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Cholera

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CholerabakterienCholerabakterien
Artikelgliederung
1

Einleitung

Cholera, schwere bakterielle Infektionskrankheit, die vor allem in Afrika, Indien und einigen anderen tropischen Ländern endemisch (siehe Epidemie) auftritt; auch Menschen in gemäßigten Klimazonen können betroffen sein. Choleraerreger ist das Bakterium Vibrio cholerae, das 1883 von Robert Koch entdeckt wurde.

Die ersten Krankheitszeichen treten sechs Stunden bis fünf Tage nach Aufnahme des Erregers auf. Das Krankheitsbild ist durch Diarrhöe und den damit verbundenen Verlust von Wasser und Salzen gekennzeichnet. In schweren Fällen leidet der Patient an heftigem Brechdurchfall mit typischem „Reiswasserstuhl” sowie an Durst und Muskelkrämpfen. Cholerabakterien bilden ein Toxin, das im Dünndarm die Ausscheidung großer Flüssigkeitsmengen auslöst und so den für diese Erkrankung typischen Flüssigkeitsverlust hervorruft. Manchmal kommt es dadurch zum Kreislaufzusammenbruch. Wird die Krankheit nicht behandelt, kann die Sterblichkeitsrate bei 50 Prozent liegen, bei wirksamer Behandlung sinkt sie jedoch auf unter 1 Prozent. Der Tod kann bereits wenige Stunden nach Auftreten der ersten Symptome eintreten. Bei mehr als 90 Prozent der Erkrankten nimmt Cholera allerdings einen milden Verlauf. Das Institut Pasteur entwickelte Teststreifen, mit denen auch Laien innerhalb von Minuten anhand einer Stuhlprobe eine Cholerainfektion erkennen können.

2

Übertragung und Verbreitung des Erregers

Die Krankheit wird vor allem durch Wasser oder Lebensmittel übertragen, die mit Bakterien aus dem Stuhl von Cholerakranken verunreinigt sind. Choleraerreger, die den menschlichen Verdauungstrakt passiert haben, sind für mehrere Stunden etwa 500 Mal infektiöser als Bakterien derselben Spezies, die im Wasser oder Boden leben (Nature, 2002). Die Vorbeugung der Krankheit ist daher eine Frage der Hygiene. Der Erreger vermehrt sich auch in Küstengewässern und tritt dort vor allem im Zusammenhang mit Algenblüten (der starken Vermehrung von Algen) in Erscheinung: In Küstengebieten von Indien und Bangladesch, in denen Algenblüten stattgefunden hatten, kam es insbesondere durch den Verzehr von Meeresfrüchten zu Choleraepidemien.

Hauptursachen von Epidemien sind das starke Bevölkerungswachstum in Slumgebieten Afrikas und Asiens, die damit verbundenen katastrophalen hygienischen Bedingungen, der Mangel an sauberem Trinkwasser sowie Überschwemmungen. Laut Schätzung der WHO lebten 2002 insgesamt 1,1 Milliarden Menschen (vor allem in Asien und in Afrika südlich der Sahara) ohne sauberes Wasser und 2,6 Milliarden ohne hinreichende Kanalisation. Im 19. Jahrhundert erfasste eine Welle von Choleraepidemien auch Europa und die USA. Dort allerdings wiederholten sich diese Katastrophen nicht, nachdem eine bessere Wasserversorgung gewährleistet war.

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Häufigkeit des Auftretens

Der WHO werden vermutlich nur etwa 5 bis 10 Prozent aller Cholerafälle gemeldet; 2004 waren dies 101 383 Erkrankungen mit 2 345 Todesopfern. 94,3 Prozent der Cholerafälle und 99,4 Prozent der Todesfälle waren in diesem Jahr in Afrika zu verzeichnen; außerhalb Afrikas war vor allem Indien betroffen (4 695 Fälle, sieben Tote). Die schwersten Epidemien in Afrika zu Beginn des 21. Jahrhunderts mit jeweils mehr als 10 000 Erkrankten (bis zu etwa 86 000 in Südafrika 2000/01) und zumeist mehreren hundert Todesfällen traten in folgenden Ländern auf: Südafrika, Moçambique, Demokratische Republik Kongo, Senegal, Guinea-Bissau, Sudan und Angola. Die Epidemie in Angola forderte 2006 bis zur Jahresmitte sogar mehr als 1 500 Todesopfer.

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Behandlung und Vorbeugung

Die Hauptaufgabe der Behandlung von Cholerakranken besteht darin, den Flüssigkeits- und Salzverlust des Körpers in schweren Fällen intravenös (direkt über die Blutbahn) oder in leichteren Fällen oral (durch den Mund) auszugleichen. Die WHO empfiehlt zu diesem Zweck Trockenpulverpakete, die Natrium, Kalium, Chlorid, Bicarbonat und Traubenzucker im richtigen Mengenverhältnis enthalten. In schweren Fällen werden außerdem Antibiotika wie etwa Tetracyclin, Ampicillin, Chloramphenicol und Trimethoprim-Sulfamethoxazol verabreicht, die den Verlauf der Krankheit verkürzen.

Heute ist ein Choleraimpfstoff (siehe Immunisierung) erhältlich, der aus abgetöteten Cholerabakterien hergestellt wird. Damit kann ein relativer Impfschutz von etwa drei- bis sechsmonatiger Dauer erzielt werden. Ein sicherer Schutz wird durch die Impfung jedoch nicht erreicht. Personen, die sich in Choleragebieten aufhalten, wird empfohlen, nur gründlich erhitzte Speisen, die beim Servieren noch heiß sind, sowie selbst geschälte Früchte zu verzehren. Unbedingt gemieden werden sollten nicht abgekochtes Wasser sowie Eiswürfel und Speiseeis unsicherer Herkunft. Im Rahmen einer in Bangladesch durchgeführten Studie ließ sich das Auftreten von Cholerafällen durch das Filtern des Trinkwassers mit dem Baumwollstoff von Saris erheblich verringern. Dorfbewohner filterten ihr Wasser mit mindestens viermal gefalteten Saris, die Zahl der Cholerafälle lag daraufhin in dem betreffenden Dorf sowie in einem Vergleichsdorf, in dem spezielle Nylonfilter verwendet worden waren, nur halb so hoch wie im Durchschnitt der Dörfer. Der Effekt des Filterns beruht darauf, dass Planktonorganismen, die mit dem Choleraerreger in Symbiose leben, durch den Filter zurückgehalten werden (Proceedings of the National Academy of Sciences, 2003).

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