Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Seite 7 von 8
VenezuelaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Archäologische Funde aus Muaco (Falcón) belegen, dass das Territorium des heutigen Venezuela um 15 000 v. Chr. besiedelt war. Im ersten vorchristlichen Jahrtausend gab es Ackerbau- und Keramikkulturen, die frühesten Keramikfunde datieren auf etwa 2500 v. Chr.
Auf seiner dritten Reise (1498-1500) entdeckte Christoph Kolumbus 1498 die Küstenregion zwischen Orinoco und der Insel Margarita, wo er an Land ging. Ein Jahr später folgte die Expedition von Alonso de Ojeda und Amerigo Vespucci, die dem Land wegen der Verbreitung von Pfahlbauten den Namen Venezuela (Klein-Venedig) gaben. In der Nähe von Cumaná entstand in den ersten Jahren nach 1500 die erste spanische Siedlung auf dem südamerikanischen Kontinent. Eine umfassendere Besiedlung durch die Spanier begann etwa ab 1520, die Stadt Coro ist eine Gründung aus dem Jahr 1527. Bis 1546 stand das Land unter der Verwaltung der Welser, eines Augsburger Handelshauses, das durch einen 1528 geschlossenen Kontrakt mit Kaiser Karl V. die weitere Kolonisierung des Territoriums übernahm und auf der Suche nach dem sagenhaften Goldland Eldorado weitere Expeditionen zur Erforschung und Ausbeutung des Landes finanzierte. Nachdem auf Befehl des spanischen Befehlshabers zwei Statthalter der Welser, Philipp von Hutten und Bartholomäus Welser, ermordet worden waren, endete 1546 die Welser-Hoheit über das Gebiet. In der Folgezeit gehörte Venezuela zur Audienca Santo Domingo (bis 1717), einem Bestandteil des Vizekönigreichs Neuspanien. Durch Erforschung des Orinoco wurde das bekannte Terrain weiter ausgedehnt. Die heutige Hauptstadt Caracas wurde 1567 gegründet und wenig später Sitz eines Gouverneurs. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts kam es zu Kämpfen mit der konkurrierenden Kolonialmacht England, in den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts entstanden durch Siedlungsgründungen auch Konflikte mit niederländischen Kolonialisten, die 1634 die spanische Festung Curaçao einnahmen. 1717 wurde das Gebiet des heutigen Venezuela Teil des neu errichteten Vizekönigreiches Neugranada. 1783 wurde das Generalkapitanat Venezuela geschaffen, das ein etwa den heutigen Grenzen entsprechendes Territorium umfasste. Die Kultur der indigenen Bevölkerung wurde durch die rücksichtslose Kolonialisierung vielfach zerstört, die Einschleppung schwarzer Sklaven aus Westafrika, die ab dem 16. Jahrhundert ins Land kamen, veränderte die Bevölkerungsstruktur des Landes.
Schon vor den Bemühungen der Freiheitskämpfer Simón Bolívar und Francisco de Miranda hatte es (1797 und 1806) Versuche gegeben, die Unabhängigkeit zu erringen. Aber erst die Revolution von 1810 führte zur Unabhängigkeitserklärung und Ausrufung der Republik am 5. Juli 1811, die jedoch nicht die sofortige Befreiung von Spanien brachte. Diese wurde erst durch mehrere Jahre andauernde Kämpfe errungen. 1819 bildete sich die Republik Groß-Kolumbien mit der Hauptstadt Bogotá. Die republikanischen Truppen errangen unter Führung von Bolívar bei Carabobo 1821 einen entscheidenden Sieg über die Armeen der spanischen Königstreuen. Als der Bund mit Neugranada (Kolumbien, Panamá) und Quito (Ecuador) zerbrach, und Groß-Kolumbien sich auflöste, wurde Venezuela 1830 ein selbständiger Staat.
Die frühe Geschichte des unabhängigen Venezuela ist gekennzeichnet durch eine Reihe von Revolutionen und Konterrevolutionen, die 1864 zur Umwandlung des Staates in die Estadios Unidos de Venezuela (Bundesrepublik Venezuela) führten. Eine privilegierte Oberklasse widersetzte sich der Durchführung liberaler Reformen, wie z. B. der Befreiung der Sklaven, die 1854 schließlich durchgesetzt wurde. Diese von Bürgerkriegen geprägte Phase gipfelte in der Diktatur von General Antonio Guzmán Blanco, die von 1870 bis 1888 andauerte. Auf Blancos Initiative wurde eine Reihe von Maßnahmen zur technologisch-wirtschaftlichen Modernisierung des Landes ergriffen, wie der Bau der Eisenbahn und die Einführung einer Nationalbank. Während der Herrschaft von General Cipriano Castro kam es 1902 zu Hafenblockaden durch Großbritannien, Frankreich, Deutschland und weiterer europäischer Mächte, weil die venezolanische Regierung ihre Schulden nicht bezahlt hatte. Zweimal wurden die Häfen von den Kriegsschiffen auch bombardiert. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag entschied 1904 zugunsten der Alliierten und verfügte, dass Venezuela bis Juli 1907 seine Schulden an die europäischen Mächte zurückzuzahlen habe. Im folgenden Jahr wurde Castro von General Juan Vicente Gómez abgesetzt. Er veränderte Castros Außenpolitik, die Venezuela in weitere Schwierigkeiten mit den europäischen Mächten und den Vereinigten Staaten gestürzt hatte. Im Inneren regierte er diktatorisch von 1908 bis zu seinem Tod 1935, von zwei Unterbrechungen (1915-1922 und 1929-1931) abgesehen. 1917 fand man in Venezuela Öl – ein für die Wirtschaft des Landes schnell bedeutend werdender Faktor. Mit Hilfe ausländischer Investoren wurden die reichen Erdölfelder ausgebeutet, mit den Exporterlösen entwickelte sich Venezuela zu einem der modernsten Staaten Südamerikas. Ein möglicher maßvoller Umbau von einer Agrargesellschaft in eine Industriegesellschaft wurde nicht initiiert. Die von Reformbestrebungen geprägte Regierung unter Präsident E. López Contreras (1935-1941) wurde durch das diktatorische Regime von General Isaías Medina Angarita (1941-1945) abgelöst.
Ende 1941 brach Venezuela die diplomatischen Beziehungen zu den Achsenmächten ab, aber erst im Februar 1945 erklärte es diesen den Krieg, um sich als Mitglied der Vereinten Nationen zu qualifizieren. 1945, nach dem Ende der Angarita-Diktatur, wurde Dr. Rómulo Betancourt von der sozialdemokratischen Acción Democrática (AD) Übergangspräsident. 1947 trat eine neue Verfassung in Kraft. Nach den kurz darauf durchgeführten ersten demokratischen Wahlen übernahm Rómulo Gallegos, Schriftsteller und Gründer der AD, die Präsidentschaft , die im Februar 1948 begann. Im November desselben Jahres wurde seine Regierung durch einen Militärputsch abgesetzt und die AD verboten. Die Militärs bildeten eine neue Regierung unter Oberstleutnant Carlos Delgado Chalbaud. Die Junta unterdrückte die Opposition, verbot alle Parteien und verhängte eine Pressezensur. Nach der Ermordung Delgado Chalbauds im November 1950 wurde der Diplomat Germán Suárez Flámerich Übergangspräsident. Suárez versprach, Wahlen für eine verfassunggebende Versammlung abzuhalten, die dann im November 1952 stattfanden. Die Unabhängige Wählerfront, von der Junta unterstützt, wurde zum Wahlsieger erklärt. Präsident wurde Oberst Marcos Pérez Jiménez, der Kandidat der Regierung. Die Oppositionsführer mussten ins Ausland flüchten.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |