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Serbien

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Serbien (Flagge und Hymne)Serbien (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
7.1

Mittelalter

Im späten 12. Jahrhundert erkämpfte Stephan Nemanja für das Fürstentum Raszien, das den Kern des heutigen Serbien bildete, die Unabhängigkeit; sein Sohn Stephan Prvovenčani erhielt 1217 sogar von Papst Honorius III. die Königskrone. Im 14. Jahrhundert weitete Serbien seinen Herrschaftsbereich sukzessive aus, bis das Land unter Stephan IV. Dušan (Regierungszeit 1331-1355) den Höhepunkt seiner Macht und seiner Ausdehnung erreichte: Albanien und große Teile Griechenlands standen nun unter der Herrschaft des serbischen Reiches, und 1346 nahm Stephan Dušan den Titel eines „Zaren der Serben und Griechen” an. Zudem zentralisierte er nach byzantinischem Vorbild die Verwaltung und ließ ein Gesetzeswerk schaffen, das u. a. den Status der Leibeigenen festlegte und das Land stabilisierte. Nach Stephan Dušans Tod verfiel das Reich jedoch wieder.

7.2

Osmanische Herrschaft

In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts weitete sich das Osmanische Reich auf die Balkanhalbinsel aus. 1389 wurden die Serben von den Osmanen auf dem Amselfeld vernichtend geschlagen, und mit der Eroberung der serbischen Hauptstadt Smederevo (südöstlich von Belgrad) durch die Osmanen 1459 fiel ganz Serbien unter osmanische Herrschaft. Nach der erfolglosen Belagerung Wiens 1683 durch die Osmanen stieß Österreich gegen die Osmanen auf den Balkan vor und erhielt im Frieden von Karlowitz (1699) und endgültig im Frieden von Passarowitz (1718) Nordserbien zugesprochen, während Serbien südlich der Save-Donau-Linie weiter unter osmanischer Herrschaft blieb.

Ab 1804 erhoben sich die Serben unter Đorðe Petrović, genannt Karaðorðe, gegen die Osmanen und erreichten 1812 tatsächlich einen weitgehend autonomen Status. Schon im Jahr darauf entzog ihnen der osmanische Sultan die Autonomie wieder, woraufhin sich die Serben unter Miloš Obrenović 1815 ein weiteres Mal gegen die Osmanen auflehnten und erneut ein gewisses Maß an Autonomie erkämpften; Serbien blieb aber weiterhin unter osmanischer Oberhoheit und war dem Osmanischen Reich tributpflichtig. 1817 wurde Miloš Obrenović von der Skuptschina, der serbischen Volksvertretung, zum erblichen Fürsten gewählt. Durch den Vertrag von Adrianopel nach dem Russisch-Türkischen Krieg von 1828/29 erhielt Serbien größere Autonomie, und die Anzahl osmanischer Garnisonen in Serbien wurde verringert.

Miloš Obrenović war 1817 an der Ermordung Karaðorðes beteiligt, was eine erbitterte Feindschaft zwischen den beiden Dynastien auslöste. Miloš Obrenović wurde 1839 zur Abdankung gezwungen, da er trotz der 1835 verabschiedeten Verfassung weiterhin einen autoritären Herrschaftsstil gepflegt hatte. Seine Nachfolge traten seine zwei Söhne Milan und Michael an, die jedoch schon 1842 von der Skuptschina durch Karaðorðes Sohn Alexander Karaðorðević ersetzt wurden. Alexander wurde seinerseits 1858 abgesetzt und Miloš Obrenović wieder zurückgerufen. Nach dessen Tod 1860 bestieg sein Sohn Michael Obrenović den Thron; er erreichte 1867 den vollständigen Abzug der osmanischen Truppen aus Serbien. 1868 wurde er von einem Karaðorðević-Parteigänger ermordet; neuer Fürst wurde sein Neffe Milan I. Obrenović.

7.3

Das Königreich Serbien

Im Russisch-Türkischen Krieg von 1877/78 hatte sich Serbien neben anderen Balkanvölkern mit Russland gegen die Osmanen verbündet. Auf dem Berliner Kongress, der nach diesem Krieg die Machtverteilung auf dem Balkan neu ordnete, wurde Serbien (ebenso wie Montenegro) als unabhängiger Staat anerkannt und erfuhr einen bedeutenden Gebietszuwachs; 1882 wurde Serbien schließlich zum Königreich erhoben. Gegen die Forderung der panslawistischen Mehrheit suchte König Milan I. Obrenović nicht die Nähe zu Russland, sondern näherte sich Österreich-Ungarn an. 1885 erklärte er Bulgarien den Krieg, da er das an Bulgarien angegliederte Ostrumelien für Serbien zu erwerben suchte; lediglich die Intervention Österreich-Ungarns bewahrte Serbien vor der völligen Niederlage. Nicht zuletzt wegen dieses unglücklichen Krieges musste Milan 1889 zugunsten seines Sohnes Alexander I. Obrenović abdanken.

Alexander I. Obrenović, dessen Herrschaft sich durch autoritären und korrupten Stil auszeichnete, wurde 1903 ermordet. Das serbische Parlament wählte daraufhin Peter Karaðorðević zum König. Die Politik bestimmte in der Folgezeit im Wesentlichen Ministerpräsident Nikola Pašić, der Gründer der Radikalen Volkspartei, der die Idee eines großserbisch-südslawischen Einheitsstaates verfocht und eine gegen Österreich-Ungarn gerichtete Politik verfolgte.

Die serbisch-österreichischen Beziehungen verschlechterten sich erheblich während des so genannten Schweinekrieges von 1905 bis 1907, einer Auseinandersetzung, die auf einer Zollstreitigkeit beruhte. Der Konflikt spitzte sich 1908 weiter zu, als Österreich-Ungarn Bosnien und Herzegowina annektierte; vor allem durch deutsches Eingreifen konnte gerade noch verhindert werden, dass diese so genante Annexionskrise in einen Krieg zwischen Serbien und Österreich-Ungarn umschlug. 1912/1913 nahm Serbien an den Balkankriegen teil, was dem Land weitere Gebietsgewinne, vor allem in Mazedonien, einbrachte. Das Verhältnis zu Österreich-Ungarn, welches das durch die Kriege noch einmal gewachsene Nationalbewusstsein der Serben mit großem Argwohn betrachtete, verschlechterte sich erneut.

7.3. 1

Der 1. Weltkrieg

Die Situation war bereits äußerst angespannt, als am 28. Juni 1914 der serbische Nationalist Gavrilo Princip den österreichischen Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand, und dessen Frau Sophie in Sarajevo (Bosnien und Herzegowina) ermordete (siehe Attentat von Sarajevo). Österreich stellte daraufhin Serbien ein nicht hinnehmbares Ultimatum und löste damit die Julikrise aus, die am Ende in den 1. Weltkrieg führte. Serbien konnte sich bis Ende 1915 gegen die Mittelmächte verteidigen und wurde dann besetzt. Die serbische Regierung floh 1916 auf die griechische Insel Korfu und verabschiedete dort eine Erklärung, die zur slawischen Einheit aufrief.

7.4

Serbien im Königreich und der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges 1918 und dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns vereinten sich Serbien, Montenegro und die ehemals österreichisch-ungarischen Gebiete Kroatien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen. Den Thron des neuen Königreichs übernahm formell der bisherige serbische König Peter Karaðorðević, die Regentschaft aber führte sein Sohn Alexander I., der ihm nach seinem Tod 1921 offiziell auf dem Thron folgte. Seit Bestehen des Königreiches dominierte das serbische Element; die nichtserbischen Ethnien, ebenso die nichtserbischen Religionen sahen sich benachteiligt, und es kam immer wieder zu Spannungen zwischen den Ethnien und Religionen. 1929 wurde das Land in Königreich Jugoslawien umbenannt.

Während des 2. Weltkrieges besetzten 1941 die Achsenmächte Jugoslawien und zerschlugen es; Serbien kam unter deutsche Militärverwaltung. Nach Kriegsende 1945 wurde Jugoslawien wiedererrichtet und die Föderative Volksrepublik Jugoslawien ausgerufen, die 1963 in Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien umbenannt wurde; Serbien war als Sozialistische Republik eine der sechs Teilrepubliken des Staates, die Provinzen Vojvodina und Kosovo verfügten seit 1946 bzw. 1968 über einen autonomen Status.

1989 übernahm Slobodan Milosević das Präsidentenamt in Serbien, 1990 wurde er in den ersten freien Wahlen in Jugoslawien seit 1945 in diesem Amt bestätigt. Milosević hatte sich bereits seit Mitte der achtziger Jahre als Verfechter serbisch-nationalistischer Ideen profiliert; Ziel seiner Politik war die Errichtung eines großserbischen Zentralstaates. Ein erster Schritt in diese Richtung war die Aufhebung der Autonomie des Kosovo und der Vojvodina; im Kosovo war die Aufhebung der Autonomie mit Repressionen gegen die Kosovo-Albaner, die die deutliche Mehrheit der Bevölkerung stellten, verbunden.

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