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  • Die Kreuzzüge | Die Vorgeschichte

    Diese Seite beschäftigt sich mit der Vorgeschichte der Kreuzzüge und der islamischen Expansion

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Kreuzzüge

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Konrad III.Konrad III.
Artikelgliederung
3.2

Die Eroberung Jerusalems

Ende November 1098 zog das Hauptheer der Kreuzritter von Antiochia aus weiter Richtung Jerusalem. Anfang Juni 1099 schlugen die Kreuzfahrer in Sichtweite der Stadtmauern Jerusalems ihr Lager auf, eroberten nach vierwöchiger Belagerung am 15. Juli 1099 die Stadt und richteten unter der jüdischen und muslimischen Bevölkerung ein grausames Blutbad an.

Eine Woche später wählten die Kreuzritter Gottfried von Bouillon, Herzog von Niederlothringen, zum „Vogt des Heiligen Grabes”; den Titel eines Königs von Jerusalem hatte Gottfried für sich noch abgelehnt. Wenig später, am 12. August 1099, besiegten die Kreuzritter unter Gottfrieds Führung bei Askalon ein muslimisches Heer. Bald darauf kehrte ein Teil der Kreuzritter, soweit sie sich nicht schon in Edessa, Antiochia und Tripolis niedergelassen hatten, nach Europa zurück. Diejenigen, die im Heiligen Land blieben, bauten in Jerusalem einen am westlichen Vorbild orientierten, vom Lehnswesen bestimmten Staat auf, das Königreich Jerusalem, und sicherten ihre Herrschaft über das Heilige Land.

4

Der 2. Kreuzzug

Der Erfolg des 1. Kreuzzuges war hauptsächlich auf Streitigkeiten unter den muslimischen Fürsten zurückzuführen und deren Unfähigkeit, sich auf ein geordnetes Vorgehen gegen den gemeinsamen Gegner zu verständigen. Die Siege der Kreuzritter hatten die islamische Seite weiter geschwächt, so dass die Kreuzfahrer in den ersten Jahrzehnten nach der Eroberung Jerusalems ihre Herrschaften relativ ungestört konsolidieren und ausbauen konnten. Allerdings kam es unter den Kreuzfahrerstaaten bald zu Rivalitäten, Thronstreitigkeiten und Bruderkriegen, wodurch sie sich gegenseitig und als Gesamtheit schwächten, während sich gleichzeitig die Muslime zu einem Gegenangriff sammelten. 1144 eroberten die Seldschuken Edessa; der zuerst gegründete Kreuzfahrerstaat war damit auch als Erster wieder untergegangen. Die anderen Kreuzfahrerstaaten hatten Edessa keine nennenswerte Unterstützung gegen den muslimischen Angriff zukommen lassen.

Aber der Fall Edessas schreckte den Westen auf. 1145 rief Abt Bernhard von Clairvaux zum 2. Kreuzzug auf. König Ludwig VII. von Frankreich, der staufische König Konrad III. und Roger II. von Sizilien folgten diesem Aufruf und machten sich im Frühsommer 1147 mit ihren Heeren Richtung Jerusalem auf. Konrads Truppen wurden bereits bei Dorylaeum in Anatolien von den Seldschuken geschlagen, und ein Großteil der Soldaten und Pilger kehrte demoralisiert und verängstigt um. Von den französischen Truppen erreichte 1148 ebenfalls nur ein kleiner Teil das Heilige Land, nachdem der Hauptteil unterwegs aufgerieben worden war. Zusammen mit König Balduin III. von Jerusalem entschlossen sich Ludwig und Konrad im Juli zu einem Angriff auf Damaskus, der aber bald wegen völlig unzureichender Vorbereitung abgebrochen werden musste. Im Frühjahr 1149 kehrten Konrad und Ludwig in ihre Heimat zurück.

Parallel zum 2. Kreuzzug unternahmen die norddeutschen Fürsten, allen voran die Sachsen unter der Führung Heinrichs des Löwen, einen von Papst Eugen III. ebenfalls als Kreuzzug gebilligten Kriegszug gegen die heidnischen Wenden, den Wendenkreuzzug, der nur bedingt erfolgreich war; er entband aber die Norddeutschen von der Teilnahme am Kreuzzug ins Heilige Land und trug so mit zur militärischen Schwäche der Kreuzzugsheere bei. Ein„Nebenergebnis” des 2. Kreuzzugs war die Einnahme Lissabons: König Alfons I. von Portugal eroberte 1147 zusammen mit einer Kreuzfahrerflotte die Stadt von den Mauren.

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Saladin und der 3. Kreuzzug

Der Fehlschlag des 2. Kreuzzuges gab den muslimischen Fürsten weiteren Auftrieb. Saladin brachte 1171 Ägypten unter seine Herrschaft, anschließend Syrien und dehnte danach seinen Einflussbereich bis nach Mosul und Aleppo aus. Im Mai 1187 fiel er im Königreich Jerusalem ein, besiegte am 4. Juli die Europäer auf dem Berg Hattin, nahm die meisten Festungen der Kreuzritter im Königreich Jerusalem ein und am 2. Oktober 1187 schließlich auch die Stadt Jerusalem selbst. Als letzte ihrer großen Festungen war den Kreuzrittern Tyrus geblieben.

Die Niederlage am Hattin und der Fall Jerusalems waren ein Schock für das christliche Abendland. Am 29. Oktober 1187 rief Papst Gregor VIII. in einer Enzyklika zum 3. Kreuzzug auf. Der Aufruf wurde emphatisch begrüßt, und die drei bedeutendsten europäischen Monarchen leisteten ihm 1189 Folge: Kaiser Friedrich I. Barbarossa, der französische König Philipp II. Augustus und der englische König Richard I. Löwenherz. Zusammengenommen stellten sie das größte Kreuzfahreraufgebot seit 1096, aber das Ergebnis des Unternehmens war vergleichsweise mager. Friedrich nahm mit seinem deutschen Heer den Landweg; er ertrank 1190 beim Baden im Fluss Saleph an der Südküste Kleinasiens, woraufhin der größte Teil seines Heeres entmutigt nach Deutschland zurückkehrte und nur wenige Kreuzritter ins Heilige Land weiterzogen. Philipp und Richard kamen auf dem Seeweg ins Heilige Land. Nach langer Belagerung eroberten sie 1191 gemeinsam Akko, gerieten dann jedoch in Streit, woraufhin Philipp nach Frankreich zurückkehrte und der Kreuzzug praktisch ergebnislos beendet wurde. Richard konnte Saladin in einem Waffenstillstand lediglich die Erlaubnis zu Pilgerbesuchen in Jerusalem abringen; die Stadt selbst blieb in muslimischer Hand.

Eine gewisse Kontinuität im Heiligen Land stellten die mächtigen geistlichen Ritterorden sicher, die seit dem 1. Kreuzzug in Palästina entstanden waren. Sie waren in der Regel aus geistlichen Bruderschaften hervorgegangen, die sich ursprünglich der Pflege und Versorgung von Pilgern und Kranken gewidmet hatten, und entwickelten sich rasch zu gut organisierten, wohlhabenden und schlagkräftigen Orden, die zum Teil auch nach den Kreuzzügen noch eminente Bedeutung und Macht hatten. Die wichtigsten waren der Templerorden (gegründet 1119), der Johanniterorden (1155) und der Deutsche Orden (1198).

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Die späteren Kreuzzüge

Der 4. Kreuzzug (1202-1204), zu dem Papst Innozenz III. 1198 aufgerufen hatte, erreichte nie das Heilige Land, sondern wurde von Venedig bzw. dem venezianischen Dogen Enrico Dandolo aus machtpolitischen Gründen nach Konstantinopel umgeleitet. Die Kreuzritter hatten sich, da sie Venedig den vereinbarten Betrag für die Schiffspassage nicht zahlen konnten, gegen das ausdrückliche Verbot des Papstes von den Venezianern zu einem Angriff auf die dalmatinische Küstenstadt Zara überreden lassen, sozusagen als Gegenleistung für die Überfahrt. Nach der Eroberung Zaras griffen die Kreuzritter auf Betreiben Venedigs in die byzantinischen Thronwirren ein, nahmen Konstantinopel, plünderten und brandschatzten die Stadt – die meisten der geraubten Kunstschätze gelangten nach Venedig –, zerschlugen das Byzantinische Reich und errichteten das Lateinische Kaiserreich, dessen erster Kaiser Balduin I. wurde. 1261 eroberte der byzantinische Kaiser Michael VIII. Palaiologos Konstantinopel zurück und stellte das Byzantinische Reich wieder her.

Im Frühjahr 1212 brachen in Verkehrung des Kreuzzugsgedankens einige tausend Kinder, Angehörige niederer Stände und Arme vor allem vom Niederrhein und aus Frankreich zum so genannten Kinderkreuzzug auf; die meisten kehrten wohl bereits in Genua oder Marseille wieder um, viele verschwanden spurlos, wurden wahrscheinlich in die Sklaverei verkauft.

1219 hatte ein christliches Heer auf Initiative des Papstes den ägyptischen Seehafen Damiette im Nildelta eingenommen. In der Folge sollte Ägypten angegriffen und Kairo erobert werden, um dann in Richtung Jerusalem vorzustoßen. Der Angriff auf Kairo musste jedoch abgebrochen werden, weil die versprochene Verstärkung durch Kaiser Friedrich II. nicht eintraf. Im August 1221 mussten die Kreuzritter auch Damiette wieder aufgeben, und im September löste sich das Kreuzfahrerheer auf.

6.1

Friedrich II. und der 5. Kreuzzug

Der 5. Kreuzzug, zu dem Friedrich II. 1228 aufbrach, unterschied sich bereits im Ansatz von den früheren. Friedrich hatte schon 1215 ein Kreuzzugsgelübde abgelegt und es 1220 erneuert, seine Abreise jedoch aus innenpolitischen Gründen mehrmals verschoben. Als ihm Papst Gregor IX. schließlich mit Exkommunikation drohte, brach Friedrich im August 1227 auf, kehrte jedoch nach wenigen Tagen wieder um, weil er krank geworden war. Erzürnt über diese neuerliche Verzögerung exkommunizierte der Papst den Kaiser. Trotz des Bannes machte sich Friedrich im Juni 1228 noch einmal auf den Weg ins Heilige Land. In Akko angekommen, nahm er Verhandlungen mit dem ägyptischen Sultan Al-Kamil auf und erreichte auf Verhandlungswege die friedliche Übergabe der christlichen Stätten Jerusalem, Nazareth und Bethlehem an das Königreich Jerusalem, wobei den Muslimen der freie Zugang zu den ihnen heiligen Stätten garantiert wurde, und er erreichte einen zehnjährigen Waffenstillstand. 1229 krönte sich Friedrich, der mit der Erbtochter des Königs von Jerusalem verheiratet war, selbst zum König von Jerusalem.

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