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Windows Live® Suchergebnisse MarseilleEnzyklopädieartikel
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Marseille, Stadt in Südfrankreich, östlich des Deltas der Rhône, am Golfe du Lion, einer Bucht des Mittelmeers. Marseille ist nach der Landeshauptstadt Paris die zweitgrößte Stadt in Frankreich, Hauptstadt der Region Provence-Alpes-Côte-d’Azur und Verwaltungssitz des Departements Bouches-du-Rhône.
Für das wirtschaftliche Leben ist der Hafen der Stadt von überragender Bedeutung. Von ihm aus herrscht reger Schiffsverkehr mit einer Vielzahl anderer europäischer Häfen sowie von und nach Nordafrika sowie Süd- und Südostasien. Er ist nach dem Hafen von Rotterdam der bedeutendste Seehafen Europas und umfasst die Hafenanlagen am Étang de Berre, einen weitläufigen, überwiegend in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts errichteten Erdölhafen am Golfe de Fos und einen Vorhafen im Mündungsdelta der Rhône. Zu den wichtigsten industriellen Erzeugnissen gehören u. a. petrochemische Produkte (vor allem Erdöl), Eisen und Stahl, chemische Erzeugnisse, Kunststoffe, Metallwaren und Nahrungsmittel. Auch Werften sind von großer Bedeutung. Allerdings hat sich die wirtschaftliche Lage in den letzten Jahrzehnten verschlechtert, die Arbeitslosenrate von Marseille zählt zu den höchsten in Frankreich. Marseille ist erstes Ziel vieler Zuwanderer aus Nordafrika nach Frankreich.
Insgesamt erinnern nur wenige architektonische Überreste daran, dass Marseille eine der ältesten Städte Frankreichs ist. In der Marseille vorgelagerten Bucht befinden sich mehrere kleine Inseln, darunter auch die Île d’If mit dem im 16. Jahrhundert errichteten Château d’If. Die Anlage ist einer der Schauplätze von Alexandre Dumas Roman Der Graf von Monte Cristo. Die Altstadt von Marseille wird von steilen, verwinkelten Gassen geprägt. Auf einem rund 160 Meter hohen Kalkfelsen erhebt sich die von weitem sichtbare Wallfahrtskirche Notre-Dame-de-la-Garde, eines der Wahrzeichen von Marseille. Der 46 Meter hohe Glockenturm des im 19. Jahrhundert geweihten Gotteshauses wird von einer vergoldeten Madonnenstatue gekrönt. Die Catédral de la Major (1852-1893) wurde auf den Resten eines Vorgängerbaus aus dem 11. Jahrhundert errichtet. Im Inneren beherbergt sie eine reiche Marmorausstattung. Zu den wichtigsten Bildungs- und Kultureinrichtungen der Stadt gehören die beiden Universitäten Aix-Marseille I und II (1970) sowie Museen für Musikinstrumente, Archäologie, Geschichte der Stadt, Schiffsbau und Kunst.
Um 600 v. Chr. gründeten Griechen die Siedlung Massalia. Sie entwickelte sich schnell zur größten Hafenstadt im westlichen Mittelmeerraum. 49 v. Chr. wurde sie der römischen Provinz Gallia Narbonensis eingegliedert. Nach dem Untergang des Römischen Reiches fiel die Stadt an die Westgoten, später an die Franken. Im Jahr 1218 wurde sie selbständig. Gemeinsam mit der Provence kam Marseille 1481 an die französische Krone. Mit dem Ausbau des Hafens ab Mitte des 19. Jahrhunderts erblühte auch der Handel, der durch Frankreichs Erwerb von Kolonien in Nordafrika noch verstärkt wurde. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 821 000.
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