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Windows Live® Suchergebnisse ZeichnungEnzyklopädieartikel
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Zeichnung, Gestaltung von Umrissen auf einer Fläche wie Papier, Leinwand, Pappe, Putz, Glas, Bein und Stein unter Zuhilfenahme von Linien, Farbe und Schattierung. Zur Anfertigung einer Zeichnung werden trockene Zeichenmittel wie Bleistift (Graphit), Silberstift (besonders im 15. Jahrhundert), Rötel (seit Leonardo da Vinci), Kreide, Pastell, Kohle, Buntstifte, und flüssige Zeichenmittel wie Tinte, Sepia, Tusche, Wasserfarbe, Gouache oder Deckweiß benutzt oder auch Kombinationen dieser Hilfsmittel. Flüssige Zeichenmittel werden mit Federn (bis ins 19. Jahrhundert Gänsekiel, später Metallfeder) und Pinsel aufgebracht. Graphische Verfahren wie Holzschnitt, Kupferstich, Radierung (siehe Druckgraphik und druckgraphisches Gestalten) und Lithographie nehmen die Zeichenkunst zum Ausgang. Die Zeichnung ist die älteste Kunstübung und stellt auch heute noch die Grundlage sämtlicher bildenden Künste (einschließlich Bildhauerei) dar. Die Zeichenkunst ist ein wichtiger Ausbildungszweig an den Kunstakademien, beim Architekturstudium und an technischen Fachschulen (zum Zeichnen mit technischen Geräten siehe technisches Zeichnen).
Beim Abzeichnen sichtbarer Objekte handelt es sich um die graphische Wiedergabe von Eindrücken, die mit den Augen aufgenommen werden. Da es nicht möglich ist, alle Aspekte eines Gegenstands auf einer ebenen Fläche festzuhalten, besteht die Kunst des Zeichnens darin, dem Betrachter mitzuteilen, was er auf der Zeichnung nicht sehen kann. Die Entscheidung, wie dabei verfahren wird, erfordert Umsetzungsvermögen, das sich erst mit zeichnerischer Erfahrung einstellt. Bei einer Skizze handelt es sich um eine Zeichnung, die in gestraffter Form nur die entscheidenden Einzelheiten des Objekts wiedergibt. Die verschiedenen Schulen des Zeichnens unterscheiden sich dadurch, inwieweit die Beschränkungen, die die einfarbige Gestaltung mit sich bringt, überwunden werden. Bei mancher Skizze werden die Umrisse, Konturen und typische Kennzeichen eines Gegenstandes dargestellt. Die Kraft der reinen Linie zur Andeutung unterschiedlicher Oberflächenstrukturen und zur Wiedergabe von Details wird beispielhaft in der chinesischen und japanischen Kunst deutlich, besonders bei Schwarzweißzeichnungen.
Die Grundprinzipien des Zeichnens sind stets dieselben, welches Medium auch immer zur Anwendung kommt. Der Künstler stellt seine Beobachtungen an, skizziert dann die vorherrschenden Strukturlinien seines Gegenstandes, dessen Konturen und die größeren Flächen. Die wichtigeren Details werden hinzugefügt, es folgen Korrekturen. Bei diesen Arbeitsgängen spielen die Leichtigkeit der Skizzierung und sichere Linienführung eine Rolle. Je nach Darstellungsmittel werden verschiedene Techniken angewandt. Mit der Zeichenfeder lässt sich am genauesten arbeiten, denn sie hinterlässt eine unauslöschliche Spur. Unterschiedliche Schattierungen müssen durch Tupfer, eng gesetzte Linien und Kreuzschraffur angedeutet werden. Ein Meister der Federzeichnung muss auch ein Meister der reinen Linie sein. Mit Kohle und Pinsel ist es fast unmöglich, feine Linien zu ziehen. Das gilt auch für die Arbeit mit dem Pinsel. Bleistift und Buntstift erfordern ebenfalls die Verwendung der Linie, erlauben aber auch breite, weiche Striche und Abtönungsmöglichkeiten mit dem Wischer. Dunklere Schattierungen und größere einfarbige Flächen werden mit dem Bleistift angedeutet, während die Farbe des Papiers für die Wiedergabe der Zwischentöne verantwortlich ist. Die Meister der Renaissance, die den Graphitbleistift, eine Erfindung des 16. Jahrhunderts, noch nicht kannten, benutzten für ihre Arbeit auf Pergament oder schwerem Papier ein Zeichengerät mit einer Spitze aus Blei oder Silber, so dass eine hellgraue Linie entstand. Häufigere Verwendung fand jedoch rote Kreide. Auch die Gänsefeder diente zum Zeichnen, bis sie im 19. Jahrhundert von der Stahlfeder verdrängt wurde. Die Technik des perspektivischen Zeichnens (siehe Perspektive) wird bei der Handzeichnung und dem Zeichnen mit Geräten angewandt. Sie zielt darauf ab, einen Gegenstand in seiner dreidimensionalen Erscheinungsform aus einem bestimmten Blickwinkel darzustellen. Dabei geht es nicht um künstlerischen Ausdruck, sondern um den konstruktiven Aspekt. Der Gegenstand wird mit den Verkürzungen gezeichnet, die das Auge des Beobachters aus dem entsprechenden Blickwinkel wahrnimmt. Die exakten Winkelabstände, Dimensionen, Verzerrungen und Verkürzungen jedes Teilbereichs werden jedoch durch mathematische Größen bestimmt, nicht durch den bloßen visuellen Eindruck. Eine Zeichnung kann dann mit zusätzlichen farbigen Linien, mit Licht und Schatten vervollkommnet werden. Damit verlässt sie das Gebiet der technischen Zeichnung und wird zum künstlerischen Ausdruck. Es ist für einen Zeichner unmöglich, Landschafts- und Gebäudeformen korrekt wiederzugeben, ohne im perspektivischen Zeichnen ausgebildet worden zu sein. Entprechende Kenntnis ist unabdingbar für Kulissenmaler, und sie bildet die Grundlage der optischen Raffinements des Bühnenbildes. Die japanische Kunst löste das Problem der Perspektive ganz anders. Der Blick des Betrachters schweift hier fast ausnahmslos aus der Vogelperspektive über die Szenerie.
Während der Altsteinzeit wurden in Afrika, Asien und Europa auf Knochen, Felswänden und in Höhlen Tiere abgebildet, und zwar offensichtlich in einem kultischen oder religiösen Kontext. Beispiele sind die Höhlen von Altamira in Spanien und Lascaux in Frankreich. Im antiken Ägypten dienten Tuschezeichnungen auf Papyrus und Steingutfragmente, in die man Figuren und Muster eingeritzt hatte, als Vorlage für Maler und Bildhauer. In Mesopotamien waren es Ritzzeichnungen auf Tontafeln. Diese Zeichnungen, die zunächst nur eine strenge Frontalansicht und übertriebene Formen zeigten, erhielten im Lauf der Zeit mehr und mehr naturgetreue Züge, wie im antiken Ägypten und in Assyrien. Aus dem antiken Griechenland und Rom sind nur wenige Vorzeichnungen auf Holztafeln, Pergament, Metall, Stein und Elfenbein erhalten geblieben. Ausgeführte Zeichnungen, wie sie auf griechischen Vasen zu sehen sind, spiegeln den Entwicklungsweg von der stilisierten, archaischen Form zur Idealisierung der Gegenstände in der Klassik und schließlich zur naturalistischen Behandlung der menschlichen Gestalt. Die Zeichnung der Römer war hingegen im Großen und Ganzen, wie auch ihre Porträtkunst, dem Realismus verpflichtet. In den Klöstern des Mittelalters wurden religiöse Texte auf Pergament abgeschrieben, die man dann mit Initialen, Schmuckrändern und illuminierten Bildern versah. Während der Romanik dienten Zeichnungen als Vorlagen für die Buchmaler, aber auch als Kartons oder Vorzeichnungen für Fresken und Skulpturen. Als Bildthemen dienten in der Regel allegorische Umsetzungen von Glaubensinhalten. Dies nahm am Ende der Gotik eine radikale Wendung, so in den Silberstift- und Federzeichnungen von Jan van Eyck und Rogier van der Weyden, die im Studium der Natur die göttliche Wahrheit suchten.
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