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Windows Live® Suchergebnisse Kropf (Medizin)Enzyklopädieartikel
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Kropf (Medizin), Erkrankung der Schilddrüse, gekennzeichnet durch deren Vergrößerung, die äußerlich als Schwellung an der Halsvorderseite zu erkennen ist. Bei Schilddrüsenüberfunktion ist der Grundumsatz erhöht.
Der einfache Kropf ist durch die Vergrößerung der gesamten Schilddrüse oder einer ihrer beiden Lappen gekennzeichnet. In der Regel wird diese Vergrößerung durch ernährungsbedingten Iodmangel verursacht. Die Erkrankung tritt besonders in der Pubertät auf. Einfacher Kropf kommt im Binnenland auf allen Kontinenten der Erde vor. Etwa 30 Prozent der Deutschen leiden unter einer durch Iodmangel bedingten Vergrößerung der Schilddrüse. Die Verabreichung von Iod oder des iodhaltigen Hormons Thyroxin kann dieser Krankheit wirkungsvoll vorbeugen. Zu diesem Zweck wird Iod in kleinen Mengen über einen längeren Zeitraum eingenommen. Iodaufnahme während der Schwangerschaft dient sowohl bei der Mutter als auch beim Ungeborenen der Krankheitsvorbeugung. Zu empfehlen ist der häufige Verzehr von iodhaltigen Lebensmitteln wie Seefisch und Milch und die konsequente Verwendung von Iodsalz. Maßnahmen der Gesundheitsbehörden, wie die Zugabe von Iod in Trinkwasser, haben dazu beigetragen, die Häufigkeit der Erkrankung in einigen Gegenden zu senken. Bei äußerst starker Vergrößerung wird in einigen Fällen die Entfernung der Schilddrüse (Thyroidektomie) erforderlich. In Deutschland werden jedes Jahr über 90 000 Schilddrüsenoperationen durchgeführt.
Schilddrüsenüberfunktion, mit lateinischem Fachausdruck auch Hyperthyreoidismus oder Thyreotoxikose genannt, tritt bei zwei Formen von Schilddrüsenerkrankungen auf: bei der Graves-Krankheit, häufiger auch Basedow-Krankheit genannt, und bei Struma nodosa, knotigen Kropfgeschwüren. Die Basedow-Krankheit, so benannt nach dem Merseburger Arzt Karl Adolf von Basedow (1799-1854), wird durch eine übermäßige Ausschüttung von Thyroxin, dem Haupthormon der Schilddrüse, hervorgerufen. Die Ursache für diese Thyroxinüberproduktion ist nicht bekannt. Man geht jedoch von einer zugrunde liegenden Autoimmunkrankheit aus. Struma nodosa tritt im späteren Stadium der Kropfbildung auf, wenn die Schilddrüsenfunktion nicht mehr, wie im Normalfall, von der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) gesteuert wird. Zu den Krankheitszeichen einer Schilddrüsenüberfunktion zählen Herzjagen, Zittern (Tremor), Schweißneigung, gesteigerter Appetit, Gewichtsverlust, Schwäche und Erschöpfung. Einige Basedow-Patienten zeigen auch Augensymptome wie Exophthalmus, das krankhafte Vortreten des Augapfels aus der Augenhöhle (ein- oder beidseitig), auch „Glotzauge” genannt. Zur medikamentösen Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion werden Thiouracil und Iod verabreicht. In einigen Fällen wird die Radioiodtherapie angewendet, dabei wird die Schilddrüse nach oraler (durch den Mund) Gabe radioaktiven Iods bestrahlt.
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