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JamaikaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Physische Geographie; Bevölkerung; Bildung; Verwaltung und Politik; Wirtschaft; Geschichte
Währungseinheit ist der Jamaikanische Dollar zu 100 Cents. Die 1960 gegründete Bank of Jamaica ist Zentral- und Notenbank zugleich. Daneben gibt es verschiedene Handelsbanken. Wichtigste Außenhandelspartner sind die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Venezuela, Kanada, Japan sowie Trinidad und Tobago. Jamaika exportiert vor allem Tonerde, Bauxit, Zucker, Rum, Kleidung und Kaffee. Importiert werden überwiegend Lebensmittel, chemische Erzeugnisse, Textilien, Maschinen und Erdöl. Die Handelsbilanz ist negativ.
Jamaika verfügt über ein Schienennetz von 340 Kilometer Länge; das Straßennetz ist etwa 20 996 Kilometer lang (2004). In Kingston und Montego Bay gibt es internationale Flughäfen. Die beiden nationalen Fluggesellschaften Air Jamaica und Air Carribean Transport bestreiten den Auslandsdienst. Flüge innerhalb der Insel bieten die Trans-Jamaican Airlines an.
Jamaika ist eines der beliebtesten Urlaubsziele in der Karibik. Der Tourismus bringt einen großen Teil der Devisen ins Land. Über 1,5 Millionen Touristen besuchen jährlich die Insel. Vor allem die Nordküste ist für den Fremdenverkehr gut erschlossen.
Arawak waren die Ureinwohner von Jamaika (das arawakische Wort Chaymaka bedeutet „Insel der Quellen”). Christoph Kolumbus entdeckte die Insel 1494 während seiner zweiten Westindienreise, und 1509 wurde sie spanische Kolonie. San Jago de la Vega, das heutige Spanish Town, wurde 1523 als erste Niederlassung weißer Siedler gegründet und war für nahezu 350 Jahre Hauptstadt des Landes. Die indianische Urbevölkerung war um die Mitte des 17. Jahrhunderts durch eingeschleppte Krankheiten und brutale Gewalt ausgerottet. Engländer unter dem Befehl von Sir William Penn eroberten Jamaika 1655, und 1670 kam die Insel auch formell in englischen Besitz. In der Folgezeit kamen mehr und mehr englische Siedler auf die Insel. Die Plantagenwirtschaft (vor allem Zuckerrohr) entwickelte sich schnell, und infolge des enormen Bedarfs an Arbeitern wurden in großer Zahl afrikanische Sklaven auf die Insel gebracht; Jamaika entwickelte sich rasch zu einem weltweit bedeutenden Zentrum des Sklavenhandels. 1692 zerstörte ein Erdbeben Port Royal, den wichtigsten Sklavenmarkt Jamaikas. Nicht weit davon gründeten die Briten wenige Jahre später Kingston. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Jamaika durch den Handel mit Zuckerrohr und Kakao zu einer der wohlhabendsten Kolonien Großbritanniens. Am 1. August 1838 wurde die Sklaverei abgeschafft. Aber ihre Befreiung änderte an der wirtschaftlichen und sozialen Lage der ehemaligen Sklaven kaum etwas: Sie blieben arm und diskriminiert. Ihre wachsende Unzufriedenheit entlud sich im Oktober 1865 bei Port Morant in einem Aufstand, den die britischen Verwalter blutig niederschlugen. Infolge des Aufstands verlor Jamaika das Selbstverwaltungsrecht und wurde zur Kronkolonie erklärt. Großbritannien verlegte 1870 den Regierungssitz von Spanish Town nach Kingston. In Reaktion auf neuerliche Unruhen billigte Großbritannien Jamaika 1944 weitreichende innere Autonomie zu, und 1957 erhielt die Insel völlige innere Autonomie. 1958 schloss sich Jamaika mit den anderen britischen Kolonien in der Karibik zur Westindischen Föderation zusammen, jedoch führten Konflikte über die dominierende Rolle Jamaikas innerhalb des Staatenbundes schon 1961 zum Auseinanderbrechen der Föderation. Am 6. August 1962 wurde Jamaika unabhängig. Die Jamaica Labour Party (JLP) wurde bei den Wahlen vom April 1962 stärkste Kraft, ihr Vorsitzender Alexander Bustamante wurde Premierminister. Nach seinem Rücktritt 1967 wurde Hugh Lawson Shearer neuer Regierungschef. 1968 war Jamaika Gründungsmitglied der Caribbean Free Trade Area (CARIFTA, Karibische Freihandelszone) der Vorgängerorganisation der CARICOM. Aus den Wahlen von 1972 ging die People’s National Party (PNP) als stärkste Kraft hervor und löste die seit 1962 regierende JLP an der Macht ab; neuer Premierminister wurde der PNP-Vorsitzende Michael N. Manley. Er verfolgte einen linksgerichteten Kurs und pflegte enge Kontakte zu Kuba und Fidel Castro. 1980 gewann die JLP unter Edward Seaga die Regierungsverantwortung zurück. Seaga löste die Beziehungen zu Kuba, knüpfte enge Bindungen zu den USA und versuchte, ausländisches Kapital ins Land zu holen. Die niedrigen Weltmarktpreise für die beiden Hauptexportprodukte, Bauxit und Zucker, wirkten sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung aus. 1989 löste erneut die PNP die JLP in der Regierungsverantwortung ab; Manley, wieder Premierminister, verfolgte nun eine Politik der freien Marktwirtschaft. 1992 trat Manley aus gesundheitlichen Gründen zurück; sein Nachfolger im Amt des Premierministers wurde der PNP-Vorsitzende Percival James Patterson. Die Wahlen im März 1993, Dezember 1997 und Oktober 2002 gewann die PNP jeweils mit der absoluten Mehrheit der Mandate. Im März 2006 löste die bisherige Arbeits- und Tourismusministerin Portia Miller-Simpson Patterson im Amt des Premierministers ab, nachdem sie kurz zuvor zur neuen PNP-Vorsitzenden gewählt worden war. Die Wahlen vom September 2007 brachten nach 18 Jahren in der Opposition wieder die JLP an die Macht; neuer Premierminister wurde ihr Vorsitzender Bruce Golding.
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