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Windows Live® Suchergebnisse Jean Auguste Dominique IngresEnzyklopädieartikel
Jean Auguste Dominique Ingres (1780-1867), französischer Maler und führender Vertreter des Klassizismus in Frankreich. Ingres wurde am 29. August 1780 in Montauban als Sohn eines Bildhauers und Malers geboren. Nachdem er an der Akademie in Toulouse studiert hatte und 1796 nach Paris übergesiedelt war, nahm ihn Jacques-Louis David 1797 in sein Atelier auf. 1801 bekam Ingres für sein Gemälde Les Envoyés d’Agamemnon (Achill empfängt die Abgesandten Agamemnons, Musée de l’École des Beaux-Arts, Paris) den Rompreis zugesprochen. Von 1806 bis 1820 lebte er in Rom, wo das Studium der Malerei Raffaels seine stilistische Entwicklung mindestens ebenso nachhaltig prägte wie sein Kontakt mit David. In Italien schuf Ingres auch zahlreiche Bleistiftporträts, die sein Gespür für stilistische Klarheit verraten. Daneben entstanden Gemälde zu mythologischen Themen sowie Akte. 1820 siedelte Ingres für vier Jahre nach Florenz über. Als bereits berühmter Maler nach Paris zurückgekehrt, erhielt Ingres zahlreiche größere Aufträge. Noch während seiner Florentiner Jahre hatte er Le Vœu de Louis XIII (1820, Das Gelübde Ludwigs XIII.) begonnen: eine Auftragsarbeit für die Kathedrale von Montauban, die im Pariser Salon 1824 ausgestellt wurde und deutlich die Schule Raffaels verrät. Bald galt Ingres als der führende Vertreter des Klassizismus, der sich gegen die neue, von Eugène Delacroix und Théodore Géricault repräsentierte französische Romantik wandte. Während dieser Zeit entstand Ingres’ Gemälde L’Apothéose d’Homère (1827, Die Apotheose Homers) für eine Decke in der Salle Clarac des Louvre, das an Nicolas Poussin gemahnt. 1829 wurde Ingres Professor, 1832 Vizepräsident und zwei Jahre darauf schließlich Präsident der École des Beaux-Arts in Paris. Enttäuscht über die feindselige Aufnahme seines Historiengemäldes Martyre de saint Saymphorien (1834, Das Martyrium des heiligen Symphorian, Kathedrale von Autun), nahm er 1834 die Direktorenstelle der Villa Medici in Rom an. Nach siebenjähriger Amtszeit kehrte er erneut nach Paris zurück und wurde als einer der führenden Künstler Frankreichs gefeiert. Dabei wandte er sich sowohl gegen die französische Romantik als auch gegen den realistischen Stil Gustave Courbets. 1845 wurde Ingres zum Mitglied der Ehrenlegion ernannt. Auf der Pariser Weltausstellung von 1855 gewannen Ingres und sein Widersacher Delacroix Goldmedaillen. Ingres starb am 14. Januar 1867 in Paris. Ingres’ Stärken – außerordentliche handwerkliche Meisterschaft, scharfe Auffassungsgabe für Persönlichkeit und die präzise klassizistische Linienführung – prädestinierten ihn zur Porträtmalerei. Mme Moitessier (1851, National Gallery of Art, Washington D.C.) und La Comtesse d’Haussonville (1845, Frick Collection, New York) sind herausragende Beispiele dafür, und M. Berlin (1832, Louvre) gilt als eines der besten Porträts des 19. Jahrhunderts. Ingres malte ohne nachlassende Kraft bis ins hohe Alter hinein. Mit 82 Jahren schuf er sein berühmtes Bild Le Bain turc (1863, Louvre), das den Höhepunkt seiner unvergleichlichen Darstellungen von Frauenakten bezeichnet. Ingres’ Einfluss auf die Kunst bis in die Gegenwart war groß; unter den Künstlern, die von seinem Stil entscheidende Anstöße für ihr eigenes Malen erhielten, sind Edgar Degas, Pierre Auguste Renoir, Henri Matisse und Pablo Picasso zu nennen.
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