltung von Vieh, insbesondere von Rindern, Schweinen und Ziegen, ist vorwiegend in den Llanos verbreitet.
Obwohl die Wälder 52,3 Prozent des Landes bedecken, ist die forstliche Nutzung aufgrund der schwierigen Zugänglichkeit weiter Gebiete wenig entwickelt. Nutzholz wird überwiegend als Brennstoff eingesetzt oder von der Bau-, Möbel- und Papierindustrie verwendet. Venezuela verfügt über einen großen Fischreichtum; die kommerziell wichtigsten Meerestiere sind Krabben und Thunfisch. Vor der Insel Margarita gibt es eine bedeutende Perlenfischerei.
Erdölförderung im Becken um den Maracaibosee und im Ostteil des Landes beherrscht die Wirtschaft Venezuelas. Das Land zählt zu den führenden Erdölproduzenten der Welt. Die Reserven des Landes sind die größten auf dem amerikanischen Kontinent und laut Schätzungen die viertgrößten der Welt. Die ergiebigsten Ölfelder befinden sich im Becken des Maracaibosees. Ein Teil des Öls wird zur Verarbeitung in die Niederländischen Antillen exportiert. 1976 wurde die Erdölindustrie verstaatlicht, sie soll aber nach dem 1995 verkündeten Wirtschaftsprogramm auch wieder privaten Investitionen geöffnet werden. Das Land ist außerdem ein weltweit bedeutender Produzent von Erdgas. Ein weiteres Standbein für den Bergbau Venezuelas ist die Förderung von Eisenerz. Bereits in den vierziger Jahren wurden am Orinoco ausgedehnte Lagerstätten entdeckt. Das heutige Förderzentrum für Eisenerz liegt in Cerro Bolívar. Weitere kommerziell genutzte Bodenschätze sind Bauxit, Diamanten, Gold, Silber, Platin, Kohle, Salz, Kupfer, Zinn, Asbest, Phosphat, Titan und Glimmer. Die Insel Margarita vor der Nordküste hat bedeutende Magnesitreserven. Ende der achtziger Jahre wurden im Grenzgebiet zu Guyana ausgedehnte Goldvorkommen entdeckt.
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