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Penicillin

Enzyklopädieartikel
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Entdeckung des PenicillinsEntdeckung des Penicillins
Artikelgliederung
1

Einleitung

Penicillin, auch Penizillin, Antibiotikum, das vom Schimmelpilz Penicillium notatum erzeugt wird.

Die Wirkung dieses Antibiotikums wurde nach bisheriger Darstellung erstmals 1928 von dem britischen Bakteriologen Alexander Fleming beobachtet; nach einem 1999 in der puerto-ricanischen Zeitung La Nacion erschienenen Bericht hat allerdings der Puerto Ricaner Clodomiro Picado bereits 1927 eine Studie zur Wirkung von Penicillin publiziert. Es verging ein Jahrzehnt, bis Penicillin in isolierter Form von dem britischen Biochemiker Ernst Chain, dem britischen Pathologen Howard Florey sowie anderen Wissenschaftlern untersucht werden konnte.

Penicillin wirkt in zweifacher Weise: Es tötet Bakterien und hemmt bakterielles Wachstum. Penicillin zerstört keine Organismen, die sich im Ruhestadium befinden, sondern nur solche, die wachsen und sich vermehren. Es ist gegen eine breite Palette von Krankheitserregern wirksam, u. a. gegen Pneumokokken, Streptokokken, Gonokokken, Meningokokken, gegen das Tetanusbakterium Clostridium tetani und die Syphilisspirochäte. Dieses Arzneimittel wird erfolgreich zur Behandlung so tödlicher Krankheiten wie bakterielle Endokarditis, Septikämie, Gasgangrän, Gonorrhö und Scharlach eingesetzt. Toxische Nebenwirkungen des Penicillins beschränken sich weitgehend auf allergische Reaktionen, die vor Verabreichung des Medikaments mit verschiedenen Testverfahren ausgeschlossen werden können.

2

Halbsynthetisches Penicillin

Penicillin erwies sich zwar als äußerst wirksam in der Bekämpfung etlicher Krankheiten, Infektionen, die durch bestimmte Staphylokokkenstämme verursacht wurden, können jedoch nicht damit geheilt werden: Diese Bakterien erzeugen ein bestimmtes Enzym, das Penicillin zerstört und daher Penicillinase genannt wird. Außerdem stellte man fest, dass auch Enterokokken sowie viele andere gramnegative Bakterien, die Atem- und Harnwegsinfektionen verursachen, gegen Penicillin resistent sind (gramnegative Bakterien werden bei der so genannten Gram-Färbung durch Alkohol entfärbt). Eine geeignete chemische Behandlung einer biologischen Vorläufersubstanz des Penicillins führte zur Entwicklung einer Reihe von halbsynthetischen Penicillinen. Die wichtigsten darunter sind Methicillin und Ampicillin. Methicillin ist außerordentlich wirksam gegen penicillinasebildende Staphylokokken. Ampicillin wirkt gegen alle Bakterien, die normalerweise auch auf Penicillin reagieren, außerdem hemmt es Enterokokken und die meisten gramnegativen Bakterien.

3

Dosierung

Konzentration und Dosierung von Penicillin werden in internationalen Einheiten angegeben. Eine Einheit entspricht 0,0006 Gramm des kristallinen Penicillinanteils, Penicillin G genannt. In den Anfängen der Penicillintherapie wurde das Medikament alle drei Stunden in kleinen Mengen verabreicht. In jüngerer Zeit wurde ein neues Präparat entwickelt, das so genannte Benzathinpenicillin G. Dieses Mittel wird einmal in den Muskel gespritzt und sorgt dann bis zu vier Wochen lang für die erforderliche Antibiotikakonzentration im Körper. Dies ist eine geeignete Therapie für Syphilis und Halsinfektionen mit Streptokokken. Mit der Zeit ist die Resistenz von Bakterien gegen Penicillin gestiegen; dies erfordert alternative Arzneimittel und erhöhte Penicillindosen.

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