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Lucius Cornelius Cinna

Enzyklopädieartikel

Lucius Cornelius Cinna (um 130 bis 84 v. Chr.), römischer Staatsmann, Popularen-Führer und Anhänger des Gaius Marius.

Cinna nahm als Legat am Bundesgenossenkrieg (91-89 v. Chr.) teil. 88 v. Chr. wurde er, ein Gegner des Lucius Cornelius Sulla, gegen dessen Willen für das Jahr 87 v. Chr. zum Konsul gewählt, musste aber seinem Vorgänger Sulla schwören, die Verfassung, wie sie unter Sulla bestand, einzuhalten. Nachdem allerdings Sulla Ende 88 v. Chr. in den Mithridatischen Krieg aufgebrochen war, suchte Cinna Sullas Gesetzgebung ebenso rückgängig zu machen wie die von Sulla 88 v. Chr. verfügte Ächtung der Marianer (Anhänger des Marius) und strengte eine Klage gegen Sulla an. In der nun folgenden innenpolitischen Auseinandersetzung mit seinem Mitkonsul Octavius unterlag Cinna, musste Rom verlassen und wurde vom Senat als Konsul abgesetzt. Zusammen mit Marius, der von Sulla vertrieben worden war und nun aus Afrika zurückkehrte, stellte er ein Heer auf, zog gegen Rom und brachte die Stadt in seine Gewalt. Sullas Gesetze wurden aufgehoben, Sulla selbst zum Staatsfeind erklärt und seine Anhänger brutal verfolgt.

Nach Marius’ Tod – er starb Anfang 86 v. Chr. zu Beginn seines Konsulatsjahres – war Cinna, der von 86 v. Chr. bis zu seinem Tod ununterbrochen das Konsulat bekleidete, praktisch Alleinherrscher in Rom und dem Westen des Römischen Reiches. Seine Herrschaft stützte er vor allem auf den Ritterstand und auf die ehemaligen italischen Bundesgenossen, denen er in seinem ersten Konsulatsjahr 87 v. Chr. wohl das römische Bürgerrecht zugestanden hatte; Senat und Nobilität wurden in den Hintergrund gedrängt.

85 v. Chr. begann Cinna zu rüsten, um gegen den noch immer im Osten engagierten Sulla zu ziehen; 84 v. Chr. wurde er auf dem Weg nach Osten bei Brundisium (heute Brindisi) von meuternden Soldaten erschlagen. Cinnas Tochter Cornelia war die erste Frau Julius Caesars, sein Sohn Lucius Cornelius Cinna war an der Verschwörung zur Ermordung Caesars beteiligt.

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