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    Pakistan (Urdu:  پاکستان ‎; amtlich: Islamische Republik Pakistan) ist ein Staat in Südasien. Er grenzt an den Iran, Afghanistan, China sowie an Indien.

  • Pakistan - Atomstaat in der Krise | ZEIT online

    Pakistan - Der Präsident hat den Ausnahmezustand verhängt, die Opposition ruft zum Widerstand. Gerät das Land in die Hände von Islamisten? Analysen und Hintergründe

  • Pakistan - Lexikon

    Lexikon: Pakistan. Fläche 796.095 km 2 (Weltrang: 35) Einwohner 155.772.000 = 196 je km 2 (Stand 2005, Weltrang: 6) Hauptstadt Islamabad (Islamabad) Amtssprachen

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Pakistan

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Pakistan (Flagge und Hymne)Pakistan (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
7.2

Erste Konflikte mit Indien

Im Gefolge der Teilung des Subkontinents kam es zu – teils erzwungenen – Bevölkerungsverschiebungen größten Ausmaßes: Rund sechs Millionen Hindus und Sikhs zogen von Pakistan nach Indien, etwa acht Millionen Muslime wanderten von Indien nach Pakistan aus. Die demographischen Verschiebungen wurden von zahlreichen Gewalttätigkeiten zwischen den ethnischen und religiösen Gruppen begleitet, teilweise kam es zu regelrechten Massakern. Die Vertreibungen und Gräueltaten vertieften die Ressentiments zwischen den beiden jungen Staaten erheblich.

Eine Ursache weiterer Spannungen war die ungeklärte Frage des Beitritts der indischen Fürstentümer zu einem der beiden neuen Staaten. Von diesen 562 über den gesamten Subkontinent verstreuten Territorien schlossen sich fast alle Indien oder Pakistan an, je nach der religiösen Zugehörigkeit ihrer Bevölkerung. Lediglich die Fürsten von Hyderabad, Junagadh und Kaschmir zogen vorerst die Eigenstaatlichkeit vor. Gleichzeitig mit der Unabhängigkeit Indiens und Pakistans wurden am 15. August 1947 auch diese drei Fürstentümer formell unabhängig. Schon im September 1947 annektierte Indien Junagadh, nachdem sich dessen muslimischer Herrscher für einen Anschluss seines mehrheitlich hinduistischen Staates an Pakistan entschieden hatte; im September 1948 ereilte Hyderabad – ebenfalls muslimisch regiert, aber mehrheitlich hinduistisch bevölkert – das gleiche Schicksal.

Der hinduistische Maharadscha von Kaschmir, dessen Bevölkerung zu drei Vierteln muslimisch war, tendierte dagegen zu einem Anschluss an Indien und provozierte damit schwere innere Unruhen, die sich rasch zu einem von Pakistan unterstützten Aufstand gegen die hinduistische Herrschaft ausweiteten. Am 24. Oktober 1947 riefen die aufständischen Muslime die „provisorische Regierung Kaschmirs” aus; zwei Tage später trat der Maharadscha von Kaschmir mit seinem Fürstentum vorläufig der Indischen Union bei und bat Indien zugleich um militärische Hilfe. Indien entsandte Truppen in den Ostteil Kaschmirs; Pakistan, das den Anschluss Kaschmirs an Indien als illegal bezeichnete, zog Truppen im Westen Kaschmirs zusammen. Der Indisch-Pakistanische Krieg um Kaschmir dauerte das ganze Jahr 1948 über an und konnte erst im Januar 1949 dank der Vermittlung der Vereinten Nationen (UN) beigelegt werden. Indien und Pakistan stimmten einer Waffenstillstandslinie bzw. vorläufigen Grenze (Line of Control, LOC) zu, die Kaschmir in einen (größeren) indisch verwalteten und einen (kleineren) pakistanisch verwalteten Teil trennte. Im Juni 1949 einigten sich Indien und Pakistan zudem auf die Abhaltung einer Volksabstimmung, in der die Bevölkerung des Kaschmirs selbst über ihre endgültige staatliche Zugehörigkeit entscheiden sollte. Über die Voraussetzungen für eine derartige Volksabstimmung – in erster Linie die Demilitarisierung Kaschmirs – konnte jedoch keine Einigung erzielt werden; die Volksabstimmung fand bis heute nicht statt. Im Januar 1957 gliederte Indien zudem nicht nur die unter seiner Verwaltung stehenden zwei Drittel Kaschmirs, sondern formal das gesamte Kaschmir als Bundesstaat Jammu and Kashmir in sein Staatsgebiet ein. Der bis heute ungelöste Kaschmirkonflikt belastet das indisch-pakistanische Verhältnis bis in die Gegenwart und eskalierte mehrmals in militärischen Auseinandersetzungen.

7.3

Konstituierung Pakistans

Erster Ministerpräsident des unabhängigen Pakistans war Liakat Ali Khan; als Generalgouverneur, d. h. als Staatsoberhaupt amtierte bis zu seinem Tod im Jahr 1948 der als Gründervater Pakistans verehrte Mohammed Ali Jinnah. Die ersten Jahre des jungen Staates waren von großen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Problemen geprägt: Millionen muslimische Flüchtlinge aus Indien mussten in die Gesellschaft und lokale Machthaber in das Staatswesen integriert werden, die Rolle des Islam im Staat war umstritten, die Wirtschaft bedurfte einer grundlegenden Modernisierung. Dazu kamen noch erhebliche Spannungen zwischen West- und Ostpakistan, die aus den großen strukturellen Unterschieden und der weiten Entfernung zwischen den beiden Landesteilen resultierten. Die Regierung unter Liakat Ali Khan ließ ein umfassendes politisches Programm zur Überwindung der wirtschaftlichen und sozialen Krise vermissen und fand daher auch nicht die Unterstützung der breiten Bevölkerung.

1950 knüpfte Pakistan enge Beziehungen zu den USA, was eine spürbare Belastung des Verhältnisses zur Sowjetunion, Pakistans engem Nachbarn, zur Folge hatte, dem Land aber zumindest umfassende Wirtschaftshilfe einbrachte. In der Folgezeit baute Pakistan seine Bindung an den Westen noch aus – im Gegensatz zu Indien, das eine Politik der Blockfreiheit betrieb, und zur militärischen Stärkung gegenüber Indien: 1954 trat Pakistan der SEATO bei und 1955 dem Bagdadpakt, der späteren CENTO.

Nach Liakats Ermordung 1951 wurde Khwaja Nazim ud-Din, ein Ostpakistani, neuer Ministerpräsident; zuvor war Nazim ud-Din von 1948 bis 1951 Generalgouverneur von Pakistan. Aber auch ihm gelang es nicht, das nun vordringliche innenpolitische Problem, nämlich die zunehmenden Spannungen zwischen West- und Ostpakistan, beizulegen. 1953 wurde er durch einen weiteren Ostpakistani, Mohammed Ali Bogra, abgelöst. 1954 musste die Muslim-Liga bei den Regionalwahlen in Ostpakistan eine empfindliche Niederlage gegen die oppositionelle Awami-Liga hinnehmen; wenig später wurde der Staatsnotstand ausgerufen und Iskander Mirza als Gouverneur von Ostpakistan eingesetzt. In dieser Funktion unterdrückte er, mit weitreichenden Vollmachten ausgestattet, jegliche Opposition gegen die Zentralverwaltung in Westpakistan und alle separatistischen Tendenzen. 1955 wurde Chaudhri Mohammed Ali, ein Westpakistani, neuer Ministerpräsident und Mirza Generalgouverneur von Pakistan.

Am 23. März 1956 trat die erste pakistanische Verfassung in Kraft. Sie definierte Pakistan als „Islamische Republik”; Mirza wurde ihr erster Präsident.

7.4

Instabile Verhältnisse

Auch mit der neuen Verfassung zogen keine stabilen Verhältnisse in Pakistan ein, denn es gelang keiner Partei, in der Nationalversammlung eine sichere Mehrheit zu gewinnen. Im September 1956 wurde Chaudhri Mohammed Ali im Amt des Ministerpräsidenten von Husein Shaheed Suhrawardy, dem Führer der ostpakistanischen Awami-Liga, abgelöst. Schon nach nur wenig mehr als einem Jahr veranlasste Mirza den Ministerpräsidenten zum Rücktritt und installierte eine Koalitionsregierung unter Ismail Ibrahim Chundrigars, die nur ganze zwei Monate Bestand hatte, ehe sie von einer von der Republikanischen Partei gestellten Regierung unter Firoz Khan Noon abgelöst wurde. Als Präsident Mirza vor dem Hintergrund eines sich anbahnenden Bündnisses zwischen Republikanern und der Awami-Liga seinen Einfluss schwinden sah, verhängte er am 7. Oktober 1958 das Kriegsrecht über das Land, setzte die Verfassung außer Kraft, entließ die Regierung Noon und löste die Nationalversammlung auf.

Unter dem Kriegsrecht stellte Mirza General Mohammed Ayub Khan, den Oberbefehlshaber der Streitkräfte, als „Obersten Kriegsrechtsadministrator” an die Spitze der Regierung. Zwanzig Tage später zwang Ayub den Präsidenten zur Abdankung, ernannte sich selbst zum Präsidenten und übernahm zugleich das Amt des Ministerpräsidenten.

7.5

Reformen unter Ayub Khan

Ayub Khan beherrschte Pakistan mehr als zehn Jahre lang fast unumschränkt. Unter seiner Regierung machte das Land zwar einige Fortschritte, aber auch er vermochte die Grundprobleme der pakistanischen Gesellschaft nicht zu lösen. Im Rahmen einer Landreform ließ Ayub Khan rund 900 000 Hektar Land an 150 000 Bauern verteilen, aber trotz dieser breit angelegten Reform blieben die feudalen Verhältnisse auf dem Land bestehen: 6 000 Großgrundbesitzer besaßen weiterhin dreimal so viel Ackerland wie den 150 000 Bauern insgesamt übertragen wurde. Um die erheblichen Unterschiede zwischen West- und dem wirtschaftlich benachteiligten Ostpakistan auszugleichen, erhöhte Ayub Khan die Finanzhilfen für Ostpakistan um das Dreifache; dies kam zwar der Wirtschaft des östlichen Landesteiles sichtbar zugute, aber reichte bei weitem nicht aus, um die Standards der beiden Landesteile anzugleichen.

1961 wurde mit dem Bau von Islamabad begonnen, das Karachi als Hauptstadt ablösen sollte. 1967 wurde Islamabad offiziell Hauptstadt Pakistans.

Von allen politischen Reformen, die Ayub einleitete, war das mit der neuen Verfassung von 1962 eingeführte System der so genannten basic democracies (kleine Wahlkreise) von herausragender Bedeutung: Verteilt über das ganze Land wurden 80 000 basic democracies geschaffen, die die Vertreter für die parlamentarischen Versammlungen auf regionaler und nationaler Ebene bis hinauf zur Nationalversammlung wählten, die wiederum den Präsidenten wählte. Dieses System der „gelenkten Demokratie” gliederte sich in vier Stufen von der obersten nationalen bis hinab zur lokalen Ebene, und jeder Stufe kamen spezifische Verantwortlichkeiten in der Verwaltung ihrer jeweiligen Ebene zu. Eine weitere wichtige, von Ayub Khan initiierte Neuerung war die Reform der Ehe- und Familiengesetze: Es wurde die Vielehe eingeschränkt und die Ehescheidung geregelt sowie das Erbrecht der Frauen und Minderjährigen gestärkt. 1965 wurde Ayub Khan von der Nationalversammlung im Amt bestätigt.

Ayub Khan pflegte freundschaftliche Beziehungen zu den USA, die Pakistan umfangreiche wirtschaftliche und militärische Hilfen zukommen ließen. Die Beziehungen verschlechterten sich jedoch, als es 1965 in der Kaschmirfrage zu einem zweiten Krieg zwischen Indien und Pakistan kam: Die USA stellten ihre Militär- und Wirtschaftshilfe für beide Länder ein, während sich gleichzeitig die Sowjetunion als Vermittler einschaltete und im Januar 1966 ein Abkommen zwischen den Konfliktparteien zustande brachte. In diesem Abkommen, dem Vertrag von Taschkent, einigten sich Pakistan und Indien auf den Rückzug ihrer Truppen auf die Vorkriegsstellungen und die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen, und sie sagten zu, eine Lösung des Kaschmirproblems nicht auf militärischem Weg herbeiführen zu wollen.

Der Kaschmirkrieg und der Vertrag von Taschkent sowie die zunehmend diktatorische Amtsführung Ayub Khans lösten in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre wachsende Unzufriedenheit in der pakistanischen Bevölkerung aus. 1966 entließ Ayub Khan Außenminister Zulfikar Ali Khan Bhutto, der den Friedensschluss mit Indien ablehnte und den „Verlust” Kaschmirs scharf kritisierte, und schuf sich so einen mächtigen Gegner mit großem Rückhalt in der Bevölkerung. Ende 1968 entlud sich die Unzufriedenheit mit der Regierung Ayub Khan in Massendemonstrationen und Unruhen, die in einem Generalstreik gipfelten und schließlich im März 1969 Ayub Khan zum Rücktritt zwangen. Statt jedoch die Macht an den Präsidenten der Nationalversammlung zu übergeben, wie es die Verfassung vorsah, berief er den Oberbefehlshaber der Streitkräfte, General Aga Mohammed Jahja Khan, zu seinem Nachfolger. Jahja Khan setzte sogleich die Verfassung außer Kraft und verhängte das Kriegsrecht.

7.6

Sezession Bangladeschs

Um Rückhalt in der Bevölkerung zu finden, entließ Jahja Khan fast 300 hohe Regierungsbeamte, die der Korruption verdächtig waren, und erließ eine Verordnung gegen Monopole und Handelskartelle, die insbesondere den Einfluss und die Macht jener 30 Familien eindämmen sollte, die mehr als die Hälfte des pakistanischen Bruttoinlandsproduktes kontrollierten. Des Weiteren sagte er zu, binnen kurzem die Macht wieder an zivile Behörden abzugeben; seine Reformvorhaben scheiterten jedoch an innenpolitischen Spannungen und der Polarisierung der politischen Kräfte.

Die größte Gefahr für die politische Einheit Pakistans bildete die wachsende Kluft zwischen West- und Ostpakistan. Scheich Mujibur Rahman, seit 1966 Vorsitzender der Awami-Liga, forderte für Ostpakistan weitestgehende Autonomie im Rahmen einer Föderation, in der die Zentralregierung nur noch für die Außenpolitik und die Landesverteidigung zuständig sein sollte. Mit dieser Forderung fand er in Ostpakistan breite Unterstützung, und folgerichtig gewann seine Awami-Liga bei den Wahlen zur verfassunggebenden Nationalversammlung am 7. Dezember 1970 fast alle der für Ostpakistan reservierten Mandate und damit auch die Mehrheit in der Nationalversammlung. Die Pakistan People’s Party (PPP, Pakistanische Volkspartei), die 1967 von Bhutto gegründet worden war, wurde stärkste Partei in Westpakistan. Die PPP verteidigte die Einheit Pakistans und verweigerte jegliche Zusammenarbeit mit der Awami-Liga.

Jahja Khan zögerte die Konstituierung der Nationalversammlung immer wieder hinaus; sie trat nie zusammen. Im Gegenzug rief Mujibur Rahman im März 1971 die „Unabhängige Republik Bangladesch” aus. Die Zentralregierung suchte die Unabhängigkeit Ostpakistans mit Hilfe westpakistanischer Truppen zu unterdrücken, musste jedoch, als im Dezember 1971 Indien zugunsten Ostpakistans militärisch in den Konflikt eingriff, kapitulieren und sich in die Unabhängigkeit Ostpakistans (bzw. nun Bangladeschs) von Westpakistan (jetzt Pakistan) fügen. Aber erst 1974 erkannte Pakistan Bangladesch als souveränen Staat an, und als Bangladesch kurz nach seiner Unabhängigkeit 1972 in den Commonwealth aufgenommen wurde, trat Pakistan aus Protest aus und kehrte erst 1989 in diesen Staatenverbund zurück.

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