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Alessandro Scarlatti

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Alessandro Scarlatti: Concerto grosso Nr. 3Alessandro Scarlatti: Concerto grosso Nr. 3
Artikelgliederung
1

Einleitung

Alessandro Scarlatti (1660-1725), italienischer Komponist. Er schuf einige der größten Meisterwerke des italienischen Barock in den Gattungen Oper, Oratorium und Kantate.

Scarlatti wurde am 2. Mai 1660 in Palermo (Sizilien) geboren und wuchs ab seinem zwölften Lebensjahr in Rom auf. Ob er dort auch Schüler des Komponisten Giacomo Carissimi war, ist ungewiss. Als junger Mann verkehrte er in Rom mit Künstlern wie dem Architekten und Bildhauer Gian Lorenzo Bernini und fand nach seiner ersten Anstellung als Kapellmeister an San Giacomo degli Incurabili im Dezember 1678 einflussreiche Gönner wie den Kardinal Benedetto Pamphilj und Königin Christine von Schweden. Im November 1682 wechselte er an die Kirche San Girolamo della Carità. Durch den Auftrag eines Opernimpresarios aus Neapel kam Scarlatti Ende 1683 mit einer von ihm zusammengestellten römischen Operntruppe nach Neapel. Dort wurde er im Frühjahr 1684 zum Kapellmeister des spanischen Vizekönigs von Neapel berufen – ein Amt, das er bis 1702 bekleidete. In Neapel schuf er einen Großteil seiner Opern.

Hoffnungen, im Sommer 1702 nach einem großen Kompositionsauftrag von Ferdinando de’ Medici in Florenz eine Festanstellung an dessen Hof zu finden, zerschlugen sich. So kehrte Scarlatti Anfang 1703 nach Rom zurück, wo er mit Hilfe seines Förderers Kardinal Pietro Ottoboni d. J. eine Anstellung an Santa Maria in Vallicella und dann ab 1704 (vermutlich bis Anfang 1709) an Santa Maria Maggiore erhielt. Diese Jahre waren durch ein reiches Schaffen geistlicher Musik gekennzeichnet. Ende 1708 erreichte Scarlatti seine Wiedereinsetzung als vizeköniglicher Kapellmeister in Neapel, nach Eroberung der Stadt im Juli 1707 durch die Österreicher nun unter dem vormaligen habsburgischen Botschafter Kardinal Vicenzo Grimani. Zu seinen späten Schülern zählen die deutschen Komponisten Johann Adolf Hasse (1724) und Johann Joachim Quantz (1725). Sein Sohn Domenico Scarlatti wurde ebenfalls ein bedeutender Komponist. Alessandro Scarlatti starb am 22. Oktober 1725 in Neapel.

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Werk

Scarlattis Bedeutung für Italien lässt sich mit der von Johann Sebastian Bach für Deutschland vergleichen: Er wirkte als Vollender des landestypischen Barockstils. Allerdings beschäftigte er sich im Gegensatz zu seinem deutschen Kollegen fast ausschließlich mit Vokalmusik. Mit von ihm selbst gezählten 114 Opern gehörte er zu den produktivsten Musikdramatikern seiner Zeit. In seinen Bühnenwerken verband er Stilmittel aus Rom und Neapel zu einem ausgeprägten Personalstil. Die lange Zeit mit seiner Person in Verbindung gebrachte Begründung der neapolitanischen Operntradition lässt sich ihm allerdings ebenso wenig zuschreiben wie die Einführung der dreiteiligen Einleitungs-Sinfonia oder die Durchsetzung der Da-capo-Arie. Als Meisterwerke Scarlattis gelten u. a. Pirro e Demetrio (1694), Mitridate Eupatore (1707), Tigrane (1715), Il Trionfo dell’onore (1718) und Griselda (1721). Seine Kirchenmusik besteht vorwiegend aus Werken im traditionellen mehrstimmigen A-cappella-Stil in der Nachfolge Giovanni Pierluigi da Palestrinas, darunter zahlreiche Oratorien. Seine mehr als 600 nachgewiesenen Kantaten mit zum Teil extravaganter Harmonik sind jeweils für einen Gesangssolisten gesetzt und verlangen meist nur die Begleitung durch einen Generalbass, seltener durch weitere Musikinstrumente oder gar ein ganzes Orchester.

Scarlattis Musik fand höchste Anerkennung bei Kennern und Komponistenkollegen. Niccolò Jommelli etwa rühmte Scarlattis geistliche Werke als die besten ihrer Art, und Johann Adolf Hasse fand lobende Worte für seine Leistungen auf dem Gebiet des Kontrapunkts und der Harmonik. Georg Friedrich Händel nahm in seinen Werken wiederholt Bezug auf die Musik Scarlattis. Erfolge beim breiten Publikum – etwa in den öffentlichen Opernhäusern Venedigs – blieben Scarlatti hingegen versagt. Diese mangelnde Beachtung hat sich bis heute nicht geändert. So werden Scarlattis Opern im Gegensatz etwa zu den Bühnenwerken Händels selten aufgeführt; ein Großteil seiner geistlichen Musik liegt nicht einmal im Druck vor.

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