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Windows Live® Suchergebnisse San, von den europäischen Siedlern früher abwertend als Buschmänner oder Buschleute bezeichnet, weitgehend untergegangene Sammler- und Jägergesellschaften im südlichen Afrika. Die heute noch etwa 60 000 San leben vorwiegend in der Kalahari und ihren Randgebieten, davon etwa 35 000 in Namibia und 11 000 in Botswana, die übrigen in den angrenzenden Ländern Angola, Sambia und Südafrika. Die traditionellen Sprachen der San gehören zur Khoisan-Sprachfamilie (siehe afrikanische Sprachen) und weisen als Besonderheit Klick-Laute auf; sie gelten als die ältesten noch gesprochenen Sprachen der Welt. Linguisten und Ethnologen bemühen sich, diese mindestens 25 000 Jahre alten komplizierten Sprachen zu erhalten, da immer weniger San sie noch beherrschen. Die San sind ursprünglich in traditionellen Lokalgruppen organisiert, die in der Regel aus weniger als zehn Kernfamilien, also etwa 20 bis 30 Personen, bestehen. Jede dieser Gruppen nutzt dabei ein Gebiet von rund 800 Quadratkilometern als Streifgebiet. Die San verweilen so lange in einer Region, bis die Nahrungsmittelvorräte des entsprechenden Gebiets knapp werden, dann ziehen sie weiter. Die Frauen sammeln wild wachsende Knollen, Wurzeln, Blätter und Früchte und bestreiten damit den größten Teil der Nahrungsbeschaffung. Die Männer jagen; Antilopen und andere Großsäuger, aber auch kleinere Tiere werden dabei mit Pfeil und Bogen erlegt; die Pfeilspitzen sind vergiftet. Wenn im Winter nur mehr ein verringertes Nahrungsmittelangebot zu Verfügung steht, spalten sich die einzelnen Jagdgruppen in kleinere Einheiten auf. Jede Lokalgruppe der San wird von einem männlichen Mitglied, das jedoch nicht über besondere Machtbefugnisse verfügt, angeführt. Die Gruppen sind zwar nicht politisch miteinander verbunden, da die San-Gesellschaft weitgehend egalitär ist, dennoch besteht ein kompliziertes gruppenübergreifendes Verwandtschaftssystem. Die San lebten traditionell in Höhlen oder in Grashütten oder benutzten lediglich Windschirme als Schutz gegen die Witterung. Die San verfügen über ein komplexes religiöses System, bei dem vor allem der Verehrung des Mondes besondere Bedeutung zukommt. In ihrer Mythologie ist die Erde aus der Vereinigung von Mond und Sternen hervorgegangen. Die San verehren die Sterne als die Lagerfeuer ihrer Verstorbenen. Die Felsbilder der San im südlichen Afrika zählen zu den ältesten Zeugnissen menschlicher Kultur. Bevorzugte Motive dieser Malerei sind Menschen und Antilopen, häufig dargestellt werden Jagd und Jagdrituale. Die San gelten als die direkten Nachfahren der Urbevölkerung des südlichen Afrika; die ältesten Felsmalereien, die den San bzw. ihren Vorfahren zugeschrieben werden können, sind etwa 26 000 Jahre alt. Mitte des 17. Jahrhunderts, in der vorkolonialen Zeit lebten rund 200 000 San im südlichen Afrika. In der Folgezeit aber wurden ihre notwendigerweise weiträumigen Streifgebiete durch die Siedlungspolitik der Buren immer stärker eingeschränkt; hinzu kamen regelrechte Vernichtungszüge der Buren gegen die San, so dass deren Zahl, im 18. und 19. Jahrhundert dramatisch zurückging. Aber auch das schon vor der weißen Besiedlung einsetzende Vordringen der Bantu nach Süden trug zur Verdrängung und Dezimierung der San bei. Im 20. Jahrhundert sahen sich die meisten der überlebenden San dazu gezwungen, ihre traditionelle nomadische Lebensweise aufzugeben und sesshaft zu werden. Sie vermischten sich mit benachbarten Hirten- und Bauerngesellschaften und verdingten sich als Arbeiter bei weißen Siedlern oder als Touristenattraktion und verkauften handgeschnitzte Pfeile und Bögen oder aus Straußeneiern gefertigten Schmuck. In den siebziger und achtziger Jahren bediente sich die südafrikanische Armee für ihre Militäraktionen in Namibia der San als Fährtenleser, ebenso verfuhr die Kolonialmacht Portugal in Angola. Nach dem Ende der Feindseligkeiten siedelte Südafrika etwa 900 San-Familien auf einem Militärgelände nahe der Diamantenstadt Kimberly im Norden des Landes an. Tuberkulose, Alkoholmissbrauch und andere Krankheiten verbreiteten sich. Da die San ihre Identität und ihre Kultur über Land definieren, setzten ihre politischen Vertreter große Hoffnungen auf die neue südafrikanische Verfassung, die den Indigenen das Recht gibt, Land zurückzuverlangen. In Botswana begann die Regierung Mitte der neunziger Jahre, die San aus dem Kalahari-Wildschutzgebiet in feste Siedlungen umzusiedeln, da einerseits das Jägerleben der San nicht mit dem Tierschutz vereinbar sei, andererseits in der Wüste die San keinen Zugang zu Bildung und anderen Errungenschaften der Zivilisation hätten. Jedoch kamen viele der umgesiedelten San nicht mit dem Leben in festen Siedlungen zurecht. 2006 erklärte jedoch der Oberste Gerichtshof von Botswana in einem ebenso überraschenden wie wegweisenden Urteil die Umsiedlung für rechtswidrig und ermöglichte damit den San die Rückkehr in ihren traditionellen Lebensraum in der Kalahari.
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