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Hirse

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Hirseanbau in KamerunHirseanbau in Kamerun
Artikelgliederung
1

Einleitung

Hirse, zu verschiedenen Gattungen der Süßgräser gehörende Getreidearten, die ausgesprochen wärme- und lichtbedürftig sind und deshalb vorwiegend in den Tropen und Subtropen angebaut werden.

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Bedeutung der Hirse

Hirse ist das Grundnahrungsmittel in den ariden Gebieten Afrikas, des Nahen Ostens und zum Teil Asiens, wo auf den kargen Böden andere Getreide nicht gedeihen. In den USA und in anderen Industrieländern wird ebenfalls Hirse angebaut, die hier jedoch als Grünfutter und Körnerfutter in der Tierhaltung Verwendung findet. Hirsekörner sind relativ klein und haben nicht die charakteristische Furche der typischen Brotgetreidekörner. Obwohl Hirse wie die anderen Getreidearten einen Proteingehalt von mehr als 10 Prozent aufweist, eignet sich das Mehl wegen des Mangels an Gluten (Klebereiweiß) nicht zum Brotbacken. Es werden deshalb Fladen gebacken, oder man bereitet Hirsebrei oder Hirsegrütze. In Afrika wird ein erheblicher Anteil der geernteten Hirse unter Verwendung einer bestimmten Hefeart zur Bereitung des traditionellen Hirsebieres verbraucht.

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Hirsearten

Mohrenhirse ist die hinsichtlich des Erntevolumens wohl wichtigste Hirseart, die in allen warmen Ländern angepflanzt wird. Im Süden der USA ist die sehr trockenresistente Pflanze von größerer wirtschaftlicher Bedeutung als Mais, dem sie in der Wuchsform ähnlich sieht. Mohrenhirse kann unter optimalen Bedingungen fast fünf Meter hoch werden und Erträge von bis zu zehn Tonnen pro Hektar bringen. Der Blütenstand, der beim Mais als Kolben ausgebildet ist, ist hier eine lockere, aber bis zu 60 Zentimeter lange Rispe. In den extremen Trockengebieten Afrikas liegen die Erträge wegen mangelhafter Düngung und Schädlingsbekämpfung bei etwa einer Tonne pro Hektar.

Während Mohrenhirse überwiegend als Körnerfutter angebaut wird, ist die Perl- oder Rohrkolbenhirse, die ebenfalls dem Mais ähnlich sieht, wohl die wichtigste Nahrungsgrundlage im Trockengürtel von Westafrika über Arabien bis Indien. Die sehr trockenresistente Pflanze bringt noch bei 180 Millimeter jährlichem Niederschlag bis zu zehn Tonnen Ertrag und ist überdies auch salztolerant, was wegen der potentiellen Versalzungsgefahr arider Böden sehr wichtig ist. Der Fruchtstand sieht ähnlich wie ein Rohrkolben aus, ist aber eine kompakte Ährenrispe, die relativ dicke, weiß, gelb, rot oder schwarz gefärbte Körner trägt.

Die Kolben- oder Borstenhirse wird auch in Gebieten mit Mittelmeerklima von Südeuropa bis in den fernen Osten kultiviert; Italien ist eines der Hauptanbaugebiete in Europa. Kolbenhirse wird maximal zwei Meter hoch und ist so schnellwüchsig, dass sie bereits nach drei Monaten geerntet werden kann. Die kolbenförmigen Fruchtstände werden gern in Vogelkäfige gehängt, damit die Vögel die Körner herauspicken können. Noch kühlere Temperaturen als die Kolbenhirse verträgt die Rispenhirse, die früher auch in Deutschland angebaut wurde und heute noch über Russland bis Zentralasien kultiviert wird. Diese Hirseart wird nur maximal 1,2 Meter hoch und trägt sehr lockere, je nach Unterart auch kompakte Fruchtstände mit fünf Millimeter dicken, rundlichen Samen.

Die wichtigste Getreideart Äthiopiens ist die Zwerghirse, auch Teff genannt. Sie ist ein etwa 40 bis 80 Zentimeter hohes, zartes Gras, das sehr lockere, vielblütige Rispen mit gestielten Ährchen hervorbringt, in denen sich Körner von nur etwa einem Millimeter Größe entwickeln. Trotzdem liegen die Erträge noch bei drei Tonnen pro Hektar. Vergleichbar mit der Zwerghirse ist auch die Fingerhirse, die in Teilen Südindiens und Zentralafrikas als Grundnahrungsmittel angebaut wird. Abgesehen von den erwähnten Hirsearten gibt es weltweit in den Trockengebieten noch eine Vielzahl anderer Arten, die jedoch nur lokale Bedeutung haben.

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Systematische Einordnung

Alle als Hirse bezeichneten Gattungen gehören zur Familie Poaceae. Die Mohrenhirse wird botanisch Sorghum bicolor genannt, die Perlhirse Pennisetum americanum, die Kolbenhirse Setaria italica, die Rispenhirse Panicum miliaceum, die Zwerghirse Eragrostis tef und die Fingerhirse Eleusine coracana. Die zur Herstellung von Hirsebier verwendete Hefeart heißt Schizosaccharomyces pombe.

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