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Windows Live® Suchergebnisse André MalrauxEnzyklopädieartikel
André Malraux (1901-1976), französischer Schriftsteller, Kunsttheoretiker und Politiker. Er ist einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und gilt als Wegbereiter der Littérature engagée von Jean-Paul Sartre und Albert Camus. Malraux wurde am 3. November 1901 als Sohn wohlhabender Eltern in Paris geboren, wo er auch Orientalistik und Archäologie studierte. 1923 war er Teilnehmer einer archäologischen Expedition in Indochina; dort engagierte er sich auf Seiten der aufständischen Annamiten für deren Unabhängigkeit von Frankreich und kehrte erst 1927 in seine Heimat zurück. Seine Erfahrungen während des jahrelangen Aufenthalts in Asien lieferten ihm Stoff für seine Romantrilogie Les conquérants (1928; Die Eroberer), La voie royale (1930; Der Königsweg) und La condition humaine (1933; So lebt der Mensch). Das letztgenannte Werk wurde mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet und begründete Malraux’ internationalen Ruf als Schriftsteller. Sein folgender Roman Le temps du mépris (1935; Die Zeit der Verachtung) entstand unter dem Eindruck eines Aufenthalts im damals vom Nationalsozialismus beherrschten Deutschland. Seine Erfahrungen als Kommandeur einer republikanischen Fliegereinheit im Spanischen Bürgerkrieg verarbeitete Malraux in dem Roman L’espoir (1938; Die Hoffnung). Während des 2. Weltkriegs geriet Malraux als Kriegsfreiwilliger in deutsche Gefangenschaft. Er konnte entkommen, schloss sich der französischen Widerstandsbewegung Résistance an und wurde erneut gefangen genommen. 1945/46 war er Informationsminister der provisorischen Regierung Charles de Gaulles, und von 1958 bis 1969 bekleidete er das Amt des Kultusministers. Danach lebte er bis zu seinem Tod am 23. November 1976 in Créteil (Val-de-Marne) als Schriftsteller. Ästhetische Fragen sind ein beherrschendes Thema in vielen von Malraux’ Werken. Seine dreibändige Psychologie de l’art (1947-1949; Psychologie der Kunst) erschien in komprimierter Form unter dem Titel Les voix du silence (1951; Stimmen der Stille). Mit dem Thema Kunst setzte er sich ferner in den Werken La métamorphose des dieux (1957) und Le triangle noir (1970) auseinander. Malraux befasste sich intensiv mit dem Zeitgeschehen und den Möglichkeiten ihrer dichterischen Durchdringung. Seinem noch vom Symbolismus und Surrealismus geprägten Frühwerk folgten die Jahre der politischen Engagements und der Auseinandersetzung mit existentiellen Grenzsituationen. Sein Werk bewegt sich auf zwei Ebenen, dem politischen Aktionismus gegenüber der von Pessimismus getragenen Reflexion über das menschliche Dasein. Mit seinem Schaffen übte Malraux großen Einfluss auf die Romane des Existentialismus, namentlich von Sartre und Camus, aus. Eine Rückschau auf sein Leben und zugleich eine Bilanz des 20. Jahrhunderts lieferte er mit seiner Autobiographie Antimémoires (Anti-Memoiren), die 1967 erschien.
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