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Eskimo

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Kehlkopfgesang der InuitKehlkopfgesang der Inuit
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Gesellschaftsorganisation

Obwohl die Eskimovölker über eine derart weite Fläche verstreut leben, ist ihre Gesellschaftsstruktur von bemerkenswerter Homogenität. Die wichtigste soziale Einheit ist die Familie, der auch nahe Verwandte und angeheiratete Verwandte angehören. Zwar gibt es Ehen, die von den Verwandten des Brautpaares arrangiert werden, doch besteht oftmals auch die Möglichkeit, den Ehepartner auszuwählen. Neben monogamen Strukturen ist auch Polygynie (Vielweiberei) und Polyandrie (Vielmännerei) üblich. Die Ehe der Eskimo ist nach den Prinzipien strenger Arbeitsteilung und Gütertrennung organisiert. Beide Ehepartner behalten ihre Gerätschaften, Haushaltsgüter und anderen Privatbesitz. Die Männer sind für Hausbau, Jagd und Fischfang zuständig. Die Frauen kochen, bearbeiten Tierhäute und fertigen die Kleidung. Alle Nahrungsgüter wie Fische und Wild sind gemeinschaftlicher Besitz. Jeder Eskimo ist zur Unterstützung der Familienmitglieder verpflichtet. Eines der üblichen Mittel sozialer Kontrolle ist es, einen Gesetzesbrecher dem Spott der ganzen Gemeinschaft auszusetzen oder gar zu ächten. Manche Gruppen bewältigen Konflikte, indem sie Kampfspiele oder Sängerwettstreite ausfechten. Bei einem Sängerduell singen die verfeindeten Teilnehmer aus dem Stegreif beleidigende Lieder. Dem Verlierer droht der soziale Ausschluss.

Zwischen nichtverwandten Parteien können Bündnisse durch den Austausch von Präsenten geschlossen und gefestigt werden. Dabei besteht das kostbarste Geschenk darin, einem Mitglied der anderen Partei die höchstgestellte Frau des Haushalts zum Geschlechtsverkehr anzubieten. Die Frau hat allerdings die Möglichkeit abzulehnen. In diesem Fall erweist der Schenker dem Gast seinen Respekt, indem er ein anderes Geschenk überreicht.

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Nahrung und Jagd

Traditionell ernähren sich die Eskimo vor allem von Fisch und vom Fleisch der Seesäuger (Robbe, Wal, Walross). Das Fleisch wird gekocht, getrocknet oder gefroren verzehrt. Im Winter ist der Seehund die Hauptnahrungsquelle. Außerdem werden Hundefutter, Kleidung, Boots-, Zelt- und Harpunenmaterial sowie der Tran für Lampen und Heizung aus Seehunden gemacht. In Alaska und Kanada jagen die Eskimo Karibus und in geringerem Umfang auch Eisbären, Füchse, Hasen oder Vögel. Zur Großwildjagd schließen sie sich zu größeren Verbänden zusammen, denen mehrere Familien angehören. Dabei durchqueren die Eskimo ihr gesamtes Siedlungsgebiet und treiben auf ihrem Weg oft auch Handel mit anderen Gruppen. Inzwischen haben zahlreiche Eskimo ihren traditionellen Lebensstil und das Jagen aufgegeben. Diese arbeiten z. B. als Angestellte oder Lohnarbeiter.

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Behausung, Transportmittel und Kleidung

Manche Eskimo, die ihrer Tradition treu geblieben sind, bauen noch Iglus. Für den Sommer werden Zelte aus Walross- oder Seehundfell errichtet. Die Winterbehausungen haben in der Regel ein Gerüst aus Walknochen oder Treibholz. Die Wände sind aus Stein, das Dach ist mit Moos oder Torf gedeckt. Als Eingang wird ein langer, schmaler Durchgang benutzt, durch den man kriechen muss. Auf ihren Reisen bauen manche Eskimo in Kanada halbkugelförmige Winterhäuser aus Schnee. Früher wohnten sie ständig darin. Diese Schneeiglus sind in Grönland selten und bei den Eskimo in Alaska vollkommen unbekannt. Ohnehin leben heute viele Eskimo in modernen Stadthäusern.

Die wichtigsten traditionellen Fortbewegungsmittel der Eskimo sind der Kajak, der so genannte Umiak sowie der Hundeschlitten. Kajaks sind leichte Jagdboote, die aus einem Holzrahmen bestehen, der mit Seehundfell bespannt ist und lediglich in der Mitte eine runde Öffnung für den Benutzer hat. In Grönland und Alaska wird das Fell um die Taille des Kajakfahrers fest zugebunden. So ist das Boot praktisch wasserdicht. Der Umiak ist ein etwa neun Meter langes und über zwei Meter breites offenes Boot, das aus einem mit Walrosshäuten bespannten Holzrahmen besteht. Der Umiak wird vorwiegend zur Robbenjagd benutzt. Die Schlitten der Eskimo werden von Schlittenhunden gezogen. Sie sind bei allen Eskimovölkern, mit Ausnahme der im Süden Grönlands, verbreitet. Ursprünglich bestanden die Kufen aus Stoßzähnen oder Fischbein. Erst als Händler Eisen einführten, baute man solche aus Metall. Seit etwa 50 Jahren sind auch das Motorboot und das Schneemobil wichtige Transportmittel.

Die traditionelle Kleidung der weiblichen wie männlichen Eskimo besteht aus wasserdichten Stiefeln, doppellagigen Hosen sowie dem Parka, einem eng anliegenden, doppellagigen Anorak mit Kapuze. Alle Kleidungsstücke werden aus Tierhäuten und Pelzen hergestellt.

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Religion

Die Eskimo praktizierten (und praktizieren teilweise noch) eine Form von Animismus. Ihre Geister sind weder gut noch böse, können jedoch in das Leben der Menschen eingreifen. Zur Beeinflussung des Schicksals dienen Zauberformeln, Amulette und Talismane, die vor allem Schamanen verwenden (siehe Schamanismus). Diese heilen auch Krankheiten und helfen bei der Lösung von Konflikten. Bei den Eskimo gibt es gesellschaftliche Tabus, die eingehalten werden müssen, um die Tiergeister nicht zu erzürnen: So müssen etwa bei der Schlachtung bestimmte Regeln beachtet werden.

Die Rituale und Mythen der Eskimo spiegeln den Kampf ums Überleben in der feindlichen Umwelt wider. Vorstellungen von einem Leben nach dem Tod, von Seelenwanderung oder Reinkarnation sind zwar vorhanden, stehen jedoch nicht im Zentrum des Glaubens. Die meisten rituellen Zeremonien sind an Jagdvorbereitungen gebunden. Zu ihrer Untermalung wird die flache, tamburinähnliche Trommel des Schamanen verwendet. Heute allerdings sind viele Eskimo zum Christentum konvertiert.

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Kunsthandwerk

Seit alters her produzieren die Eskimo technisch durchdachte und kunstvoll geschmückte Werkzeuge. Aus den Stoßzähnen (siehe Elfenbein) von Walrössern und Walen schnitzen sie u. a. Tier- und Menschenfiguren. Aus Treibholz und Fischbein werden kultische Masken gefertigt, die teilweise so klein sind, dass sie bei rituellen Tänzen auf den Fingern der Frauen getragen werden. Als im 18. Jahrhundert europäische und amerikanische Händler in die Gebiete der Eskimo vordrangen, begannen diese, auch Stöcke und Spielbretter für den Verkauf herzustellen. Siehe Kunst der Eskimo

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