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Stechmücken

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Stechmückenweibchen saugt BlutStechmückenweibchen saugt Blut

Stechmücken, auch Moskitos, Gelsen oder (irreführend) Schnaken, Familie mit rund 3 000 Arten von Zweiflüglern, von denen gut 100 in Mitteleuropa vorkommen.

Stechmücken sind von den Tropen bis zum Polarkreis und vom Tiefland bis zu den Gipfeln hoher Berge verbreitet. Sie besitzen einen zumeist etwa zehn Millimeter langen, schmalen Körper und lange, schlanke Flügel. Im Gegensatz zu den Flügeln der meisten anderen Zweiflügler ist der Großteil ihrer Flügeladern von kleinen Schuppen bedeckt. Die langen Antennen (Fühler) weisen zahlreiche Haarkränze auf, die bei den Weibchen kurz, bei den Männchen lang und buschig sind.

Stechmückenweibchen haben verlängerte Mundwerkzeuge, die bei den meisten Arten zum Stechen und Blutsaugen dienen. Arten der Gattung Toxorhynchites ernähren sich nur von Pflanzensäften wie Nektar; auch die Männchen der Blut saugenden Arten nehmen ausschließlich Pflanzensäfte auf, die Weibchen dieser Gruppe ernähren sich überwiegend von Säuger- und Vogelblut. Beim Stechen injizieren die Weibchen die Blutgerinnung hemmende Speichelflüssigkeit in die Wunde, was Schwellung und Juckreiz bewirkt.

Stechmücken finden ihr Opfer u. a. aufgrund des höheren Kohlendioxidgehalts der Atemluft, den sie noch auf eine Distanz von 16 Metern wahrnehmen können. Angelockt werden sie zudem durch den von einer bestimmten Bakterienflora sowie durch körpereigene Fettsäuren erzeugten Fußgeruch des Menschen.

Während Stechmücken bei uns lediglich lästig sein können, treten sie insbesondere in nordischen Ländern in riesigen Individuenzahlen auf und können dort für Mensch und Tier zu einer erheblichen Plage werden. Vor allem in tropischen Ländern injizieren viele Stechmücken infektiöse Mikroorganismen und übertragen Krankheiten wie Gelbfieber, Denguefieber, Filariose (siehe Filarien) und Hirnhautentzündung. Arten der Gattung Anopheles übertragen Malaria. Anopheles-Mücken kann man daran erkennen, dass sie ihren Körper in einem bestimmten Winkel zu der Fläche, auf der sie sitzen, halten; einer Merkregel zufolge bilden der Körper einer sitzenden Anopheles-Mücke und die Unterlage in etwa die beiden Schenkel des Großbuchstabens A. Unsere Gemeinen Stechmücken und andere Arten richten ihren Körper in Ruhestellung dagegen parallel zur Oberfläche aus. Ein gefährlicher Krankheitsüberträger ist auch die Asiatische Tigermücke, die ursprünglich nur in Asien verbreitet war und vor allem mit Schiffen in viele andere Regionen, auch nach Europa, verschleppt wurde. Sie ist ausgesprochen stechlustig und überträgt u. a. Gelbfieber, Denguefieber und Chikungunya-Fieber (siehe Tropenmedizin). Die Asiatische Tigermücke kommt seit etwa 1990 in Italien vor, wurde 2002 erstmals in der Schweiz nachgewiesen sowie 2007 in Deutschland (bei Rastatt in der Oberrheinischen Tiefebene).

Stechmückenweibchen legen floßähnliche Eipakete ausschließlich im Wasser ab – manche Arten in fließenden Gewässern, andere in Waldtümpeln, Sümpfen, Flussmündungen oder Gefäßen wie Regentonnen. Der Gemeinen Stechmücke reichen dafür selbst kleinste Behälter wie wassergefüllte Blechdosen. Die Eier und Larven der Stechmücken werden in großer Zahl von Fischen gefressen. Man kann Stechmücken ohne Gifteinsatz bekämpfen, indem man etwa Wasserbehälter, die als Brutplätze dienen können, entfernt oder auf der Wasseroberfläche einen Stärkefilm erzeugt, der die Mückenlarven erstickt. Eine weitere Maßnahme besteht darin, das Bakterium Bacillus thuringiensis, welches das Darmepithel der Mückenlarven angreift, über Stechmückengewässern auszubringen. Ultraschallgeräte, die gebietsweise auch zur Abwehr von Malariamücken eingesetzt werden, sind dagegen einer umfangreichen Studie zufolge unwirksam (Cochrane Library, 2007).

Systematische Einordnung: Stechmücken bilden die Familie Culicidae der Ordnung Diptera. Die Gemeine Stechmücke heißt wissenschaftlich Culex pipiens, die Asiatische Tigermücke heißt Aedes albopictus.

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