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Windows Live® Suchergebnisse InvestmentfondsEnzyklopädieartikel
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Investmentfonds, das Sondervermögen einer Investmentgesellschaft (Kapitalanlagegesellschaft, Investment Trust). Sie gibt Investmentanteile (Investmentzertifikate) an Sparer aus und legt das erhaltene Geld in Aktien und festverzinslichen Wertpapieren verschiedener Unternehmen an. Dabei beachtet sie das Prinzip der Risikostreuung. Die Wertpapiere bilden den Investmentfonds. Er stellt den Gegenwert der ausgegebenen Investmentzertifikate dar. Bei Einkommensfonds werden die Erträge ausgeschüttet, bei Wachstums- oder Thesaurierungsfonds werden sie wieder angelegt. Bei so genannten Immobilienfonds besteht das Fondsvermögen aus Immobilien. Rentenfonds setzen sich in den meisten Fällen aus festverzinslichen Wertpapieren zusammen – seltener aus variabel verzinslichen Wertpapieren. Bei einem Investmentfonds wird das Geld zahlreicher Anleger gebündelt und von einer professionellen Verwaltung auf viele Aktien oder Wertpapiere aufgeteilt. Für den Sparer bietet diese Anlageform gegenüber der Anlage des Geldes in einzelnen Aktien vor allem den Vorteil einer größeren Sicherheit. Besitzt er nur Aktien einer Firma oder weniger Unternehmen, kann ein plötzlicher Kursverlust immer die Vernichtung eines beträchtlichen Teiles des investierten Geldes bedeuten. Bei einem Investmentfonds fallen Kursverluste einiger Aktien aufgrund der vorgenommenen Risikostreuung auf die Aktien zahlreicher Unternehmen kaum ins Gewicht. Wie bei Aktien sichern auch Anteile an einem offenen Investmentfonds dem Sparer schnellstmögliche Liquidität. Er kann seine Anteile jederzeit an die Kapitalgesellschaft zurückgeben. Da der Wert der meisten Fonds schwankt, ist es aber möglich, dass der Sparer bei einem sofortigen Verkauf einen Verlust hinnehmen muss.
Das Aufkommen der Investmentfonds ist eng an das Entstehen von Geldvermögen in den modernen Industriegesellschaften gekoppelt. Entsprechende Vermögen entstanden in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Zuge der Industrialisierung und der Kolonialisierung. Um das hier verdiente Geld möglichst risikoarm wieder anzulegen entstanden die ersten Investmentfonds. Als ältester Fonds gilt der Société Civil Genevoise d’emploi de Fonds aus der Schweiz, der 1849 entstand. Zu einer ersten Krise kam es beim Börsencrash 1890 in England. Da es bis dahin keine festen Regeln oder Vorschriften für die Anlage des Geldes der Investmentfonds gab, streuten viele Fonds die Gelder nicht ausreichend. Beim Börsencrash gerieten diese Unternehmen in Schwierigkeiten. In der Folge entstanden die ersten gesetzlichen Regelungen und die Investitionspolitik der Fonds wurde zurückhaltender. In Deutschland gab es in den zwanziger Jahren die ersten Versuche, Investmentfonds am Markt zu etablieren, ein Vorhaben, dem aufgrund ungünstiger steuerlicher Rahmenbedingungen nur wenig Erfolg beschieden war. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die erste Kapitalanlagegesellschaft, die Allgemeine Deutsche Investmentgesellschaft (ADIG) 1949 in München gegründet. Der ADIFONDS, ein Aktienfonds, kam als erster Investmentfonds in der Bundesrepublik auf den Markt. 1958 folgte der erste offene Immobilienfonds und 1966 der erste Rentenfonds. Einen ersten Boom erlebten die Fonds in Deutschland in den sechziger Jahren. Nach einem Rückgang des Sparerinteresses setzte zwei Jahrzehnte später ein erneuter Boom ein, der Investmentfonds heute zu einer gängigen Anlageform für breite Bevölkerungsschichten erschlossen hat.
Unterschieden wird bei Investmentfonds grundsätzlich zwischen offenen und geschlossenen Fonds. Bei einem offenen Fonds kann der Sparer jederzeit Anteile kaufen und verkaufen. Ausgezahlt wird der am Rückgabetag berechnete Wert pro Anteil. Bei einem geschlossenen Fonds ist das nicht so einfach. Hier ist eine Rückgabe während der Laufzeit nur möglich, wenn der Verkäufer selbst einen Käufer für seinen Anteil findet. Neben dieser Unterscheidung lassen sich Fonds nach den unterschiedlichsten Gesichtspunkten unterteilen. Eine klassische Variante des Investmentfonds ist der reine Aktienfonds, bei dem das Sondervermögen in Aktien angelegt ist. Bei einem offenen Immobilienfonds werden vorzugsweise gewerbliche Immobilien verwaltet. Ein Immobilienfonds ist kein Wertpapierfonds. Eine dritte große Gruppe von Fonds stellen die Rentenfonds dar, die eine sehr sichere Anlage des Geldes über einen langen Zeitraum bieten. In Rentenfonds befinden sich Anleihen, die so genannten Rentenpapiere, wie sie in der Regel an der Börse notiert werden. Sie bieten dem Sparer eine laufende Verzinsung seines Geldes. Der erste deutsche Rentenfonds wurde 1966 aufgelegt. In der Vergangenheit hatten Rentenfonds in der Bundesrepublik bei den Sparern einen sehr hohen Beliebtheitsgrad, der in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts allerdings an Bedeutung verloren hat. Weiter gibt es auch Mischfonds am Markt, bei denen das Management zwischen Aktien, Rentenpapieren und auch reinen Geldanlagen wie Festgeld wählen kann. Innerhalb der Aktienfonds bilden internationale Fonds eine große Gruppe. Während der Anleger bei jedem Investmentfonds dem Kursrisiko unterliegt, kommt bei international anlegenden Fonds noch das Währungsrisiko hinzu. Die Wechselkursschwankungen können im ungünstigsten Fall eine schlechte Kursentwicklung noch verstärken, andererseits aber auch weitgehend kompensieren. Regionalfonds investieren ausschließlich in die Aktien von Unternehmen, die ihren Sitz in einer bestimmten Wirtschaftsregion haben, z. B. Nordamerika oder Südostasien. Emerging-Market-Fonds investieren in Aktien von Unternehmen, die in Schwellenländern angesiedelt. sind. Noch spezieller ist das Angebot von Länderfonds, die ihr Sondervermögen nur in Aktien bestimmter Staaten anlegen. Investmentfonds lassen sich aber nicht nur geographisch, sondern auch nach anderen Kriterien unterscheiden. So haben sich zahlreiche Kapitalanlagegesellschaften auch auf Unternehmen spezieller Branchen oder auch einer bestimmten Größenklasse spezialisiert. Als Messlatte für den Erfolg eines Aktienfonds wird oft der jeweilige Vergleichsindex genommen. Bei Fonds mit Standardaktien ist das in Deutschland der Vergleich mit dem DAX®. Im Idealfall sollte es den Fondsmanagern gelingen, den Index zu übertreffen. Ein sehr viel speziellerer Markt ist der für Optionsscheinfonds. Optionsscheinfonds handeln nicht mit Wertpapieren, sondern nur mit dem Anrecht darauf. Ein Optionsschein – er wird auch Warrant genannt – ist das verbriefte Recht, ein bestimmtes Wertpapier zu einem bestimmten Preis zu kaufen. In einem entsprechenden Fonds werden Optionsscheine gehandelt. Die Ausrichtung ist sehr spekulativ und weniger für die langfristige Anlage geeignet. Wie Aktien haben Investmentfonds für den Sparer den Vorteil, dass er seine Anteile jederzeit wieder verkaufen kann. Die entsprechenden Preise können der Wirtschaftspresse entnommen werden. In den entsprechenden Notierungen wird zwischen Ausgabe- und Rücknahmepreis unterschieden, wobei der Rücknahmepreis unterhalb des Ausgabepreises angesiedelt ist. Die Differenz ergibt sich aus dem so genannten Ausgabeaufschlag, den in der Regel jeder Anleger beim Kauf von Fondsanteilen zu zahlen hat und den er in jedem Fall bei seiner Anlagestrategie berücksichtigen muss. Je nach Fondsgattung kann der Ausgabeaufschlag unterschiedlich hoch sein. Das Geld ist für den Anleger aber in jedem Fall verloren, kann aber natürlich durch entsprechende Kurssteigerungen des Fonds im Laufe der Zeit wieder hereingeholt werden. Auch aus diesem Grund empfehlen sich Investmentfonds vor allem für eine langfristige Geldanlage.
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